Ex-Wirecard-Vorstandschef Markus Braun im Verhandlungssaal.
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Ein Urteil in dem seit Ende 2022 laufenden Wirecard-Prozess dürfte in diesem Jahr fallen.
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Lennart Preiss
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Ein Urteil in dem seit Ende 2022 laufenden Wirecard-Prozess dürfte in diesem Jahr fallen.

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Wirecard-Prozess – Ende noch dieses Jahr in Sicht

Wirecard-Prozess – Ende noch dieses Jahr in Sicht

Seit dem 8. Dezember 2022 läuft am Landgericht München der Wirecard-Prozess. Jetzt mehren sich die Zeichen, dass das Verfahren rund um den früheren Wirecard-Vorstandschef Markus Braun noch in diesem Jahr mit einem Urteil zu Ende gehen könnte.

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So etwas wie den Wirecard-Prozess habe er auch noch nicht erlebt, macht der Vorsitzende Richter Markus Födisch am Ende des heutigen Verhandlungstages klar. "Es ist in diesem Verfahren so, dass man ständig mit neuen Sachverhalten konfrontiert wird und ungewöhnlich, dass sich ein laufendes Verfahren so entwickelt."

Födisch meint damit unter anderem, dass britische Behörden parallel zum Wirecard-Prozess einen Spionage-Ring ausgehoben und abgeurteilt haben, der im Dienste Russlands tätig war und vom flüchtigen Wirecard-Vorstand Jan Marsalek angeleitet worden sein soll.

Außerdem ist im November 2025 bekannt geworden, dass es auch Überschneidungen zu noch laufenden Ermittlungen des Bundeskriminalamts und der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz gegen mutmaßliche Netzwerke zum Kreditkartenbetrug gibt ("Operation Chargeback"). Marsalek soll hier ebenfalls mitgemischt haben.

Markus Braun weiter in Untersuchungshaft

Seit bald vier Jahren verhandelt das Landgericht München I in einem Verfahren, das in der deutschen Nachkriegsgeschichte beispiellos ist: Es geht um den Kollaps des früheren DAX-Konzerns Wirecard und um die Frage, welche Rolle die drei Angeklagten dabei gespielt haben.

Bandenmäßiger Betrug – unter anderem wegen dieses Vorwurfs sitzen der ehemalige Vorstandschef des Zahlungsdienstleisters, Markus Braun, der Ex-Wirecard-Statthalter in Dubai, Oliver Bellenhaus, und der frühere Chef-Buchhalter des Konzerns, Stephan von Erffa, auf der Anklagebank. Braun wird sogar an jedem Verhandlungstag aus der Untersuchungshaft vorgeführt, in der er sich seit sechs Jahren befindet.

Urteilsverkündung noch in diesem Jahr?

Nach mehr als 270 Verhandlungstagen hat Richter Födisch jetzt Vorschläge gemacht, wie er sich die kommenden Wochen bis zu einer möglichen Urteilsverkündung im Wirecard-Prozess vorstellen könnte. Danach strebt Födisch an, nach der Vernehmung letzter Zeugen im September eine Frist für ein Ende der Beweisaufnahme zu setzen. So ist es in der Strafprozessordnung vorgesehen.

In der vierten Oktober-Woche, ab dem 19. Oktober, könnte die Staatsanwaltschaft mit ihrem Plädoyer beginnen, im Anschluss daran die Verteidigungsteams von Braun, Bellenhaus und von Erffa. Danach bekommen die Angeklagten Gelegenheit für letzte Worte.

Sowohl Braun als auch Bellenhaus und von Erffa haben angekündigt, sich persönlich zu äußern. Während Braun dafür nach eigenen Angaben wohl einen ganzen Verhandlungstag benötigen wird, beschränken sich Bellenhaus und von Erffa – Stand jetzt – auf eine bis zwei Stunden. Wenn sich alle Verfahrensbeteiligten auf diesen Fahrplan verständigen, könnte die Urteilsverkündung bis Ende November oder Anfang Dezember über die Bühne gehen.

1,9 Milliarden Euro nicht auffindbar

Wirecard war im Juni 2020 kollabiert, weil 1,9 Milliarden Euro, die auf philippinischen Treuhandkonten liegen sollten, nicht auffindbar waren. Laut Staatsanwaltschaft sollen Braun und die beiden Mitangeklagten milliardenschwere Geschäfte erfunden haben. Mit den gefälschten Bilanzzahlen sollen sie unter anderem ein Konsortium an Kreditgebern unter Führung der Commerzbank getäuscht haben.

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