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ADAC reagiert – Mitglieder sauer wegen Aussagen zu Spritpreisen

ADAC reagiert – Mitglieder sauer wegen Aussagen zu Spritpreisen

In einem Interview hatte sich ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand für höhere Spritpreise durch CO2-Bepreisung ausgesprochen. Daraufhin sollen bis zu 5.000 ADAC-Mitglieder aus dem Automobilclub ausgetreten sein. Inzwischen reagierte der ADAC.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Zum Jahreswechsel stieg der CO2-Preis auf 55 bis 65 Euro je ausgestoßene Tonne. Das trieb an den Tankstellen die Preise für Benzin und Diesel um drei bis vier Cent je Liter nach oben. Ausgerechnet ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand verteidigte in einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" diese klimapolitisch gewollte Verteuerung. Unter den über 22 Millionen ADAC-Mitgliedern, die fast alle Verbrennerfahrzeuge fahren, rumort es seitdem.

ADAC will Mitglieder beruhigen

In einer Stellungnahme, die dem Bayerischen Rundfunk vorliegt, spricht der Automobilclub von einem Missverständnis. Hillebrands Aussagen seien verkürzt wiedergegeben worden. Richtig sei: Der Club spreche sich für den Klimaschutz aus, plädiere gleichzeitig für Entlastungen an anderer Stelle. So habe die Politik auf Drängen des ADAC die Entfernungspauschale erhöht und die Netzentgelte für den Haushaltsstrom reduziert.

Der Automobilclub räumt ein, dass es wegen des Interviews viele Nachfragen seitens der Mitglieder gebe. Er spricht von einer mittleren vierstelligen Zahl an Austritten. Nach eigenen Angaben bemühe man sich, die Anfragen individuell zu beantworten und die ausgetretenen Mitglieder von einer Rückkehr zu überzeugen.

Die meisten ADAC-Mitglieder fahren mit Benzin und Diesel

Der zweitgrößte Automobilclub der Welt hat 22,7 Millionen Mitglieder. Im vergangenen Jahr kamen rund 490.000 neue hinzu. Die meisten fahren Diesel oder Benzin. In Deutschland sind rund 49 Millionen Pkw zugelassen. Nach Angaben der Deutschen Energieagentur sind nur 4,1 Prozent E-Autos und 2,2 Prozent Plug-In-Hybride.

2025: Unerwartet günstiges Jahr für Autofahrer

Seit 2024 steigt der CO2-Preis jährlich an. Von damals 30 Euro Tonne auf aktuell 55 bis 65 Euro pro Tonne. Diese Steigerungen müssen nicht unbedingt zu höheren Preisen an den Tankstellen führen. Nach Berechnungen des Informationsdienstes Clever Tanken war 2025 ein günstiges Jahr für Autofahrer. Der Liter Super E10 kostete im Schnitt 1,6804 Euro, der Liter Diesel 1,6055 Euro – und damit fünf bzw. vier Cent weniger als 2024.

Der Grund ist der deutliche Rückgang der Ölpreise an den internationalen Rohstoffmärkten. Allein in der zweiten Jahreshälfte 2025 fiel der Preis fünf Monate in Folge – und zwar so stark, dass der gleichzeitige Anstieg des CO2-Preises mehr als kompensiert wurde.

Teurer wird das Autofahren derzeit vor allem wegen der kräftig steigenden Versicherungsprämien. Sie verteuerten sich von 2020 bis 2024 im Schnitt um 44 Prozent.

Zum Hören: 5000 ADAC-Mitglieder aus Automobilclub ausgetreten

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