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Wolfgang Maier über Olympia: Zu viel Show, zu wenig Leistung

Wolfgang Maier über Olympia: Zu viel Show, zu wenig Leistung

DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier ist bekannt für seine klaren Worte. Jetzt richtet sich seine klare Kritik an die Olympischen Winterspiele. Für ihn stehen die falschen Themen im Vordergrund.

Über dieses Thema berichtet: BR24 am .

Die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo rücken immer näher. Athleten und Wintersport-Fans aus aller Welt fiebern der Eröffnungsfeier im Mailänder Guiseppe-Meazza-Stadion am 06. Februar entgegen.

Doch für den Sportdirektor des Deutschen Skiverbandes, Wolfgang Maier, sind die kommenden Spiele nicht nur ein Grund zur Freude. Die Entwicklung der letzten Jahren laufen für ihn in eine verkehrte Richtung.

Kritik an Sportstätten

Vor allem die Ereignisse bei den Winterspielen sind für den DSV-Sportdirektor immer oberflächlicher geworden. Auch die Wahl der Sportstätten war für Maier in den letzten Jahren fragwürdig. "Der Sport steht nicht mehr im Vordergrund. Ganz andere Themen sind wichtiger geworden", kritisiert der 65-Jährige.

Die Leistung der Sportler sei zwar besser geworden, doch es ist viel mehr das Drumherum, was ihn stört. "Man muss es schon richtig betrachten, für was wir dort hingehen. Wir gehen in erster Linie für den Sport und nicht für Kommerzialisierung hin", sagte Wolfgang Maier. DSV-Bundestrainer Langlauf, Peter Schlickenrieder hält da etwas dagegen: "Olympische Spiele haben für alle Sportarten einen großen Reiz. Die Olympische Idee existiert unabhängig von Geld."

Snow-Volleyball statt NoKo?

Auch den Bruch mit Traditionen und die Einführung neuer Sportarten sieht Maier kritisch. So wird bereits seit einigen Jahren über Snow-Volleyball diskutiert, was laut Maier keiner spielt. Traditionelle Sportarten wie die Nordische Kombination, die schon seit Ewigkeiten olympisch ist, werden "in Frage gestellt".

Mit der Eröffnungsfeier in Mailand "will man den Leuten etwas vorspielen, das nicht real ist". Da die Spielstätten in diesem Jahr auf mehrere Orte aufgeteilt sind, finden zeitgleich auch in Predazzo, Livigno und Cortina d’Ampezzo Eröffnungszeremonien statt. Alle Spielstätten sind über dreieinhalb Stunden von Mailand entfernt. "So entsteht kein olympischer Gedanke", sagt er.

Vorfreude auf starke Leistungen

Doch in die Kritik der Organisation mischen sich auch positive Gedanken. "Ich liebe den Sport, wertschätze jede Bewegung, die der Körper und der Mensch kann", freut sich Maier. Er sieht eine Verdichtung im Leistungssport. Immer mehr Nationen investieren immer mehr Geld. Dadurch geht mehr Qualität an den Start.

Für das deutsche Team ist es so allerdings schwerer geworden. Aus Peking kam das Team 2022 noch mit 27 Medaillen nach Hause, zwölf davon waren Gold. "Dadurch ist eine gewisse Erwartung da. Bei uns gibt es Vorgaben, wir müssen Medaillen holen", sagt Maier. Dieses Ziel darf auch in Mailand, Cortina d’Ampezzo, Antholz, Livigno, Predazzo, Bormio und Tesero nicht verloren gehen.

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