Emma Aicher jubelt beim Slalom in Are
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Aicher lauert hinter Shiffrin: So gewinnt sie die Kristallkugeln

Aicher lauert hinter Shiffrin: So gewinnt sie die Kristallkugeln

Erst beim Weltcup-Finale entscheidet sich, wer die große Kristallkugel gewinnt. Emma Aicher macht auf Supersta Mikaela Shiffrin mächtig Druck. Sowohl in der Gesamtwertung als auch im Abfahrtsweltcup könnte die junge Allrounderin Geschichte schreiben.

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Im schwedischen Are am Sonntag erlebte der Wintersport-Fan die aktuell beste deutsche Skirennfahrerin und sonst so abgeklärte Emma Aicher ausgelassen jubelnd. Mit Platz zwei im Slalom hat die 22-Jährige ihre vierte Podestplatzierung in dieser Disziplin und ihr insgesamt neuntes Podest der Saison eingefahren.

Aicher mit Podestplatzierungen in allen Disziplinen

Die gute Leistung in ihrer zweiten Heimat hat der Deutsch-Schwedin wichtige Punkte im Rennen um die große Kristallkugel beschert. Im Gesamtweltcup hat sie noch realistische Chancen auf den Sieg, auch wenn sie mit Technik-Queen Mikaela Shiffrin konkurriert. Und auch im Abfahrtsweltcup hat sie die Möglichkeit auf die kleine Kristallkugel.

Drei erste, drei zweite und drei dritte Plätze, dazu jede Menge Top-10-Ergebnisse, brachten der Allrounderin 1.146 Punkte in der Gesamtwertung ein. Erst am vergangenen Wochenende in Are bewies Aicher mit Rang vier im Riesenslalom, dass sie selbst in ihrer vermeintlich schwächsten Disziplin mit der Spitze mithalten kann.

Größte Konkurrentin: Technik-Queen Mikaela Shiffrin

Ihre stärkste Konkurrentin, Mikaela Shiffrin, hat vor den letzten vier Rennen der Saison in Norwegen 140 Punkte Vorsprung. Mit Siegen in allen vier Disziplinen könnte Emma Aicher maximal 400 Punkte holen: Am Samstag in der Abfahrt (21. März, 12.30 Uhr), am Sonntag im Super-G (22. März, 10.45 Uhr), am Dienstag im Slalom (24. März, 10.30 Uhr) und am Mittwoch im Riesenslalom (25. März, 9.30 Uhr).

Aichers Vorteil ist, dass sie in allen Disziplinen Chancen auf das Treppchen hat, während die US-Amerikanerin sich auf die Technik-Rennen spezialisiert hat. Doch Shiffrin könnte auch in den Speed-Disziplinen antreten, denn startberechtigt sind die Top 25 der jeweiligen Disziplin plus alle Athletinnen, die über die Saison hinweg mindestens 500 Punkte gesammelt haben.

Ob Shiffrin tatsächlich auch in der Abfahrt und im Super-G antreten wird, ist noch offen. In der aktuellen Saison hat sie in Speed-Rennen nur zwei Starts im Super-G zu verzeichnen. Sie ist sich der starken Konkurrenz aus Deutschland bewusst: "Ich muss noch kämpfen, Emma fährt gerade in jedem Rennen unglaublich. Mein Team und ich müssen bis zum Ende kämpfen", sagte Shiffrin vor dem Weltcup-Finale in Norwegen.

Große Chance auf die kleine Kristallkugel

Im Abfahrtsweltcup heißt ihre Gegenspielerin Laura Pirovano. Der Rückstand auf die Italienerin, die erst durch ihren Doppelsieg vor heimischer Kulisse in Val di Fassa das rote Trikot übernahm, ist mit 28 Punkten aber deutlich kleiner als im Gesamtweltcup. Bei einem ersten Platz müsste Pirovano Zweite werden, um Aicher auf Distanz zu halten. Sollte die DSV-Athletin Zweite werden, müsste die Italienerin ebenfalls aufs Treppchen fahren, um in Führung zu bleiben. Bei einem dritten Platz Aichers, würde bei einem achten Platz Pirovanos Punktgleichheit herrschen - und die Italienerin hätte aufgrund einer größeren Anzahl an Siegen die Nase vorn. Das Abfahrtsrennen in Kvitfjell wird also ein spannendes Saison-Finale bereithalten, bei dem nicht nur Wintersport-, sondern auch Kopfrechen-Fans auf ihre Kosten kommen.

Die Vorzeichen für Emma Aicher stehen gut, hat sie doch an ebendiesem norwegischen Ort vor einem Jahr ihren ersten Weltcupsieg gefeiert. Doch auch Teamkollegin Kira Weidle-Winkelmann hätte rechnerisch noch Chancen auf die kleine Kristallkugel, allerdings nur, wenn Pirovano und Aicher patzen und die Starnbergerin sich die 100 Punkte sichert.

Emma Aicher kann Geschichte schreiben

Sollte die zweimalige Olympia-Zweite von 2026 den großen Coup schaffen, würde sie sich zu den drei größten Namen im alpinen Skisport der Frauen gesellen: Neben Maria Höfl-Riesch (2010/11), Katja Seizinger (1995/96) und Rosi Mittermaier (1975/76) wäre die 22-Jährige die vierte deutsche Gesamtweltcupsiegerin.

Und sollte sie es nicht schaffen, ist die junge Athletin trotzdem jetzt schon zufrieden mit ihrer Leistung: "Dass ich hier stehen kann und sagen kann, dass ich im Kampf dabei bin, das ist schon riesig für mich", sagte Aicher, die sich erst seit Ende Februar 2025 in der Weltcup-Spitze etabliert hat. "Vor einem Jahr war ich ja noch nirgends im Vergleich. Ich bin schon sehr stolz, dass das so ist."

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