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ADAC: Autofahren wird immer teurer

ADAC: Autofahren wird immer teurer

Viele Autofahrer wünschen sich vor allem "bezahlbare" Elektroautos. Dabei wird häufig übersehen, dass Autofahren insgesamt immer teurer wird. Ein Ende der Preissteigerungen ist nicht in Sicht.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Dass alles teurer wird, ist eigentlich eine Binsenweisheit. Allerdings liegen die Steigerungen im Kfz-Bereich zum Teil deutlich über den Inflationsraten. Das zeigt eine Untersuchung des ADAC-Südbayern.

Preise für Sprit und Strom steigen

Viele dürften sich ärgern, wenn sie auf die Preise an den Tankstellen blicken. Kostete ein Liter Super im Oktober 2020 bundesweit durchschnittlich 1,25 Euro, waren es in diesem Jahr schon über 40 Cent mehr und zwar 1,67 Euro. Das ist ein Plus von 33 Prozent, wie der ADAC Südbayern vorrechnet. Bei Diesel war der Anstieg demnach noch ein wenig stärker. Hier ging es von 1,11 auf 1,59 Euro, ein Plus von über 43 Prozent.

Und mit weiteren Steigerungen ist zu rechnen. Denn ab dem nächsten Jahr werden die CO2 Preise anziehen. Von bisher 55 Euro für eine Tonne Kohlendioxid soll sich der Preis durch die Versteigerung von Emissions-Zertifikaten 2026 in einem Korridor zwischen 55 bis 65 Euro je Tonne bewegen. Zwar sind auch die Strompreise für Elektroautos in den vergangenen fünf Jahren gestiegen, allerdings nicht so stark. Wer zuhause mit Hilfe einer Wallbox lädt, zahlte für eine Kilowattstunde Haushaltsstrom 2020 im Schnitt 30,4 Cent. Aktuell sind es 38,2 Cent. Das entspricht einem Plus von 26 Prozent. Die Spritpreise beziehungsweise Stromtarife machen allerdings nur einen Teil der Rechnung aus.

Kräftiger Sprung bei den Autoversicherungen

Deutlich nach oben ging es auch bei den Kfz-Versicherungen. Laut dem Statistischen Bundesamt stiegen die Prämien allein zwischen 2020 und 2024 um knapp 44 Prozent. Und auch in diesem Jahr gab es zum Teil kräftige Steigerungen. Daten des statistischen Bundesamtes zeigen, dass sich im September die Policen gegenüber dem Vorjahresmonat um knapp elf Prozent erhöht haben. Und auch die jüngste Preisrunde lässt vermuten, dass es weiter nach oben geht. Als Gründe nennen die Versicherer gestiegene Werkstattkosten und teurere Ersatzteile. Das Ende der Fahnenstange scheint auch hier noch nicht erreicht.

Unterschied bei den Listenpreisen

Den größten Kostenblock macht natürlich nach wie vor der Anschaffungspreis aus. Und auch hier gab es je nach Modell Steigerungen, die deutlich über den Inflationsraten der vergangenen fünf Jahre lagen. Während zwischen 2020 und 2025 der Verbraucherpreisindex in Deutschland um 23 Prozent anzog, erhöhten sich die Listenpreise für Neuwagen um bis zu 33 Prozent, wie der ADAC Südbayern in seiner Untersuchung festgestellt hat. Und auch wenn kaum jemand den Listenpreis bezahlt, so gilt er doch als guter Vergleichsmaßstab.

Kräftige Erhöhungen gab es hier vor allem bei den Verbrennern. Und so kommt es, dass der Preisabstand zu vergleichbaren Elektroautos immer weiter abnimmt. Nach einer aktuellen Studie des Bochumer Center Automotive Research sind Stromer nur noch etwas über 1.300 Euro teurer als gleichwertige Verbrenner. Zu Jahresbeginn lag der Abstand noch bei 7.300 Euro. Allerdings müssen Käufer von Elektroautos nach wie vor höhere Wertverluste in Kauf nehmen.

ADAC fordert "bezahlbare Mobilität"

Beim ADAC Südbayern e.V. spricht man von einer großen finanziellen Belastung für immer mehr Menschen. Setze sich dieser Trend weiter fort, werde bald ein großer Teil der Bevölkerung von der individuellen Mobilität ausgeschlossen, befürchtet der verkehrs- und umweltpolitischer Sprecher des Vereins Alexander Kreipl. Gerade in einem Flächenland wie Bayern könne das dramatische Folgen für Gesellschaft, Wirtschaft und alle Bürger haben. Ein kleiner Trost für Pendlerinnen und Pendler dürfte sein, dass sich die Berechnung der Pendlerpauschale zum Jahreswechsel ändert. Ab Januar 2026 können sie schon ab dem ersten Kilometer 38 Cent je Kilometer steuerlich geltend machen. Bisher durfte man bis zum zwanzigsten Kilometer nur 30 Cent je Kilometer abrechnen.

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