Marco Maier präsentiert die Bronzemedaille bei den Paralympics im Para Biathlon
Marco Maier präsentiert die Bronzemedaille bei den Paralympics im Para Biathlon
Bild
Marco Maier präsentiert die Bronzemedaille bei den Paralympics im Para Biathlon
Bildrechte: picture alliance/dpa | Martin Schutt
Schlagwörter
Bildrechte: picture alliance/dpa | Martin Schutt
Videobeitrag

Marco Maier präsentiert die Bronzemedaille bei den Paralympics im Para Biathlon

Videobeitrag
> Sport >

Bayerische Bilanz bei den Paralympics 2026: Nur Maier glänzt

Bayerische Bilanz bei den Paralympics 2026: Nur Maier glänzt

Der Deutsche Behindertensportverband erlebt bei den Paralympics 2026 einen Tiefpunkt im Medaillenspiegel. Aus bayerischer Sicht sorgt Biathlet Marco Maier mit vier Medaillen für positive Schlagzeilen, während andere Hoffnungen unerfüllt bleiben.

Über dieses Thema berichtet: Blickpunkt Sport am .

Bei den Paralympischen Winterspielen 2026 in Mailand und Cortina d'Ampezzo schneidet der Deutsche Behindertensportverband (DBS) im Medaillenspiegel historisch schlecht ab. Auch aus bayerischer Sicht gab es wenige Anlässe zum Feiern.

Ein Medaillengewinner aus Bayern

Als einziger bayerischer Athlet stand Marco Maier gleich viermal auf dem Podest. In drei Biathlon-Starts gewann der gebürtige Allgäuer dreimal Bronze. Hinzu kam eine Silbermedaille mit der Langlauf-Staffel: "Es sind die besten Spiele meines Lebens mit vier Medaillen in fünf Rennen. Ein Traum, hätte man mir das vorher gesagt, hätte ich sofort unterschrieben!", freute sich der 26-Jährige.

Maier widmet Erfolg seiner Mutter

Auch die ARD-Expertin Anna Schaffelhuber, die im Monoskibob sieben Goldmedaillen bei den Paralympics gewonnen hat, fand viel Lob für Maier: "Im Dezember ist seine Mama verstorben, das ist dann natürlich für ihn mental auch sehr schwierig gewesen. Ich finde es umso bemerkenswerter, wie er die ganze Weltcup-Saison im Biathlon mitdominiert hat." Der Vater von Marco Maier, Florian, brachte auf der Tribüne im Tesero-Skilanglauf-Stadion ein Foto von Mutter Christiane mit. "Sie wollte so gerne hier dabei sein und mich live laufen sehen. Das hat leider nicht geklappt. Die Medaillen sind für sie", so Maier. Auch Anna Schaffelhuber war gerührt: "Das ist schon was Besonderes."

Kein Podest für Anna-Maria Rieder

Enttäuschend verliefen die Paralympics für Anna Maria Rieder. Die Para-Ski-Alpin-Fahrerin vom RSC Murnau erreichte zweimal Platz elf im Super-G und in der Super-Kombination, sowie einen siebten Platz im Riesenslalom. Expertin Schaffelhuber ist sich sicher: "Sie hat sich schon deutlich mehr ausgerechnet, vor allem auch nach Bronze in Peking von vor vier Jahren." Die Expertin analysiert: "Sie hat tatsächlich nicht ganz so frei gewirkt. Vor allem im Slalom wäre ihr der Hang von der Laufsetzung eigentlich entgegengekommen."

Ihre Premiere bei den Paralympics konnte Maya Fügenschuh feiern. Mit einer Wildcard wurde die 17-Jährige zusammen mit ihrem Guide Johanna Holzmann Zehnte im Riesenslalom: "Das ist ein bisschen 'ins kalte Wasser schmeißen'. Und genau mit dem Hintergedanken muss man auch ihre Leistung betrachten", so Schaffelhuber. Vielleicht kann die Allgäuerin in vier Jahren um die Medaillen mitfahren. Schaffelhuber ist optimistisch: "Sie macht mir aber einen positiven Eindruck und hat eine super Einstellung dazu."

Highlights ohne Medaille

Bei der Schlussfeier durfte Snowboarder Christian Schmiedt die Fahne tragen. Für den Athleten vom oberbayerischen Verein SV Camp 2 Race war das "etwas ganz Besonderes." Der 37-Jährige belegte im Cross-Wettbewerb den neunten und im Banked Slalom den zehnten Rang.

Obwohl die Paralympics für die Para-Eishockey-Spieler mit der Niederlage gegen Italien mit einem Dämpfer endeten, gab es dennoch den ersten Sieg seit 20 Jahren gegen die Slowakei. Mit dabei: Hugo Rädler und Veit Mühlhans vom ESV Dachau Woodpeckers.

Probleme mit der Barrierefreiheit

Expertin Anna Schaffelhuber äußerte auch Kritik an den 14. Paralympischen Winterspielen: "Vieles war noch nicht so paralympicswürdig." Die 33-Jährige führte aus: "Es fängt mit der Gestaltung der Eröffnungs- und Schlussfeier an, wo nicht jeder teilnehmen kann." Außerdem hätte es Probleme mit der Barrierefreiheit gegeben: "Beispielsweise, wenn man sich die Stadt mit angeschaut hat, beziehungsweise teilweise an den Tribünen auch."

Video: ARD-Expertin Anna Schaffelhuber zieht Paralympics-Bilanz

Anna Schaffelhuber im Paralympics-Studio mit Julia Scharf
Bildrechte: Sportschau
Videobeitrag

Anna Schaffelhuber im Paralympics-Studio mit Julia Scharf

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht's zur Anmeldung!