Das Summer Breeze Festival war in diesem Sommer der Ort für das erste Jahrestreffen des Metal Business Clubs
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Das Summer Breeze Festival war in diesem Sommer der Ort für das erste Jahrestreffen des deutschen Metal Business Clubs
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Das Summer Breeze Festival war in diesem Sommer der Ort für das erste Jahrestreffen des deutschen Metal Business Clubs

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Moshpit statt Golfplatz: Der Metal Business Club

Moshpit statt Golfplatz: Der Metal Business Club

Schwarze T-Shirts statt Anzug und Kostüm. Seit diesem Jahr gibt es in Deutschland den Metal Business Club. Er soll Menschen vernetzen, die nicht nur über das Geschäft sprechen wollen, sondern auch harte Musik lieben. Der Club wächst rasant.

Über dieses Thema berichtet: Bayern 2 Die Welt am Morgen am .

"Do you enjoy Heavy Metal?", röhrt der Sänger der britischen Band Skindred an einem brütend heißen Sommerabend von der Hauptbühne des Summer Breeze Festivals. Eine Frage, auf die Zehntausende begeistert mit einem gebrüllten "Ja" antworten. Darunter ist Barbara Frett. Die Eigentümerin einer Personalberatung ist für eine Woche aus Aachen ins mittelfränkische Dinkelsbühl gereist und hat sich in einem gediegenen Altstadthotel eingemietet. Aber nicht, um ein paar Tage auszuspannen.

Besuch des Metal-Festivals zum Netzwerken

Für Barbara Frett ist der Besuch des riesigen Metal-Festivals neben der Freude an der Musik vor allem ein Geschäftstermin, mit dem sie ihr berufliches Netzwerk erweitern will. Barbara Frett gehört zu den Gründern des deutschen Metal Business Clubs. Einer Organisation, in der sich Menschen vernetzen sollen, die zwar erfolgreich im Berufs- und Geschäftsleben stehen, aber eben auch noch eine Leidenschaft für harten Rock und Metal-Konzerte haben. Man könnte sagen: Moshpit – also das Getümmel vor der Bühne einer Metal-Show – statt Golfplatz. In diesem Fall ist es ein Netzwerktreffen beim Summer Breeze, für das die Club-Mitglieder VIP-Tickets haben und als Highlight eine echte Szene-Legende treffen: Geezer Butler, den Bassisten der Metal-Urväter Black Sabbath.

Sektionen auch in Bayern

Der Metal Business Club ist eine Idee aus den Niederlanden. Erst seit diesem Jahr gibt es die Organisation in Deutschland – der Zulauf ist allerdings riesig, sagt Finn Breuer, ein Unternehmensberater und Buchautor, der von Anfang an dabei ist und inzwischen der Frankfurter Club-Sektion vorsteht. Mittlerweile gibt es hierzulande 19 regionale Niederlassungen, mit Nürnberg und München haben auch zwei davon ihren Sitz in Bayern. Weitere sollen folgen, zum Beispiel in Augsburg. Die Mitglieder treffen sich regelmäßig, zumeist abends, und dann geht es zunächst einmal um Geschäftliches, sagt Breuer. Der Dresscode: schwarzes T-Shirt als Anzug oder Business-Kostüm.

Zwischen Business-Pitch und Konzertbesuch

Ein typisches Netzwerktreffen beginne mit einem entspannten Austausch unter den Teilnehmern. Daneben gebe es aber auch eine klar strukturierte Agenda. So haben die Teilnehmer und Gäste die Gelegenheit, sich und ihr Unternehmen vorzustellen, Interessen für Kontakte zu äußern und auch Geschäftsideen zu präsentieren, also einen Pitch zu machen.

Das sei aber nur der eine Bestandteil der Clubtreffen, sagen Finn Breuer und Barbara Frett. Denn neben dem klassischen Business-Teil der Abende gebe es auch Zeit für Konzerttipps und den Austausch über Bands und Musik, so Breuer: "Man verabredet sich dann auch zu Konzerten oder Festivals. Weil das auch die Verbindung ist zwischen Business und Metal. Das steht nicht nur so im Titel, sondern das wird auch an den Abenden gelebt."

Gemeinsame Leidenschaft für Musik

Doch was hat Metal mit Business zu tun? Sehr viel, sind die Mitglieder überzeugt, die immerhin knapp 800 Euro Jahresbeitrag bezahlen. So sei man gleich auf einer Wellenlänge. Denn man treffe auf Gleichgesinnte und sei Teil einer Szene, in der – trotz der zunächst wild aussehenden Outfits – zum Teil sehr konservative Werte gelebt werden, sagt Frank Heim. Er ist Bassist der erfolgreichen Band Saltatio Mortis, aber als Chef einer Marketingagentur auch Unternehmer.

Laut Heim ist es in der Metal-Szene üblich, respektvoll und hilfsbereit mit anderen umzugehen und zusammenzuarbeiten. Man verstehe sich als Teil eines großen Miteinanders, in dem es nicht um Aussehen oder Status gehe, sondern um die gemeinsame Leidenschaft für harte Musik. Davon könnten sich viele Unternehmen eine dicke Scheibe abschneiden, findet Frank Heim. Denn in klassischen Firmenstrukturen, vor allem in größeren Konzernen, gebe es diese Haltung nicht. "Viele denken da nur für ihren eigenen Schreibtisch. Das ist definitiv ein ganz großer Unterschied, der vielen Menschen gar nicht so richtig bewusst ist."

Harte Schale, respektvoller Kern

Denn nach wie vor habe Heavy Metal ein zwiespältiges Image: "Wir sehen für manche Menschen offenbar sehr böse aus", lacht Heim. Die Realität sei allerdings eine andere. Denn unter der harten, zumeist schwarz gekleideten und oft auch tätowierten Schale stecken – und das sagt auch die Marktforschung – häufig überdurchschnittlich gut gebildete und einkommensstarke Menschen, die in ihren Unternehmen Karriere gemacht haben. Nicht umsonst war einer der Redner beim ersten deutschlandweiten Treffen des Metal Business Clubs in Dinkelsbühl ein Vorstandsmitglied der Autozulieferriesen Schaeffler.

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