Naturkatastrophen haben im vergangenen Jahr weltweit Schäden in Höhe von 224 Milliarden Dollar verursacht.
Naturkatastrophen haben im vergangenen Jahr weltweit Schäden in Höhe von 224 Milliarden Dollar verursacht.
Bild
Naturkatastrophen haben im vergangenen Jahr weltweit Schäden in Höhe von 224 Milliarden Dollar verursacht.
Bildrechte: BR
Schlagwörter
Bildrechte: BR
Videobeitrag

Naturkatastrophen haben im vergangenen Jahr weltweit Schäden in Höhe von 224 Milliarden Dollar verursacht.

Videobeitrag
> Wirtschaft >

Munich Re: Weniger Naturkatastrophen als im Vorjahr

Munich Re: Weniger Naturkatastrophen als im Vorjahr

Naturkatastrophen haben im vergangenen Jahr weltweit Schäden in Höhe von 224 Milliarden Dollar verursacht. Das zeigen Daten des Rückversicherers Munich Re. Das liegt zwar deutlich unter den Vorjahreswerten, ist allerdings kein Grund zur Entwarnung.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Das vergangene Jahr verlief zweigeteilt. Während es im ersten Halbjahr ungewöhnlich viele Naturkatastrophen gab, blieben im zweiten Halbjahr schwere Unwetter, Überschwemmungen, Feuer und Erdbeben weitgehend aus. Das führte insgesamt zu geringeren Schäden als im Vorjahr. Damals hatten Naturkatastrophen Schäden in Höhe von knapp 368 Milliarden Dollar hinterlassen. 147 Milliarden davon waren versichert.

Nordamerika wieder besonders stark betroffen

Das "Naturkatastrophenjahr" begann in den USA. In Los Angeles gerieten riesige Waldbrände außer Kontrolle. Hollywood stand in Flammen. Monate ohne Regen hatten die Region ausgedörrt, zeitweise wurde sogar das Wasser knapp. Zehntausende Menschen mussten vor den Feuern fliehen. Es gab mehrere Tote, tausende zerstörte Gebäude und einen Gesamtschaden von rund 53 Milliarden US-Dollar, 40 Milliarden davon waren versichert. Laut Munich Re handelte es sich um die teuerste Waldbrandkatastrophe aller Zeiten – und um den höchsten Einzelschaden des Jahres insgesamt. Wie in den Vorjahren traf es Nordamerika auch sonst wieder besonders hart: Insgesamt summierten sich dort die Schäden auf 133 Milliarden Dollar. Das waren rund 60 Prozent aller Schäden weltweit durch Naturkatastrophen im vergangenen Jahr.

Nur Zufall verhinderte in den USA höhere Schäden

In Nordamerika hätte es im vergangenen Jahr aber noch größere Verwüstungen geben können, wie der Chefklimatologe der Munich Re Tobias Grimm erklärt. Denn es gab drei Hurrikane der höchsten Kategorie 5. Doch ein starkes Hoch über dem Osten der USA verhinderte, dass die Hurrikane dort auf Land trafen. Schon in diesem Jahr können die Wetterbedingungen wieder völlig anders aussehen.

Mehr Todesopfer durch Naturkatastrophen

Die zweitteuerste Naturkatastrophe des Jahres ereignete sich im März in Myanmar. Ein schweres Erdbeben verursachte Schäden von rund elf Milliarden Dollar. In Städten wie Mandalay versuchten Menschen oft ohne Schutz, Verschüttete zu retten. Am Ende starben rund 4.500 Menschen. Insgesamt kamen im vergangenen Jahr weltweit etwa 17.200 Menschen durch Naturkatastrophen ums Leben – deutlich mehr als im Jahr zuvor. Da waren es rund 11.000 Todesopfer.

Verhältnismäßig wenige Schäden in Europa

Europa kam vergleichsweise glimpflich davon: Eine Kältewelle in der Türkei, Waldbrände in Spanien und Hagelstürme in Frankreich, Österreich und Deutschland hinterließen zwar Schäden in Höhe von rund elf Milliarden Dollar, das lag aber mehr als zwei Drittel unter dem Zehn-Jahres-Durchschnitt. In Deutschland lagen die Schäden bei rund 2,2 Milliarden Dollar.

Das sei aber kein Grund zur Entwarnung, warnt Grimm. Man müsse sich auch in Deutschland künftig wieder auf starke Unwetterereignisse einstellen. Der Planet habe Fieber und höhere Temperaturen verursachten zerstörerisches Wetter. Man habe immer mehr wissenschaftliche Belege, dass der Klimawandel einzelne Extremwettereignisse heute schon beeinflusst. Und deshalb ist es laut dem Chefklimatologen der Munich Re Grimm so wichtig, entsprechende Vorsorge zu betreiben. Als Beispiele nennt er Frühwarnsysteme und Hochwasserschutz. Wer in einer Hochwasserzone wohne, sollte darüber nachdenken, eben nicht die wertvollsten Dinge im Keller zu haben, sondern sie vielleicht in höhere Stockwerke zu befördern, um dann eben nicht sein Hab und Gut komplett zu verlieren.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!