Ein Mann beim Sport im Münchner Olympiapark.
Ein Mann beim Sport im Münchner Olympiapark.
Bild
So klappt es mit den Neujahrsvorsätzen
Bildrechte: BR/Julia Müller
Schlagwörter
Bildrechte: BR/Julia Müller
Videobeitrag

So klappt es mit den Neujahrsvorsätzen

Videobeitrag
> Wissen >

"Endgegner Schweinehund": So klappt es mit den Neujahrsvorsätzen

"Endgegner Schweinehund": So klappt es mit den Neujahrsvorsätzen

An Silvester sind Vorsätze fürs neue Jahr ein großes Thema. Doch oft schon ein paar Wochen später knicken wir ein und die guten Vorhaben sind dahin. Tipps vom Profi, die im Kampf gegen den inneren Schweinehund und beim Durchhalten helfen können.

Über dieses Thema berichtet: Abendschau am .

Mehr Sport, mehr Sparen, gesünder ernähren - das sind Klassiker unter den Top-Drei Neujahrsvorsätzen. Doch die Umsetzung ist oft schwierig. Nina Rohmeder-Godenrath, die als Familiencoach in München arbeitet, gibt Tipps zum Durchhalten:

Tipp 1: Kleine, machbare Schritte

Ihr erster Profi-Tipp: Vorsätze sollten ein echtes eigenes Bedürfnis sein und nicht nur vom Umfeld oder gar sozialen Medien getrieben sein. Dazu ist weniger mehr - sprich: Man sollte sich nicht zu viel und auch nichts zu Großes vornehmen.

Die Pädagogin rät, mit kleinen, machbaren Schritten zu starten und sich Meilensteine zu setzen. Einfach nur "Ich will mehr Sport machen" nütze nichts, sondern man müsse sich sagen: "Ich geh' laufen, und zwar immer donnerstags abends. Das trage ich mir auch im Kalender ein."

Da man seinen eigenen Ansprüchen nicht immer gerecht werden könne, hilft es laut Expertin auch, eine gewisse Toleranz einzuplanen, wie etwa: "Ich möchte den Sport in mindestens drei von vier Wochen hinbekommen."

Tipp 2: Zeitnah, positiv und vorausschauend

Zweiter Tipp: Die Vorsätze sollten möglichst zeitnah umgesetzt werden. Ansonsten vergessen wir einfach unsere Vorsätze und setzen sie am Ende gar nicht um. Auch sei es laut Nina Rohmeder-Godenrath wichtig, sie positiv zu formulieren, in den Kalender einzutragen und auch vom Vorhinein zu schauen, welche Hindernisse es gebe.

"Wenn der Ehemann am Freitag zum Beispiel immer weg ist, muss ich nicht unbedingt da Sport machen, weil es da Probleme mit der Kinderbetreuung gibt", rät die Familiencoachin. Daher sollte man vorausschauend planen und sich absprechen. "Dann klappt’s auch besser mit dem Vorsatz", sagt Nina Rohmeder-Godenrath.

Tipp 3: Mit Routine in drei Monaten zur Gewohnheit

Bei der Umsetzung von Vorsätzen kann auch hilfreich sein, wenn der Vorsatz zur Gewohnheit wird. Im Laufe des Lebens entwickeln wir Routinen, mit denen wir den Alltag bewältigen, ohne viel darüber nachdenken zu müssen - wie Zähne putzen, Hausschlüssel ans Schlüsselbrett hängen oder Tatort gucken. So können wir langfristig auch Stress besser durchhalten. Doch damit ein Vorsatz zur Routine wird, brauchen wir Geduld, denn eines muss laut der Pädagogin klar sein: "Es dauert drei Monate, bis sich wirklich eine Gewohnheit im Gehirn verankert."

"Da braucht es Disziplin und Geduld - der Schweinehund ist ja unser Endgegner, der muss überwunden werden", sagt Nina Rohmeder-Godenrath. "Ich darf mich auch nicht fragen: 'Habe ich Lust dazu?', sondern ich mache es einfach, so wie Zähneputzen." Dann könne sich etwas Neues als Gewohnheit im Gehirn verankern.

Tipp 4: Nicht zu viele Vorsätze und Verbündete holen

Deshalb ist es auch ratsamer, nur einen Vorsatz durchziehen, als mehrere nicht zu schaffen. Ist der allseits bekannte Schweinehund dann aber wirklich doch mal zu groß, können Verbündete helfen. Der Profi-Tipp: Buddys holen! "Ich kann mich mit Freunden verabreden oder der Familie oder in WhatsApp-Gruppen, das macht mehr Spaß und bringt eine Verbindlichkeit mit sich", sagt Nina Rohmeder-Godenrath. §Ich will ja niemanden im Regen stehen lassen, wenn ich mich zum Beispiel zum Joggen verabrede. Schon Mitmenschen von seinem Vorhaben nur zu erzählen, könne bereits eine positive Wirkung in Sachen Verbindlichkeit haben, erklärt Nina Rohmeder-Godenrath.

Tipp 5: Belohnung statt Bestrafung

Stellen sich die ersten Erfolge ein, motiviert laut Expertin die eine oder andere Belohnung wie ein neues Sportoutfit, eine entspannte Auszeit in der Badewanne oder ein Abend mit der Lieblingsserie. Sich selbst zu bestrafen, bringe dagegen nur Unzufriedenheit und ein schlechtes Gewissen.

"Wenn ich es eben mal nicht schaffe, nicht sauer mit sich selber sein, das nützt überhaupt nichts, sondern sagen: 'Okay, morgen kann ich wieder starten.' Jeden Morgen kann ich entscheiden: Heute fange ich damit an", sagt Nina Rohmeder-Godenrath.

Auch kein Vorsatz ist ein Vorsatz

Sogar das mit den Vorsätzen auch mal ganz sein zu lassen, könne angemessen sein. Denn sich nichts vorzunehmen, sei ja auch schon etwas, das man sich vornimmt und könne daher entstressen.

Wer dennoch nicht auf den Erfolg verzichten will, könne sich auch einfach vornehmen, etwas nicht zu tun, das man ohnehin nicht tun würde - zum Beispiel als Nichtraucher nicht mit dem Rauchen anzufangen. Spätestens dann sollte das Erfolgserlebnis im neuen Jahr garantiert sein.

Die Top-Themen aus Europa - hier klicken!

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!