Die Nürnberger Ice Tigers sind sensationell in die neue Spielzeit der Deutschen Eishockey Liga (DEL) gestartet. In den ersten sechs Spielen haben sie fünf Siege geholt und führen die Tabelle mit fünf Punkten Vorsprung auf die Eisbären Berlin an — den Gegner der Nürnberger am Sonntag. Können die Ice Tigers ihren Lauf auch in Spiel sieben gegen die Berliner fortsetzen?
Topchancen zu Beginn
Die ersten Minuten auf den Eis gehören den Gastgebern aus Berlin. In der 6. Minute haben sie dank Jean-Luc Foudy die bis dahin beste Chance des Spiels, doch der Nürnberger Keeper Niklas Treutle reagiert ganz stark und verhindert den Treffer.
Die Ice Tigers finden von da an besser in die Partie, in der 9. Minute haben sie ihre bisher größte Chance auf die Führung, doch Julius Karrer setzt den Rebound ins Außennetz.
Kurioser Führungstreffer
Nürnberg bleibt aber weiter dran und wird belohnt. Die Situation ist aber durchaus kurios: Evan Barratt stürmt mit viel Geschwindigkeit Richtung Tor und zieht ab. Währenddessen ertönt ein Pfiff der Schiedsrichter gegen Berlin. Der Puck rutscht nach dem Pfiff durch die Beine des Berliner Schlussmanns ins Tor. Zählt das Tor trotzdem? Mithilfe des Videobeweises sagen die Schiedsrichter "Ja", sie bewerten die Szene als "continued play", also entscheiden quasi auf Vorteil für die Gäste. Die Nürnberger Ice Tigers gehen so mit einer 1:0-Führung in die erste Drittelpause.
Eisbären schlagen zurück
Nach elf torlosen Minuten im zweiten Drittel, ist es Andreas Eder, der mit so viel Wucht abzieht, dass der Nürnberger Torwart chancenlos ist und erstmals hinter sich greifen muss. Die Berliner schlagen wie schon so oft in dieser Saison im mittleren Drittel zu und gleichen zum 1:1 aus.
Während die Nürnberger Austin Magera (Stockschlag) und Nikolaus Heigl (Spielverzögerung) in der 38. Minute ihre 2-Minuten-Strafen absitzen schlagen die Eisbären erneut zu: Ty Ronning netzt zum 2:1 ein. Mit der Führung für die Berliner geht es ins letzte Drittel des Spitzenspiels.
Fünf Minuten Unterzahl für Nürnberg
Die letzten zwanzig Minuten starten mit einem weiteren Rückschlag für die Ice Tigers: Nach einem Kniecheck gibt es für Karrer die 5 + Spieldauerstrafe. Die große Chance für die Hausherren, ihre Führung in Überzahl auszubauen. Doch der Nürnberger Schlussmann Treutle sichert mehrmals stark den Puck, zudem sind einige Abschlüsse der Eisbären zu harmlos, also bleibt es zunächst beim 2:1.
In der 54. Minute sind die Ice Tigers für zwei Minuten in Überzahl, können ihr Powerplay aber nicht nutzen. Stattdessen klingelt es direkt danach erneut in ihrem Tor. Es ist erneut Ty Ronning, der auf 3:1 für die Eisbären erhöht.
Nürnberg bleibt nur noch der Angriff nach vorne, also spielen die Franken die letzten Minuten ohne Schlussmann. Die Strategie geht nicht auf, die Ice Tigers treffen nicht mehr, kassieren aber noch ein Tor. Es ist wieder Ty Ronning, der mit dem 4:1 den Schlusspunkt der Partie setzt. In der Tabelle kommen die Eisbären (14 Punkte) damit auf zwei Punkte an die Tabellenführer aus Nürnberg (16 Punkte) ran.
München zwingt Augsburg in die Knie
Der EHC Red Bull München hat derweil das bayerische Derby gegen die Augsburger Panther mit 4:2 gewonnen und damit den achten Sieg in Serie gegen den Rivalen gefeiert. Im zweiten Wiesn-Heimspiel der Saison sicherten sich die Münchner zugleich erstmals in dieser Spielzeit die maximale Ausbeute von sechs Punkten an einem Wochenende.
Nach einem intensiven und ausgeglichenen ersten Drittel ohne Tore ging es zunächst mit Vorteilen für die Gäste in die Kabinen. Im zweiten Abschnitt nahm die Partie dann Fahrt auf. Nachdem Lucas Thaler im ersten Münchner Powerplay noch die Latte getroffen hatte, brachte Ryan Murphy die Gastgeber in der 27. Minute mit einem Schlagschuss in Überzahl in Führung. Augsburg reagierte und kam durch Blank in der 34. Minute zum Ausgleich. Die Münchner blieben jedoch gefährlich und schlugen wenig später selbst in Unterzahl zu: Markus Eisenschmid erzielte in der 36. Minute einen Shorthander und stellte die Führung wieder her.
Im Schlussdrittel sorgte Trevor Carrick in der 47. Minute für das 3:1 und erzielte dabei sein erstes DEL-Tor. München hatte die Partie anschließend weitgehend im Griff, musste fünf Minuten vor Schluss durch Toporowski jedoch den erneuten Anschlusstreffer hinnehmen. Die Red Bulls ließen sich davon nicht aus der Ruhe bringen und machten den Derbysieg kurz vor Ende perfekt: Tobias Rieder traf in der 58. Minute im Powerplay zum 4:2-Endstand. Zwölf Punkte aus sechs Spielen bedeuten den vierten Tabellenplatz für die Münchner.
