Fragende Blick vor der Relegation: Fürths Felix Klaus
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Relegation gegen Essen: Was für Fürth spricht und was nicht

Relegation gegen Essen: Was für Fürth spricht und was nicht

Die SpVgg Greuther Fürth kämpft in der Relegation gegen Rot-Weiss Essen um den Klassenerhalt in der 2. Fußball-Bundesliga. Die Duelle mit dem Drittligisten werden kein Selbstläufer. Gegen das Kleeblatt spricht nicht nur die Statistik.

Über dieses Thema berichtet: Blickpunkt Sport am .

Nur ein Tor fehlte den Fürthern am Sonntag im Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf, um sogar direkt die Klasse zu halten. Doch das vermeintliche 4:0 zählte wegen einer Nanometer-Abseitsentscheidung nicht. So muss – oder angesichts des Saisonverlaufs – darf das Kleeblatt nachsitzen in der Relegation gegen Drittligist Rot-Weiss Essen. Doch was spricht für einen verspäteten Klassenerhalt der Fürther und was dagegen?

Fürther Willensleistung gegen Düsseldorf

Vor dem Spiel gegen die Fortuna drohte dem Kleeblatt ein schlimmes Schicksal. Der Abstieg war für den Zweitliga-Dino nur durch einen Sieg mit drei Toren Abstand abzuwenden. Genau das schaffte die Mannschaft. "Wir haben es gepackt und das muss uns viel Selbstvertrauen geben", befand Doppeltorschütze Felix Klaus im BR24Sport-Interview. Tatsächlich war dieses Ergebnis angesichts der Niederlage in Berlin in der Vorwoche so nicht vorherzusehen.

Damals hatte Fürth trotz 30:8 Torschüssen bei Hertha BSC mit 1:2 verloren und sich überhaupt erst in diese missliche Lage gebracht. Dass das Kleeblatt sich daraus befreien konnte, zeugt von großer Mentalität. Diese wird es auch in den beiden Spielen gegen Rot-Weiss Essen brauchen.

"Hexenkessel" Hafenstraße: Auch Rot-Weiss Essen beweist Moral

Denn auch der Drittligist geht positiv gestimmt in die beiden Duelle. RWE erzielte am Samstag in Ulm in der Nachspielzeit den Siegtreffer zum 3:2 und verdrängte damit in letzter Sekunde den MSV Duisburg von Rang drei. Besonders spannend beim Team von Trainer Uwe Koschinat: Die Essener hatten sich nach drei Niederlagen in Serie zwischen Spieltag 34 und 36 eigentlich aus dem Aufstiegsrennen verabschiedet. Mit sechs Punkten aus den letzten zwei Spielen reichte es am Ende aber doch noch für die Bonusspiele gegen die Mittelfranken. Dieses Selbstbewusstsein nimmt der Ruhrpottverein mit.

"Die Energie in der Relegation wird grenzenlos sein. Jetzt eskaliert es einfach in Essen", kündigte Trainer Koschinat am Samstag an. Eine Warnung, die Fürths Trainer gar nicht gebraucht hätte. "Wer die Hafenstraße kennt, weiß, dass das ein Hexenkessel ist", sagte Heiko Vogel am BR24Sport-Mikrofon am Sonntag. "Wir werden gewarnt sein." Der Coach erwartet "zwei ganz enge Spiele". Für das Kleeblatt also mehr atmosphärisch denn spielerisch eine echte Aufgabe.

Fürth setzt auf Lebensversicherung Futkeu

Dann muss Fürth endlich Konstanz beweisen. Der Sieg gegen Düsseldorf ist nicht der erste vermeintliche Befreiungsschlag für die Fürther. Doch in dieser Saison folgten nach diesen Hochs deutlich tiefere Tiefs. Nach dem 2:0-Sieg gegen den späteren Aufsteiger Elversberg am 26. Spieltag holte die Spielvereinigung in den darauffolgenden drei Spielen nur einen Punkt. Die gleiche Ausbeute war auf den 3:2-Sieg gegen Aufstiegskandidat Darmstadt 98 zu verzeichnen. Diesmal muss Fürth diesen Turnus durchbrechen.

Und was ohne Noel Futkeu in dieser Spielzeit gedroht hätte, mag man sich am Ronhof nicht ausmalen. Der Stürmer erzielte mit 19 Treffern mehr als ein Drittel der Tore (49) des Kleeblatts. Mit dieser Bilanz sicherte er sich auch die Torjägerkanone. Seine sportliche Zukunft hängt nicht vom Abschneiden in der Relegation ab. Eintracht Frankfurt hat die Rückkaufoption gezogen. Ob er in der kommenden Saison am Main spielen oder weiterverkauft wird, ist noch nicht sicher. Auf seine Tore wird es aber auch gegen Essen ankommen.

Relegation: Horrorstatistik für den Zweitliga-Vertreter

Zudem muss der Blick in die Statistik den Fürthern Angst machen. Während in der Vergangenheit in der Relegation zur Bundesliga der Erstligist nahezu immer die Oberhand behielt, sieht die Statistik eine Liga tiefer deutlich anders aus. Seit 17 Jahren wird die Relegation zwischen 3. Liga und 2. Fußball-Bundesliga ausgespielt.

Nur in fünf Fällen setzte sich der Zweitligist durch. 2024 profitierte davon Jahn Regensburg, 2020 der FC Ingolstadt. Die Schanzer hatten wiederum ein Jahr zuvor gegen Zweitligist Nürnberg den Kürzeren gezogen. Auch dem TSV 1860 München (2015) und im vergangenen Jahr Eintracht Braunschweig gelang es, die Zweitligazugehörigkeit zu verteidigen. Das möchte jetzt auch die SpVgg Greuther Fürth schaffen.

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