Mit einem Vorsprung von einer einzigen Stimme ist Alexander Ospelt vor etwa einem Monat zum neuen FIS-Präsidenten gewählt worden. Knapper hätte die Entscheidung über das Schicksal des Skisports nicht ausfallen können, umso kraftvoller kann aber die Wirkung des Liechtensteiners sein. Das Erbe seines umstrittenen Vorgängers Johan Eliasch anzutreten, stellt jedoch eine knifflige Herausforderung dar – das hob nun auch DSV-Skirennläufer Linus Straßer hervor.
Straßer wünscht sich ein stärkeres Miteinander
"Ich glaube und hoffe, dass wir viel mehr Miteinander und Kommunikation untereinander erleben", erklärte der gebürtige Münchner im Interview mit BR24Sport im Rahmen der DSV-Initiative "Dein Winter. Dein Sport" im Allgäu. "Das ist der einzige Weg, der zielführend ist."
Damit sprach Straßer einen wunden Punkt an. Der Weltverband gilt als gespalten, das Verhältnis zwischen den verschiedenen Interessensgruppen ist äußerst angespannt. Eine hauchdünne Mehrheit mag Ospelt hinter sich haben, einfach wird der Start in sein neues Amt aber nicht. Der als Menschenfänger geltende Ski-Enthusiast muss seine Gegner von sich überzeugen – die ihm zur Verfügung stehenden Mittel machen das nicht unbedingt leichter.
Gerichtsprozesse ließen FIS-Finanzen schrumpfen
"Primär geht es vor allem darum, die FIS finanziell wieder auf Vordermann zu bringen", sprach Straßer die monetären Schwierigkeiten des Weltverbandes an. Die ehemals finanzstarke FIS wurde in der fünf Jahre anhaltenden Eliasch-Ära stark in Mitleidenschaft gezogen, unter anderem nagten teure Gerichtsprozesse an der wirtschaftlichen Schlagkraft des Verbandes. In diesem Zeitraum soll das Vermögen der FIS von 130 auf 43 Millionen Franken geschrumpft sein.
Straßer: "Das wird sicher nicht einfach"
Zerstrittene Verbände, angeschlagene Finanzen – die Zeit, um einen Brandherd nach dem anderen zu löschen, hat Ospelt jedoch nicht. "Es findet ein ständiger Wandel statt – und wenn man einmal ins Hintertreffen gerät, wird es sehr schwer, Dinge wieder aufzuholen", meinte Straßer. "Das wird sicher nicht so einfach."
Von einem optimistischen Ausblick lässt sich der 33-Jährige aber trotz der schwierigen Ausgangslage für den neuen FIS-Boss nicht abbringen. "Es wird auf jeden Fall eine Aufgabe, aber ich glaube, dass alle – Funktionäre und Athleten – sehr positiv in die Zukunft schauen", so der Slalom-Spezialist.
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