Zum Tag der Arbeit am 1. Mai hat die Vorsitzende der IG Metall, Christiane Benner, im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk den Stellenabbau kritisiert und einigen Unternehmen Profitgier vorgeworfen.
Diese würden Arbeitsplätze "brutal" ins Ausland verlagern, etwa nach Osteuropa, um Lohnkosten zu senken und höhere Gewinne zu machen. Im Gegensatz dazu steht laut Benner kleineren Unternehmen im Zulieferbereich das Wasser wegen der US-Zölle und Markteinbrüchen in China "wirklich bis zum Hals". Diese Firmen brauchten wirklich Unterstützung, etwa durch Banken und bessere Kredite, aber es gebe eben auch die, die sich einen schlanken Fuß machten, so Benner. In diesem Jahr seien schließlich die höchsten Dividenden überhaupt ausgezahlt worden.
Gesundheitsreform "nicht sozial gerecht"
Kritik übte Benner, die selbst SPD-Mitglied ist, auch an den Sparmaßnahmen der Bundesregierung im Gesundheitswesen. Mit Blick auf die höheren Zusatzzahlungen für Medikamente sprach sie von einer nicht sozial gerechten Reform. Auch als SPD-Parteimitglied werde sie Dinge, die den Interessen ihrer Beschäftigten zuwiderliefen, immer kritisieren, so Benner. Den 1. Mai werde man nutzen, um diese Botschaft zu platzieren und Protest zum Ausdruck zu bringen.
Unternehmen sollen KI als Chance sehen
Zur Zukunft der Arbeit mit Künstlicher Intelligenz zeigte sich Benner positiv. Man halte die Unternehmen an, die Möglichkeiten der Digitalisierung und KI zu nutzen, um produktiver zu werden. Die Beschäftigten müssten aber auch die Chance bekommen, sich weiterzubilden, um bei den Veränderungen mitzukommen. Benner sieht gute Chancen, den Standort Deutschland zu stärken, wenn die Produktion mit KI kombiniert wird.
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