Im Vergleich zum Dezember vor einem Jahr sind 17.606 mehr Menschen ohne Arbeit, die Quote ist um 0,2 Prozentpunkte gestiegen. Das teilt die Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit in ihrem aktuellen Monatsbericht mit. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit in Bayern setzt sich also fort, allerdings nicht mehr so stark wie noch vor einigen Monaten. Gründe sind vor allem die weiterhin schwache Konjunktur und der Transformationsprozess in der Industrie.
Kurzarbeit hoch, Arbeitskräftenachfrage gering
Auch die Zahl der Kurzarbeitenden ist nach wie vor hoch. Knapp 44.000 Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen waren im vergangenen September – das sind die neuesten verfügbaren Zahlen – in Kurzarbeit. Das sind sechs Prozent mehr als im September vor einem Jahr.
Die Nachfrage der Unternehmen nach neuen Arbeitskräften ist dagegen verhalten. Im vergangenen Jahr wurden den bayerischen Arbeitsagenturen und Jobcentern 248.014 neue offene Arbeitsstellen gemeldet, das sind 6,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Hälfte des gesamten Stellenrückgangs entfällt laut Bundesagentur für Arbeit auf die Zeitarbeitsbranche, ein weiteres Drittel auf den Handel. Lediglich in der Öffentlichen Verwaltung sind 2025 wieder mehr offene Stellen gemeldet worden als 2024.
Schwierige Lage bleibt voraussichtlich auch 2026
Die Unternehmen seien zurückhaltend angesichts von Rezession und Transformation, sagt der Chef der bayerischen Arbeitsagenturen Markus Schmitz. "Aktuell sehen wir keine Indikatoren, die eine Trendwende zeigen, auch wenn wir noch so tief suchen. Das wird auch ein schwieriges Jahr 2026 werden“, so Schmitz. Er fordert die Bundesregierung auf, nicht nur Willenserklärungen abzugeben, sondern konkrete Konjunkturprogramme beispielsweise für Infrastruktur oder Rüstung aufzulegen, die auch die Situation auf dem Arbeitsmarkt verbessern können.
Vollbeschäftigung in 18 Landkreisen
Regional ist die Arbeitsmarktsituation in Bayern sehr unterschiedlich. In 18 Landkreisen liegt die Arbeitslosenquote im Dezember unter drei Prozent. Nach Definition der Arbeitsagenturen bedeutet das Vollbeschäftigung. Die bayernweit geringste Quote weist der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen auf mit 2,2 Prozent, gefolgt von den Landkreisen Roth und Unterallgäu mit jeweils 2,3 Prozent und dem Landkreis Donau-Ries mit 2,5 Prozent. Unter den bayerischen Regierungsbezirken belegt Schwaben mit einer Quote von 3,6 Prozent den ersten Platz, die Oberpfalz folgt mit 3,8 Prozent.
Hohe Quoten in industriell geprägten Städte in Franken
Problematisch ist die Arbeitsmarktsituation vor allem in einigen fränkischen Städten wie Hof, Nürnberg, Schweinfurt oder Aschaffenburg. Dort gibt es viele Arbeitsplätze im verarbeitenden Gewerbe, vor allem in der kriselnden Automobilzulieferbranche. Neue Arbeitskräfte werden kaum nachgefragt. Zusätzlich haben viele Arbeitssuchende im städtischen Bereich keine oder nur eine geringe Berufsqualifikation. In Schweinfurt liegt die Arbeitslosenquote bei 7,0 Prozent, in Nürnberg bei 7,1 Prozent. Aschaffenburg weist eine Quote von 7,4 Prozent auf. Das Schlusslicht in Bayern ist die Stadt Hof mit einer Arbeitslosenquote von 7,7 Prozent. Die Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit will sich in diesen Städten besonders auf Qualifizierungsmaßnahmen konzentrieren.
Arbeitslosigkeit in der Landeshauptstadt steigt
Die höchste Arbeitslosenquote in Oberbayern verzeichnet im Dezember die Stadt München mit 5,3 Prozent, im Vergleich zum Vorjahr ein deutlicher Anstieg um 0,4 Prozentpunkte. Laut Markus Schmitz ist dies aber für eine Großstadt in der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Situation in Deutschland ein hervorragendes Ergebnis. "Wir vergleichen München mit Städten wie Berlin oder Köln, und da ist München ganz klar auf Platz eins", betont Schmitz.
Im Video: Arbeitslosigkeit in Bayern steigt weiter an
Dem Arbeitsmarkt fehlt der Rückenwind aus der Wirtschaft - Das wird auch an den Arbeitsmarktzahlen deutlich.
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