Bar-Zahlen oder nicht? Mit der Wahlfreiheit ist an vielen Kassen inzwischen Schluss.
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Bar oder Karte: Wie zahlt Bayern?

Bar oder Karte: Wie zahlt Bayern?

Bargeld ist unhygienisch und unpraktisch, sagen die einen. Doch man bleibt anonym und unabhängig, argumentieren die anderen. Welche Vor- und Nachteile bieten Münzen und Scheine gegenüber Kartenzahlung? Und was bedeutet das für die Kunden?

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Ob Restaurant, Coffeeshop oder Friseur – der eine Laden will nur Bares, der andere erlaubt nur Kartenzahlung. Doch warum? Ist Bargeld für Handel und Gastronomie wirklich günstiger als Kartenzahlung?

BR24 klärt diese Fragen mit Finanzexperte Prof. Joachim Wuermeling (externer Link). Er beschreibt, wie die Zukunft des Bezahlens aussehen wird. Außerdem erklärt er,was der digitale Euro verändern könnte. Über die Recherche sprechen wir mit unserem BR-Reporter Johannes Thürmer. Das Video zum Nachschauen finden Sie hier:

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Handelsverband: Kartenzahlung nimmt zu

Das Wirtshaus "Zum Albrecht Dürer Haus" in Nürnberg ist ein ganz normales fränkisches Restaurant, mit Bratwürsten und Schnitzel. Und doch ist hier etwas anders: Man kann dort nicht mit Bargeld zahlen, sondern nur mit Karte. "Bargeld kostet ja mittlerweile auch Geld", sagt Wirt Timo Teckenberg und ergänzt: "Münzbeschaffung, die Münzrolle, das Wegbringen des Geldes, oder nur die Zeit, die unsere Leute am Abend hier verbringen mit der Abrechnung." Insgesamt spare das Wirtshaus fast 1.500 Euro im Monat, die Kartengebühren eingerechnet.

Es habe sich einiges verändert beim Zahlungsverhalten, bestätigt Bernd Ohlmann vom Handelsverband Bayern: "Kartenzahlung nimmt immer mehr zu." Die Corona-Pandemie habe wie ein Brandbeschleuniger gewirkt. "Viele Kunden haben aus hygienischen Gründen nicht mit Bargeld bezahlt und das hat sich bei vielen dann auch in den Jahren danach fortgesetzt. Bargeld hat ungefähr 51 Prozent, Kartenzahlung 49 Prozent, aber die Kartenzahlung holt in gewaltigen Schritten auf."

So teuer ist Bargeld

Für Händler und Gastronomen fallen bei Kartenzahlung Gebühren an. Doch auch Bargeld kostet. In Regensburg haben Korbinian Werthner und Marius Deinlein jüngst die Mittelalter-Kneipe "Zur geflickten Trommel" übernommen. Der Vorbesitzer wollte keine Kartenzahlung, die beiden Jungwirte haben das bargeldlose Zahlen eingeführt. Denn Bargeld sei teuer.

"Geld einzahlen kostet Geld, Geld abheben kostet Geld. Münzen kosten Geld, und zwar gar nicht wenig", erläutert Werthner. So kosten Münzrollen pro Rolle etwa 50 Cent, "egal welchen Wert sie haben". Das alles mache Kartenzahlung billiger, so Werthner.

Nachteile von Kartenzahlung: Gebühren und Technik

Für Maria Desena, Wirtin eines kleinen italienischen Lokals in München, dagegen gilt: Nur Bares ist Wahres. Kartengebühren will sie nicht zahlen. "Ich stehe da 13 Stunden am Tag und dann muss ich denen Prozente zahlen. Für was?"

Und im Handel? In Baumärkten beispielsweise werden größere Beträge meist elektronisch bezahlt. Trotzdem spielt Bargeld weiter eine wichtige Rolle, etwa bei technischen Problemen. "Da ist Bargeld dann die einzige Chance, dass wir die Kunden abkassieren können", sagt Manfred Kutter vom Hagebaumarkt Fürstenfeldbruck.

Initiative fordert: Auch Bargeld beibehalten

Das Bargeld soll auch bleiben, meint die Initiative "Weilheim zahlt bar". Deren Mitglieder haben sich zusammengetan, um für den Erhalt des Bargelds zu kämpfen. "Ich finde es total wichtig, dass Kinder mit Geld umgehen lernen. Und das ist eben, wenn sie es in der Hand haben", sagt Grundschullehrerin Tanja von Ehrenstein von der Initiative Sie verweist auf einen weiteren Aspekt: Mit Bargeld können die eigenen Daten anonym bleiben.

Während in der EU der digitale Euro vorbereitet wird (externer Link), sei es wichtig, "dass das Bargeld den gleichen Schutz erhalten soll wie der digitale Euro", gibt Gaby Kerscher von der Initiative "Weilheim zahlt bar" zu bedenken.

Schattenseiten: Steuerhinterziehung in Milliardenhöhe

Bargeld lade oft zur Steuerhinterziehung ein, berichtet Florian Köbler, Bundesvorsitzender der Deutschen Steuergewerkschaft. In Deutschland werden Schätzungen zufolge jährlich 15 bis 20 Milliarden Euro an Steuern hinterzogen in bargeldintensiven Branchen wie Gastronomie und Handel, so Köbler. Eisdiele, Marktstände, Cafés – Barzahlung biete "die klassische Möglichkeit, Schwarzgeld zu machen". Doch auch bei Kartenzahlungen könne betrogen werden. "Der Klassiker ist sehr häufig, dass das EC-Gerät und die Kasse nicht miteinander verbunden sind", erklärt Köbler.

Das Thema Karte oder Bargeld wird emotional diskutiert. Gute Argumente gibt es auf beiden Seiten. Das Beste aus Kundensicht ist, wenn nicht nur eine Bezahlmöglichkeit angeboten wird, sondern beide: Karte und bar.

Ein Mann öffnet einen Geldbeutel.
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Bargeld oder doch Karte: Beim Zahlungsverhalten hat sich seit der Corona-Pandemie einiges geändert.

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