(Symbolbild) Eine Ölförderpumpe am Stadtrand von Manama, Bahrain.
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(Symbolbild) Iran-Krieg: So entwickeln sich Öl-, Sprit- und Gaspreise
Bildrechte: picture alliance / ipa-agency | Roberto Cappello
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(Symbolbild) Iran-Krieg: So entwickeln sich Öl-, Sprit- und Gaspreise

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Iran-Krieg: So entwickeln sich Öl-, Sprit- und Gaspreise

Iran-Krieg: So entwickeln sich Öl-, Sprit- und Gaspreise

Der Krieg im Iran hat auch Folgen für die weltweite Versorgung mit Erdöl und Erdgas. Der Persische Golf steht für einen wichtigen Teil der Förderung. Selbst Länder wie Deutschland, die von dort wenig Öl und Gas beziehen, müssen mehr dafür bezahlen.

Über dieses Thema berichtet: BR24 TV am .

Raketen und Drohnen aus dem Iran bedrohen am Persischen Golf zahlreiche Nachbarländer des Regimes. Vor allem Staaten, die eng mit den USA zusammenarbeiten und US-Stützpunkte haben, hat der Iran ins Visier genommen. Dazu zählen wichtige Öl- und Erdgasförderländer wie Saudi-Arabien, Katar, Dubai, Bahrain und der Irak. Behindert werden dadurch die Förderung, die Verarbeitung, beispielsweise in Raffinerien, und der Transport von Öl, Gas und Diesel.

Hier spielt die Straße von Hormus eine zentrale Rolle. Durch die Meeresenge wird rund 20 Prozent des weltweiten Erdölbedarfs transportiert. Derzeit ist sie für die rund 17 Millionen Barrel Rohöl, die hier sonst täglich verschifft werden, unpassierbar. Das entspricht in etwa der Transportmenge von fünf bis sechs Supertankern.

So wirkt sich der Irankrieg auf die Rohölpreise in Deutschland aus

Deutschland ist von den Lieferschwierigkeiten aus der Region nur indirekt betroffen. Das Rohöl, das hier verarbeitet wird, kommt im Wesentlichen aus anderen Ländern – vor allem aus den USA, Norwegen und Kasachstan, aber auch aus Libyen oder beispielsweise Großbritannien.

Ein direktes Problem bei der Versorgung gibt es also nicht – allerdings bei den Preisen. Denn der Engpass auf dem Weltmarkt führt dazu, dass Rohöl insgesamt knapper wird. An den Rohölbörsen ist das Öl deshalb teurer geworden. Das schlägt auch auf die Verträge durch, die Deutschland mit seinen Lieferanten hat.

Teures Rohöl verteuert Benzin und Diesel

Wenn der Grundstoff Rohöl teurer wird, werden in der Regel auch die Produkte daraus teurer, zum Beispiel Benzin und Diesel. Auch wenn das nicht immer der Fall sein muss. Rohöl und Benzin haben eigene Preisbildungsmechanismen und können sich auch mal vorübergehend entkoppeln. Derzeit laufen sie in der Tendenz aber parallel – also steil bergauf.

Beim Diesel ist die Kurve dabei besonders steil, denn Diesel kommt in Teilen auch aus Raffinerien am Persischen Golf. Denn in deutschen Raffinerien wird weniger Diesel produziert, als in Deutschland benötigt wird. Eine der großen Raffinerien in Saudi-Arabien, die auch Diesel oder ein Vorprodukt davon herstellt, musste nach einem Luftangriff den Betrieb einstellen. Diesel entspricht chemisch übrigens auch Heizöl, das damit ähnlich betroffen ist.

Erdgas am Spotmarkt teurer – Auswirkungen auf Endverbraucher noch offen

Ähnlich wie beim Erdöl ist in Deutschland die Versorgungslage auch beim Erdgas gesichert. Es kommt im Wesentlichen, per Pipeline, aus Norwegen und mit LNG-Tankern aus den USA. Die Preise an den Rohstoffbörsen für Erdgas sind trotzdem teils dramatisch gestiegen. Allerdings schlägt das, anders als bei Benzin und Diesel, nicht direkt bei den Endverbrauchern durch. Die haben in der Regel für einen bestimmten Zeitraum, oft ein Jahr, fest zugesagte Preise. Und auch für Kunden in der Grundversorgung ändert sich höchstens alle paar Monate, aber auch in der Regel einmal im Jahr, der Bezugspreis.

Die Versorger erwerben Erdgas in der Regel in einem ständig laufenden Einkaufsprozess oder sichern sich ein bestimmtes Kontingent, das sie Kunden dann zu einem Festpreis verkaufen. Beim Endkunden kommt dadurch meist ein Jahresdurchschnittspreis an. Je länger der Irankrieg andauert und die Versorgungslage beim Erdgas erschwert ist, desto größer wird dabei der Einfluss auf den Durchschnittspreis für Endkunden.

BR24 auf Youtube: Preis- Schock bei Öl, Gas und Benzin

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