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Hohe Nebenkostenabrechnung - Was tun?
Bildrechte: picture alliance / SULUPRESS.DE | Torsten Sukrow
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Hohe Nebenkostenabrechnung - Was tun?

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Nebenkostenabrechnung prüfen: So zahlen Sie nicht zu viel

Nebenkostenabrechnung prüfen: So zahlen Sie nicht zu viel

Viele Mieter finden in diesen Tagen die Nebenkostenabrechnung für das Jahr 2024 im Briefkasten. Oft ist schwer zu erkennen, ob alles korrekt abgerechnet ist. Worauf man achten sollte und wie man gegen zu hohe Nachforderungen vorgehen kann.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Mieter in Deutschland müssen immer mehr für Heizung, Warmwasser, Grundsteuer und weitere Nebenkosten zahlen. Im Jahr 2024 stiegen die durchschnittlichen Betriebskosten um mehr als sechs Prozent auf 2,67 Euro pro Quadratmeter, so der Deutsche Mieterbund (externer Link). Bei den Nebenkosten gibt es große Unterschiede, in manchen Fällen kann die sogenannte zweite Miete auch deutlich höher ausfallen.

"Preissteigerungen bei Energie treffen Mieterinnen und Mieter unmittelbar und treiben die Wohnkosten in die Höhe", sagt die Präsidentin des Deutschen Mieterbundes, Melanie Weber-Moritz. Zugleich hätten die meisten Mieter keinen Einfluss auf Verbrauchsstruktur oder Vertragsbedingungen.

Ein weiterer Kostenfaktor ist die Grundsteuer, die in vielen Kommunen neu berechnet wird. Die Umlage der Grundsteuer auf die Mieterinnen und Mieter dürfte für viele Haushalte zu weiteren Kostensteigerungen führen. Der Mieterbund hält es ohnehin für "sachlich nicht zu rechtfertigen", dass Vermieter die Grundsteuer auf Mieterinnen und Mieter umlegen dürfen. 

Hinschauen lohnt sich bei der Nebenkostenabrechnung

Grundsätzlich lohnt es sich, genau hinzuschauen. Denn laut Verbraucherzentrale sind viele Nebenkostenabrechnungen nicht korrekt. Entweder sind die Formalien unvollständig, oder es finden sich falsche Zahlen in der Abrechnung. Einen ersten Hinweis kann der Vergleich mit den Abrechnungen der Vorjahre bringen. Gibt es hier unerklärliche Kostensprünge, dann könnte dies ein Hinweis auf eine falsche Berechnung sein.

Hat man den berechtigten Verdacht, dass mit der Nebenkostenabrechnung etwas nicht stimmt, dann kann man Widerspruch einlegen. Allerdings muss man diese Bedenken auch gut begründen können. Darüber hinaus kann man sich auch an die Beratungsstellen des Deutschen Mieterbundes und der Verbraucherzentralen sowie an lokale Mietervereine wenden.

Die Verbraucherzentralen (externer Link) haben unter dem Titel "Heizkostenabrechnungen verstehen und prüfen" auch eine umfassende Broschüre zusammengestellt.

Wie prüfe ich meine Abrechnung richtig?

Grundsätzlich sollte man folgende Punkte beachten:

  • Gesamtbetrag vergleichen: Stimmen die Gesamtkosten im Vergleich zu Vorjahren? Wenn die Abrechnung ohne erkennbaren Grund stark steigt, kann das ein Warnsignal sein.
  • Umlageschlüssel kontrollieren: Werden die Kosten korrekt nach Verbrauch oder Wohnfläche verteilt? Änderungen müssen im Mietvertrag oder der Abrechnung dokumentiert sein.
  • Einzelposten prüfen: Alle Kostenarten – etwa Heizkosten, Warmwasser, Hausstrom, Grundsteuer – müssen klar und transparent aufgelistet sein.
  • Zählerstände abgleichen: Stimmen die angegebenen Werte mit Ihren eigenen Ablesungen oder den Ableseprotokollen überein?

Wer seine Abrechnung nicht allein prüfen kann, sollte professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

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