(Symbolbild) Eine Ein-Euro-Münze liegt auf einem Smartphone, das ein Bildausschnitt der Europaflagge zeigt
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(Symbolbild) Digitaler Euro: Was kommt auf uns zu?
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Digitaler Euro: Weniger Kosten an der Kasse?

Digitaler Euro: Weniger Kosten an der Kasse?

Wer mit Karte zahlt, denkt meist nicht weiter darüber nach: Jede Zahlung kostet den Handel Geld und manche Karten sind teurer als andere. Warum Europa auf den digitalen Euro setzt und wie er das Bezahlen günstiger machen soll.

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Rund 20 Milliarden Mal klingelt beim Einzelhandel jährlich die Kasse. So oft zahlen Menschen deutschlandweit ihren Einkauf. Bezahlt wird meist mit Karte oder Smartphone: Der Kunde hält sie an das Bezahlterminal. Damit beginnt im Hintergrund ein komplexer, nur Sekunden dauernder Prozess.

Über Zahlungsdienstleister wird geprüft, ob der Kunde genügend Geld hat, um seine Rechnung zu begleichen, also ob die Zahlung autorisiert werden kann. Zahlungsabwickler prüfen und sorgen dafür, dass vom Kundenkonto der geschuldete Betrag zum Händler fließt. Sobald auf dem Terminal das "OK" erscheint, ist die Zahlung akzeptiert – und der Kunde kann seine Ware mitnehmen. Die Abwicklung dieser Zahlungen kostet den Handel Geld. Wie viel, das steht nicht auf dem Kassenbon, es bleibt dem Kunden verborgen. Eine Studie der Deutschen Bundesbank (externer Link) schafft Klarheit.

Was Bezahlen mit der Karte kostet

Am günstigsten ist nach Angaben der Deutschen Bundesbank die Girocard: Händler zahlen dafür im Durchschnitt 18 Cent je Transaktion beziehungsweise 0,2 Prozent des Umsatzes. Bei Debitkarten internationaler Anbieter sind es bereits 28 Cent beziehungsweise 0,8 Prozent. Am teuersten sind Kreditkarten: Hier liegen die Kosten bei durchschnittlich 48 Cent je Zahlung beziehungsweise 1,1 Prozent des Umsatzes.

Für den Handel macht das einen erheblichen Unterschied. Wenn Kunden statt mit der Girocard mit internationalen Debit- oder Kreditkarten bezahlten, entstanden im vergangenen Jahr Mehrkosten von rund einer Milliarde Euro. Diese Kosten fließen in die Preiskalkulation des Handels ein – und werden damit von allen Kunden mitgetragen. Denn an der Ladenkasse kostet die Ware gleich viel, unabhängig davon, ob mit Girocard, Debitkarte oder Kreditkarte bezahlt wird.

Digitaler Euro soll Bezahlen günstiger machen

Ist der digitale Euro also die Lösung? Bernd Ohlmann vom Handelsverband Bayern bringt es auf den Punkt: "Um die Verdächtigen zu nennen, Paypal, Visa, Mastercard, das sind hohe Gebühren, die muss der Einzelhandel bezahlen, und wenn wir dann eine kostengünstige Alternative bekommen, dann ist es natürlich für uns etwas, was uns sehr zugute kommt und letztendlich auch dem Verbraucher."

Ein weiteres Argument: Die Zahlungsabwicklung bei Master Debit und Visa Debit oder bei Kreditkarten findet zu einem großen Teil außerhalb Europas statt. Der digitale Euro könnte eine standardisierte innereuropäische, digitale souveräne Infrastruktur für den Zahlungsverkehr schaffen, erklärt Jens Reich von der Deutschen Bundesbank. Die Geschäftsbanken hätten dann Zugriff auf Bundesbanksysteme, auf eine Infrastruktur, die im Hintergrund laufe und ermögliche, dass "Zahlungen im gesamten Euro-Raum zukünftig einheitlich ganz möglich sind, egal ob Sie an der Ladenkasse zahlen wollen oder im Internet."

Was soll der Einsatz des digitalen Euro kosten?

Die Nutzung selbst, so die Deutsche Bundesbank, soll für den Kunden kostenfrei sein. Die Infrastruktur für den digitalen Euro wird vom Eurosystem bezahlt. Aber der Händler wird nach wie vor den Dienstleister bezahlen müssen, der die Transaktion abwickeln wird.

Der europäische Handelsverband EuroCommerce und der Handelsverband Deutschland (HDE) schlagen eine feste Gebühr von 0,1 Prozent für Transaktionen bis zu 40 Euro und danach 4 Cent pro Transaktion ab 40 Euro vor. Ihr Argument: Die technischen Kosten pro Abwicklung sind unabhängig vom Zahlungsbetrag. Die Deutsche Kreditwirtschaft hält diese Begrenzung für zu niedrig. Banken und Sparkassen müssten ihre eigenen IT-Systeme an die neue Infrastruktur anbinden und erheblich investieren – diese Kosten müssten angemessen vergütet werden.

Über die künftigen Gebühren wird derzeit in Brüssel zwischen EU-Parlament, Mitgliedstaaten und EU-Kommission verhandelt; eine Einigung über den gesetzlichen Rahmen soll bis Ende des Jahres kommen.

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