Während ihrer Biergartenschicht auf der Münchner Wiesn bricht ein Mann zusammen. Drei Bedienungen greifen ein und beginnen sofort mit einer Herzdruckmassage. Sie retten dem 78-Jährigen das Leben.
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Biergartenbesucher wird wiederbelebt
Die Abiturientin Helena Morawietz bedient gerade im Augustiner-Biergarten, als sie von einer älteren Dame angesprochen wird. Ihr Mann ist am Tisch zusammengebrochen. "Sie hat gesagt, dass es ein Problem gibt und dass sie einen Arzt braucht. Und dann bin ich sofort zu den Securities gegangen und habe den Notruf gewählt."
So beginnt der erste Teil der Hilfskette, die dem 78-Jährigen letztendlich das Leben retten wird. Denn was noch niemand weiß: Der Patient war zu diesem Zeitpunkt bereits klinisch tot, so schildert es der später hinzugekommene Arzt Conrad Franz von der Aicher-Ambulanz auf der Wiesn.
Wiesnbedienungen unterstützen sich gegenseitig
Dann übernimmt die Studentin Daria Aigner, die ebenfalls im Augustiner-Biergarten bedient: "Ich bin dann dazugekommen, habe die Frau gefragt, ob ich reanimieren darf oder ob er keine Luft mehr bekommt. Er ist schon blau angelaufen. Und dann haben wir ihn auf den Boden gelegt und mit der Herzdruckmassage angefangen."
Die Studentin ist ausgebildete Medizinische Fachangestellte und hatte vor über fünf Jahren in einer Kinderpraxis gearbeitet. Sie weiß sofort, was zu tun ist: "Ich habe einfach kurz geschaut, wo die Mitte ist, von der Brust und vom Brustbein, und habe dann ungefähr in der Hälfte vom Herz angefangen zu drücken." Eine weitere Kollegin übernimmt die Beatmung. Sie muss es mit einem Tuch machen, Erbrochenes kommt, der Mann hatte sich verschluckt.
Arzt: "Die haben ihm das Leben gerettet"
Frieda Aigner, die Zwillingsschwester von Daria, arbeitet auch im Biergarten, hilft ebenfalls sofort und betreut dann die schockierte Ehefrau: "Es ist gut zu wissen, dass man sich aufeinander verlassen kann und dass es dann so gut funktioniert und man zusammenarbeiten kann." Nach etwa drei Minuten Herzmassage und Beatmung kommen die Notärzte von der Aicher-Ambulanz und übernehmen. Der Mann wird nach der Erstversorgung ins Krankenhaus gebracht.
Conrad Franz, der während des übrigen Jahres in der Kardiologie im Herzzentrum arbeitet, lobt das schnelle Eingreifen der drei Wiesnbedienungen: "Die haben ihm das Leben gerettet. Nichts ist wichtiger, als bei einem Herzkreislaufstillstand die sofortige Herz-Lungen-Wiederbelebung." Da könne die ganze Medizin und der Rettungsdienst danach nicht mehr helfen – wenn das nicht stattfindet, sei das Überleben so gut wie unmöglich.
Erste-Hilfe-Kurs auffrischen
Daria, Helena und Frieda sind in diesem Jahr zum ersten Mal als Bedienungen auf der Wiesn. An Tag vier haben sie schon einem Menschen das Leben gerettet. Und auch wenn sie am Tag danach noch geschockt sind, überwiegt die Erleichterung, sagt Daria: "Wir sind froh, dass es dem Mann gut geht – Stand jetzt – und hoffen, dass so etwas nicht noch mal passiert." Und Frieda ergänzt: "Man sollte noch mal den Erste-Hilfe-Kurs auffrischen, damit man, wenn es irgendwann dazu kommt, in der Lage ist, schnell zu reagieren."
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