Timi Zajc
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Timi Zajc wurde in Oberstdorf disqualifiziert.
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Timi Zajc wurde in Oberstdorf disqualifiziert.

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Zustimmung für harte Kontrolle in Oberstdorf: "Finde es gut"

Zustimmung für harte Kontrolle in Oberstdorf: "Finde es gut"

Dem Slowenen Timi Zajc wird beim Vierschanzentournee-Auftakt in Oberstdorf der zweite Platz wegen eines drei Millimeter zu großen Anzugs aberkannt. Die Disqualifizierung stößt aber auf breite Zustimmung.

Über dieses Thema berichtet: BR24 TV am .

Einig ist man sich im Leistungssport selten. Trotzdem stieß die Disqualifikation des Slowenen Timi Zajc beim Auftakt der Vierschanzentournee auf breite Zustimmung unter den Skispringern. Der deutsche Bundestrainer Stefan Horngacher lobte: "Man sieht, es wird keiner verschont. Wenn etwas nicht passt, dann passt es nicht." Philipp Raimund, in Oberstdorf Fünfter, meinte: "Ich finde es gut, dass hart durchgezogen wird."

Horngacher: "Dann gibt es eben die Konsequenzen"

Mathias Hafele, Chefkontrolleur des Weltverbands, hatte den zunächst zweitplatzierten Zajc nach dem Wettkampf disqualifiziert, weil sein Anzug am Bein drei Millimeter zu groß war. Dadurch landete unter anderem Felix Hoffmann auf dem dritten statt vierten Platz. Horngacher begrüßte die harte und für seinen Athleten günstige Entscheidung. "Dann gibt es eben die Konsequenzen. Deswegen ist es wichtig, dass wir unsere Sachen immer gut beieinander haben."

Auch die Slowenen akzeptierten die Entscheidung zähneknirschend. "Es wurde mehrmals nachgemessen, jetzt haben wir keine Chance mehr. Das müssen wir leider akzeptieren, wir können daran nichts ändern. Es tut mir leid für Timi. Er hatte endlich seine Form gefunden", befand Cheftrainer Robert Hrgota. Zajc‘ Teamkollege und Tagessieger Domen Prevc sah das ähnlich: "Wir agieren alle am Limit, da kann schnell etwas schiefgehen. Ich hoffe, dass Timi sich davon nicht entmutigen lässt."

Hafele: Ich warne die Teams

Der Vorfall ist umso bitterer, da der Anzug bei einer ersten Prüfung noch gepasst hatte, wie Kontrolleur Hafele selbst angab. "Aber was die danach mit den Anzügen machen. Ob sie die ziehen oder irgendwas, können wir nicht kontrollieren. Das ist absolut unmöglich", sagte der Österreicher.

Besonders ironisch: Gegenüber der ARD hatte der 42-Jährige vorab noch gesagt, er hoffe darauf, in der laufenden Saison "so wenig Disqualifikationen wie möglich aussprechen" zu müssen.

Allerdings warnt er die Mannschaften aktiv davor, die Grenzen des Erlaubten zu sehr auszureizen. "Ich sage den Teams immer, dass sie Risikomanagement betreiben müssen. Wenn du den ganzen Anzug voll aufs Limit machst, ist die Wahrscheinlichkeit relativ groß, dass der Anzug nicht passt", erklärte Hafele.

Zajc nimmt Disqualifikation mit Humor

Die harten Kontrollen sind ebenso wie die verschärften Anzugregeln eine Reaktion auf den Manipulationsskandal bei der WM im März. Damals lag der Fall allerdings anders, Mitglieder des norwegischen Teams hatten in der Nacht verbotenes Material in mehrere Anzüge eingenäht. "Normale" Disqualifikationen wie am Montag bei Zajc gibt es dagegen häufiger - bei den Männern war es bereits die 19. in diesem Winter. Allerdings traf es zum ersten Mal einen Topspringer.

Zajc selbst nahm seinen Ausschluss übrigens mit Humor und richtete den Blick auf die nächste Station der Vierschanzentournee in Garmisch-Partenkirchen. "Lasst uns den Anzug ein bisschen stretchen, vielleicht ist dann in Ga-Pa alles okay“, schrieb der 25-Jährige auf seinem Instagram-Kanal.

Im Video: Hoffmann profitiert von Zajc-Disqualifikation und wird Dritter

Die Skispringer Felix Hoffmann
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