Warme Temperaturen und Sonnenschein – endlich erste Anzeichen von Frühling. Für Pollenallergiker ist diese Zeit aber auch häufig der Beginn ihrer Leidenszeit: Die Nase läuft, die Augen jucken, der Körper wird von Niesanfällen oder Husten geschüttelt.
Wie kann man sich vor Pollen schützen?
Allergiker sollten die Allergene, auf die sie reagieren, so weit wie möglich meiden. Das geht natürlich nicht immer. Sie können aber einige Tipps beherzigen, um sich so gut wie möglich vor den Pollen zu schützen:
- Nutzen Sie Apps zur Pollenvorhersage.
- Bringen Sie an den Fenstern Pollengitter an. Auch für das Auto gibt es Pollenfilter.
- Saugen Sie die Wohnung regelmäßig mit Feinstaubfiltern und wischen Sie die Böden öfter.
- Ziehen Sie die Kleidung, die Sie draußen getragen haben, nicht im Schlafzimmer aus.
- Waschen Sie sich abends die Haare, damit Sie die Pollen nicht mit ins Bett nehmen. Auch eine Nasenspülung kann helfen.
- Es gibt Luftreiniger für die Wohnung, die auch Pollen filtern können.
- Hängen Sie Ihre Wäsche nicht draußen zum Trocknen auf.
- Achten Sie beim Lüften auf die Tageszeiten. In der Stadt morgens zwischen 6.00 Uhr und 8.00 Uhr, auf dem Land am Abend zwischen 20.00 Uhr und 24.00 Uhr.
- Im eigenen Garten auf bekannte Allergene wie Birken, Erlen, Pappeln und Weiden verzichten.
- Halten Sie den Rasen im Garten kurz und mähen Sie als Pollenallergiker nicht selbst.
- Richten Sie Ihre Urlaubsplanung danach aus, welche Region pollenarm ist.
- Gehen Sie am besten erst 30 bis 60 Minuten nach einem Regenschauer ins Freie, denn anders als oft angenommen steigt die Pollenkonzentration bei einem Regenguss erst einmal an.
Vor Aktivitäten über den Pollenflug informieren
Allergiker sollten sich vorab immer informieren, wie die Pollenbelastung für "ihre" Allergene gerade ist, wenn sie etwas im Freien unternehmen wollen. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hat eine Seite eingerichtet, die den aktuellen Pollenflug in 3-Stunden-Intervallen für ganz Bayern (externer Link) zeigt. Darüber hinaus gibt es diverse Pollen-Apps, in denen man die Vorhersage für einen bestimmten Ort einsehen kann. Auch der Pollenflugkalender des Deutschen Wetterdienstes (externer Link) bietet alle wichtigen Infos für Allergiker.
Allergenkalender gibt groben Überblick, wann was fliegt
Ein Allergenkalender kann einen ersten Überblick verschaffen, wann welche Allergene eine Rolle spielen. So eröffnen zum Beispiel Erle und Hasel die Heuschnupfen-Saison. Wann das genau ist, hängt stark vom Wettergeschehen und von der Region ab, in der man lebt.
Pollenflugkalender für Deutschland und Alpenländer ohne Angabe von Vor-, Haupt- und Nachblüte, da sie regional variiert und Pollen weit fliegen.
Wie kann man Heuschnupfen-Beschwerden lindern?
Pollenallergiker können auch einige Maßnahmen an Augen und Nase ergreifen, um ihre Beschwerden zu lindern:
- Nasensprays oder Augentropfen aus der Apotheke helfen gegen die Symptome.
- Das Tragen einer Sonnenbrille im Freien kann die Augen schützen.
- Mithilfe von Vaseline, die rund um die Nasenlöcher aufgetragen wird, können Pollen abgefangen werden, bevor sie in die Nase gelangen.
- Bei starken Symptomen kann das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes helfen, die Beschwerden zu lindern, so Prof. Karl-Christian Bergmann, Leiter der allergologischen Ambulanz an der Charité Berlin und Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst: "Wenn Mund und Nase durch eine Maske bedeckt werden, wird die Menge an eingeatmeten Pollen deutlich geringer. Somit ist es sehr wahrscheinlich, dass die nasalen und möglicherweise auch die bronchialen Beschwerden gelindert werden."
Antihistaminika und Hyposensibilisierung: Behandlung von Pollenallergie
Daneben gibt es Medikamente gegen Heuschnupfen – sogenannte Antihistaminika – die die schlimmsten Symptome lindern. Ziel einer Hyposensibilisierung beziehungsweise Desensibilisierung ist es hingegen, nicht nur die Symptome zu lindern, sondern die Allergie an der Wurzel zu behandeln. Der Arzt kann feststellen, auf welche Pollen Sie allergisch reagieren. Daraufhin wird ein speziell auf Ihre Allergie abgestimmtes Präparat bereitgestellt. Sie werden dann mit kleinsten Dosen an Ihre Allergene gewöhnt, bis die Überempfindlichkeit allmählich abgebaut wird.
Heuschnupfen nicht auf die leichte Schulter nehmen
Grundsätzlich gilt: Nehmen Sie allergische Reaktionen ernst. Auch wenn anfangs "nur" die Augen jucken und Sie öfter niesen müssen – gehen Sie zum Arzt. Denn was mit einigen lästigen Symptomen beginnt, kann sich zu einem allergischen Asthma auswachsen.
Im Video: So kommt man gut durch die Heuschnupfenzeit
Eine Person mit Heuschnupfen und Taschentuch vor seiner Nase steht neben einem blühenden Strauch (Symbolbild).
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