Der mRNA-Impfstoff Intismeran könnte schwarzen Hautkrebs entgegenwirken, so die US-Pharmahersteller Moderna und Merck
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Der mRNA-Impfstoff Intismeran könnte schwarzen Hautkrebs entgegenwirken, so die US-Pharmakonzerne Moderna und Merck
Bildrechte: picture alliance/KEYSTONE | Pablo Gianinazzi
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Der mRNA-Impfstoff Intismeran könnte schwarzen Hautkrebs entgegenwirken, so die US-Pharmakonzerne Moderna und Merck

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Durchbruch bei Impfung gegen schwarzen Hautkrebs?

Durchbruch bei Impfung gegen schwarzen Hautkrebs?

Die US-Pharmakonzerne Moderna und Merck melden: Der mRNA-Impfstoff Intismeran gegen schwarzen Hautkrebs habe auch in der dritten Phase ihrer klinischen Studie positive Ergebnisse gezeigt. Auch Experten in Deutschland sprechen von einem Durchbruch.

Über dieses Thema berichtet: Bayern 2 Die Welt am Abend am .

Während der Corona-Pandemie kamen zum ersten Mal mRNA-Impfstoffe im großen Maßstab zum Einsatz. Der Traum der Wissenschaft: diese Technologie könnte auch bei Krebserkrankungen helfen. Dem scheinen Forschende aus den USA nun näher gekommen zu sein. Sie haben offenbar einen Impfstoff gegen das Wiederaufflammen von schwarzem Hautkrebs entwickelt.

Merk und Moderna entwickeln personalisierten Impfstoff

Laut einer gemeinsamen Erklärung der US-Konzerne Moderna und Merck vom 19. August 2026 [externer Link] verlief die letzte Phase der klinischen Studie vielversprechend: "Diese Ergebnisse der Phase-3-Studie stellen einen Wendepunkt für die Krebsforschung dar. Die Entwicklung einer mRNA-Therapie, die speziell auf die Krebserkrankung eines einzelnen Patienten zugeschnitten ist, war lange Zeit ein Wunschtraum. Wir tragen nun dazu bei, diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen", so der Unternehmer Stéphane Bancel, CEO bei Moderna.

Phase-3-Studie mit Hautkrebs-Patienten

Bei der abschließenden Studie der beiden Unternehmen haben insgesamt 1.137 Patientinnen und Patienten mitgemacht. Sie alle hatten Operationen hinter sich, bei denen der Hautkrebs vollkommen entfernt wurde. Bei bis zur Hälfte der Operierten würde im Normalfall in den ersten Jahren ein Rückfall mit schwarzem Hautkrebs drohen. Dafür gibt eine Standardtherapie mit künstlich hergestellten Antikörpern, die hilft, dass das Immunsystem Krebszellen erkennen und bekämpfen kann. Diese Standardtherapie durchliefen alle Probanden der Studie.

Personalisierter mRNA-Impfstoff bei schwarzem Hautkrebs

Ein Teil der Probanden bekam außer der Standardtherapie auch den neuartigen mRNA-Impfstoff. Er ist personalisiert, das heißt, Tumorgewebe eines jeden Erkrankten dient als Grundlage für den jeweiligen individuellen Impfstoff. Laut Pressemitteilung des Pharmaunternehmens Merck vom 19. August 2026 wird Intismeran "anhand einer Tumorprobe des Patienten entwickelt und hergestellt, um die einzigartige Mutationssignatur, den 'Fingerabdruck' des Tumors, zu identifizieren und eine Anti-Tumor-Immunantwort auszulösen".

Impfung Intismeran bei Hautkrebs vielversprechend

Die personalisierte Impfung gepaart mit der Standardtherapie führt dann offenbar dazu, dass der schwarze Hautkrebs künftig unterdrückt wird. Die Zahl der Rückfälle ist nach Angaben von Merck und Moderna signifikant niedriger als ohne Impfung. Genaue Prozentzahlen gaben die Pharmakonzerne jedoch nicht bekannt. Das wollen sie im Oktober 2026 bei einem Kongress in Madrid nachholen. Klar ist bisher nur, dass der Impfstoff Intismeran deutlich messbar anschlägt.

Der Direktor der Universitätsklinik für Dermatologie in Minden, Professor Ralf Gutzmer, hält die Therapie von Merck und Moderna für einen Durchbruch: "Es ist die erste Impfung gegen Krebs, die in einer großen Phase-3-Studie nach modernsten Gesichtspunkten einen Effekt gezeigt hat."

Studien-Phasen bei Entwicklung eines Arzneistoffs

  • Grundlagenforschung
  • Phase 1: Mit 30 bis 80 Probanden. Die grundlegende Verträglichkeit wird geprüft.
  • Phase 2: Mit 100 bis 300 Probanden. Die passende Dosierung wird gesucht.
  • Phase 3: Mit 1.000 bis 3.000 Probanden: Wirkstoff wird im großen Stil getestet.
  • Marktzulassung
  • Phase 4: Alle Patientinnen und Patienten können von der Arznei profitieren.

Krebsstudie erfüllt wissenschaftliche Standards

Der positive Effekt zeigte sich bereits in Phase 2 der Studie, die über fünf Jahre lief und deren Ergebnisse am 7. Oktober 2022 im Fachblatt "The Lancet" [externer Link] veröffentlicht wurden. Phase 3 umfasst nur ein Jahr Beobachtung, schließt aber mehr Probanden ein und enthält auch eine Placebo-Gruppe zur Kontrolle: "Das heißt, alle Patienten haben eine Spritze bekommen, aber weder Patient noch Arzt wissen: Enthält die Spritze den Impfstoff oder keinen Wirkstoff, ist also nur ein Placebo?" erläutert Dermatologe Ralf Gutzmer. Nur wenn der Impfstoff deutlich besser wirkt als das Placebo, kann er später zugelassen werden.

Personalisierte Krebsimpfung mit hohen Kosten verbunden

Nach der Phase-3-Studie könnte die Zulassung der Impfung relativ zeitnah erfolgen. Aber das Personalisieren des Impfstoffs für Krebskranke kostet viel Geld. Pharmaunternehmen und Behörden müssen nun verhandeln, zu welchem Preis sie das Vakzin anbieten können, das verhindert, dass Krebs nach einer Operation erneut aufflammt. Dieser Preis muss erschwinglich sein. Erst wenn das geklärt ist, können Patientinnen und Patienten von einer möglichen Impfung gegen schwarzen Hautkrebs profitieren.

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