Wegen gemeinschaftlicher Sachbeschädigung und verbotenem Abbrennen von Pyrotechnik ermittelt die Bundespolizei gegen Fans des Fußball-Zweitligisten Dynamo Dresden. Einige der Anhänger des Traditionsvereins demolierten auf dem Weg nach Nürnberg den Zug. Die Bundespolizei entdeckte die Schäden beim Umstieg in Pegnitz im Landkreis Bayreuth.
Demolierter Zug und Pyrotechnik am Bahnhof
Wie die Polizei mitteilt, waren 150 Fans von Dynamo Dresden mit drei Zügen über Hof in Richtung Nürnberg gereist. Beim Umstieg von rund 60 Fans am Bahnhof Pegnitz in den Schienenersatzverkehr stellten demnach Einsatzkräfte mehrere Sachbeschädigungen im Zug fest, darunter herausgerissene Klapptische und abgeklebte Kameras sowie Schmierereien.
Außerdem brannten Fans am Bahnhof Pegnitz mehrere pyrotechnische Gegenstände ab. Darüber hinaus kam es dort zu rund 30 Gleisüberschreitungen. Die Bundespolizei nahm deshalb die Ermittlungen auf und stellte von allen im Zug mitgereisten Personen die Identität fest.
Pyro-Attacken und Schlägereien: Dynamo-Fans mit schlechtem Ruf
Den Fans von Dynamo Dresden eilt durchaus ein schlechter Ruf voraus. Sie schossen zum Beispiel auch beim Heimspiel gegen Hertha BSC in der vergangenen Saison am 4. April im Stadion mit pyrotechnischen Gegenständen auf Hertha-Fans.
Zuvor hatte es erhebliche Auseinandersetzungen zwischen Anhängern beider Vereine sowie Mitarbeitern des Sicherheits- und Ordnungsdienstes gegeben. Dresdner Anhänger überquerten beim April-Spiel die Barrieren zum Innenraum und rannten über das Spielfeld, das Spiel musste minutenlang unterbrochen werden. Schon vor dem Spiel hatten sich Fans zu einer Massenschlägerei verabredet, 220 Polizisten mussten schlichten.
Das Spiel selbst bleibt krawallfrei
Immerhin: Wie die Polizei Mittelfranken auf BR-Nachfrage mitteilte, ereigneten sich dann beim Hochrisikospiel des 1. FC Nürnberg gegen Dynamo Dresden in Nürnberg zum Saisonstart keine außergewöhnlichen Ereignisse, die ein besonderes Einschreiten der Beamten nötig gemacht hätten. Daran änderte auch die 0:3-Niederlage der Sachsen nichts.
Erhebliche Strafen und Teilausschluss von Fans
Beide Vereine wurden aufgrund der neuen Vorfälle vom DFB-Sportgericht zu Geldstrafen verurteilt: Hertha in Höhe von 152.000 Euro, Dynamo muss 91.200 Euro zahlen. Beide Teams müssen für kommende Spiele ein gemeinsames Sicherheitskonzept erarbeiten und die Gästekontingente reduzieren.
Bei den nächsten beiden Dynamo-Heimspielen sollen die Fans teilweise ausgesperrt werden. Die zweite Partie wird dabei allerdings zur Bewährung bis zum Sommer 2027 ausgesetzt.
Dresden beklagt "Kollektivstrafe"
Dresden sieht den Teilausschluss der Zuschauer allerdings als Kollektivstrafe an und hat dagegen Einspruch erhoben. Das DFB-Bundesgericht bestätigte aber den Teilausschluss. Nun hat Dynamo Dresden deswegen Klage beim Ständigen Schiedsgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) eingereicht. Der Teilausschluss sieht vor, dass unter anderem etwa 9.500 Plätze im Rudolf-Harbig-Stadion im ersten Heimspiel der Dresdner gegen Darmstadt frei bleiben müssen.
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