(Symbolbild) Wiesnbedienung mit Bierkrügen.
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(Symbolbild) 2026 kostet die Maß Bier im Schnitt 15,61 Euro auf der Wiesn.
Bildrechte: picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann/SVEN SIMON
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(Symbolbild) 2026 kostet die Maß Bier im Schnitt 15,61 Euro auf der Wiesn.

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Oktoberfest: Warum die Maß jedes Jahr teurer wird

Oktoberfest: Warum die Maß jedes Jahr teurer wird

Jedes Jahr geht der Preis für eine Maß auf dem Münchner Oktoberfest nach oben. Wiesnwirte argumentieren mit Inflation und Extra-Aufwand. Wie sich der Wiesn-Bierpreis im Gegensatz zum Bier im Supermarkt entwickelt hat.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Für alle "Bierdimpfel" wird es wieder ein teures Fest: Der Preis für die Maß auf der Wiesn steigt – wie in jedem Jahr. Heuer zahlen die Besucher zwischen 14,80 Euro und 15,90 Euro, eine Steigerung von 2,38 Prozent zum vergangenen Jahr. Das sorgt regelmäßig für Diskussionen. Doch wie kommt dieser hohe Preis zustande und steigt der Maßpreis unverhältnismäßig stark?

Wiesn-Bierpreis steigt stärker als Supermarkt-Bier

Besonders im langfristigen Vergleich erscheint der Wiesn-Bierpreis unverhältnismäßig hoch: 2025 kostete die Maß mehr als das 3,6-Fache als noch 1991. Zum Vergleich: Der Bierpreis im Einzelhandel stieg im selben Zeitraum lediglich auf das 1,8-Fache, wie der Verbraucherpreisindex zeigt. Für diesen sammelt das Statistische Bundesamt Preise für Waren in ganz Deutschland, um sie über die Zeit zu vergleichen.

Grafik: So unterschiedlich hat sich der Preis der Wiesn-Maß entwickelt

Ökonom: Bierpreise auf Wiesn im Vergleich "deutlich geringer gestiegen"

Betrachtet man nur den Zeitraum seit 2019, ist das Bier auf dem Oktoberfest um 30,9 Prozent teurer geworden – im Einzelhandel um 24,4 Prozent. Jürgen Michels, der Chefökonom der Bayerischen Landesbank, vergleicht in seinen sogenannten "Wiesnomics" den Maßpreis seit Jahren mit anderen Produkten.

"Man kann jetzt sagen, die Restaurantpreise sind wahnsinnig hochgegangen, aber im Kontext zu Gas und Benzin sind die Wiesn-Bierpreise deutlich geringer gestiegen", sagt Michels. Nach seinen Berechnungen lagen die Teuerungen für Gas bei rund 83 Prozent, die für Sprit bei knapp 47 Prozent. Ein Preisvergleich allein greift für Michels zu kurz, denn auf der Wiesn gilt: "Bierpreis ist das Bier plus das Event."

Grafik: Wiesn-Hendl rund 52 Prozent teurer als vor Corona – Wiesn-Maß rund 31 Prozent

Personal- und Aufbaukosten treiben den Maßpreis

Wie kommt der Maßpreis zustande? Zusammengefasst: das Bier selbst, das Personal und der besondere Ort: "Ein großer Faktor sind die Kosten für den Auf- und Abbau des Zelts. Die ganze Logistik dahinter, die Lagerung, das bewegt sich im Rahmen von 1,8 bis 2 Millionen Euro je nach Größe des Zeltes", sagt Peter Inselkammer, der Betreiber des Armbrustschützenzelts und Sprecher der Wiesnwirte. "Auch die Personalkosten sind für uns ein großer Kostenblock, also das Schankpersonal, die Köche, die Musiker und auch unsere Ordner. Wir hatten bis zu 25 Prozent höhere Lohnkosten in den drei Jahren nach Corona." Neun Prozent jeder Maß stehen den Bedienungen zu, die das Bier an den Tisch bringen. Darüber hinaus fallen viele kleinere Dinge an, etwa GEMA-Gebühren, Marketing oder die Reinigung im Zelt.

Staat und Stadt erhalten ebenso einen Teil des Preises, etwa die 19 Prozent Mehrwertsteuer und die – laut Inselkammer – "knapp 8 Prozent Umsatzpacht" für die Stadt. Damit finanziert sie die Infrastruktur der Wiesn. "Bei allen Kosten soll etwas übrigbleiben. Wie bei jedem Unternehmen macht es ja nur dann Sinn", betont Inselkammer und fügt hinzu, dass auf die Erlöse noch zahlreiche Steuern gezahlt würden, etwa Gewerbe- und Einkommenssteuer.

Stadt prüft Wiesn-Bierpreis jährlich

Als Veranstalterin will die Stadt München für einen angemessenen Preis sorgen. Dazu vergleicht sie den Preis im Festzelt mit den Preisen für einen Liter Exportbier in der Großgastronomie der Innenstadt. Denn dort fallen vergleichbare Kosten an, die im Einzelhandel keine Rolle spielen, etwa Bedienungskosten. Das Ergebnis der Stadt: Die Preise sind angemessen. "Es sind keine Fälle bekannt, in denen der gemeldete Bierpreis nicht durchgegangen ist", sagte die Oktoberfest-Pressestelle.

Trotz der regelmäßig steigenden Preise scheint die Nachfrage nicht abzureißen. 2025 kamen rund 6,5 Millionen Besucherinnen und Besucher auf die Wiesn, verkauft wurden ungefähr ebenso viele Maß Bier. Für Ökonom Michels ist die hohe Nachfrage ein Hinweis darauf, dass viele Gäste den Preis weiterhin akzeptieren: "Es gibt zumindest in den letzten Jahren keine Indizien dafür, dass da eine riesige Abzocke stattfindet."

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