Die Generationen Z und Alpha sind anders. Sie entsprechen oftmals nicht dem Klischee, das über sie verbreitet wird, sie seien bequem und nicht leistungsbereit. Die aktuelle Forschung zeichnet ein differenziertes Bild. Zur Generation Z zählen in der Regel Menschen, die etwa zwischen 1997 und 2010 geboren wurden. Generation Alpha umfasst die Geburtsjahrgänge ab 2010 bis Mitte der 2020er-Jahre.
- Zukunft der Arbeit - wie die Jugend tickt I 15.12., 18.30 Uhr I BR24Live I Den Livestream finden Sie oben eingebettet über diesem Artikel.
So beschreibt etwa die Shell-Jugendstudie (externer Link) die Zwölf- bis 25-Jährigen als interessierte, anspruchsvolle und durchaus arbeitswillige junge Menschen. Zwar würden viele mit dem Gefühl permanenter Krisen aufwachsen, doch ihr Blick auf die berufliche Zukunft bleibe erstaunlich optimistisch: 52 Prozent der befragten Jugendlichen sehen ihre eigenen Perspektiven positiv, nur 35 Prozent fürchten Arbeitslosigkeit – ein historischer Tiefststand. Gleichzeitig macht ihnen jedoch die wirtschaftliche Lage so große Sorgen wie seit 15 Jahren nicht mehr.
Sicherheit vor Karriere
Wenn es um die Erwartungen an ihren Job geht, steht für die meisten vor allem Stabilität an erster Stelle. Neun von zehn Jugendlichen und jungen Erwachsenen wünschen sich einen sicheren Arbeitsplatz. Dahinter folgt mit 83 Prozent der Wunsch nach einem guten Einkommen und mit 73 Prozent der Nennungen ein hoher Lebensstandard.
Um all das zu erreichen, ist die Leistungsbereitschaft keineswegs ein Fremdwort: Zwei Drittel der Jugendlichen wären bereit, viel zu arbeiten, wenn es sich lohnt. Fast 60 Prozent glauben, dass Erfolg auch Mehrarbeit verlangt. Gleichzeitig verschieben sich die Erwartungen an Arbeitszeit und Organisation. Flexibilität ist entscheidend: 80 Prozent möchten flexible Arbeitszeiten, 69 Prozent wünschen Homeoffice-Möglichkeiten. Auch das Bedürfnis nach mehr Zeit jenseits des Jobs wächst – ein Signal, dass sich Erwerbsarbeit stärker an den Lebensrealitäten junger Menschen orientieren muss.
Bayerns Wirtschaft auf der Suche
Für die bayerische Wirtschaft ist das Thema Nachwuchsgewinnung zentral – und zugleich eine große Herausforderung. "Wir sehen auf dem Arbeitsmarkt ein Mismatch", heißt es bei der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw). Jobs seien vorhanden, oft fehle jedoch der passende Nachwuchs. Gleichzeitig hätten viele Jugendliche Schwierigkeiten beim Übergang von der Schule ins Berufsleben. Frühe und praxisnahe Orientierung sei deshalb essenziell. Unternehmen müssten ihrerseits besser verstehen, wie sie junge Menschen erreichen.
Einen Einblick in die Vorstellungen und Wünsche gibt die Shell-Jugendstudie. Die Generationen Alpha und Z wünschen sich Respekt, klare Entwicklungspfade und sinnstiftende Aufgaben von Arbeitgebern, die etwa Digitalisierung nicht nur einfordern, sondern vorleben. Ein weiteres, wichtiges Thema in den Augen der kommenden Generationen: die Künstliche Intelligenz. Hier überwiegt vorsichtiger Optimismus – fast die Hälfte der Befragten sieht die KI positiv, zugleich fürchtet rund ein Drittel eine Überforderung.
Diskussion im Haus der Bayerischen Wirtschaft
Vor dem Hintergrund dieser Fragestellungen diskutieren heute Abend Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Forschung und der Gen Z bei einer gemeinsamen Veranstaltung des Bayerischen Rundfunks und der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft über die Zukunft der Arbeit. Im Mittelpunkt stehen die Fragen: Wie tickt die Jugend wirklich? Welche Mythen halten sich hartnäckig? Und wie lassen sich Erwartungen und Bedürfnisse mit den Anforderungen der Unternehmen zusammenbringen?
Klar ist schon jetzt: Die junge Generation ist weder faul noch abgehängt. Sie ist unter den richtigen Voraussetzungen leistungsbereit – hat ihrerseits aber auch klare Vorstellungen von dem Platz, den sie in einer komplexer gewordenen Welt einnehmen will.
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