(Symbolbild) Drei Kinder mit dem Rücken zum Betrachter, die das linke Bein hochheben.
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(Symbolbild) Flamingo-Test: Was er wirklich über die Gesundheit sagt
Bildrechte: picture alliance / Westend61 | Svetlana Iakusheva
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Flamingo-Test: Was er wirklich über die Gesundheit sagt

Flamingo-Test: Was er wirklich über die Gesundheit sagt

Wie lange sollte man auf einem Bein stehen können? Der Flamingo-Test wirkt simpel, liefert aber Hinweise auf Gleichgewicht, Stabilität und mögliche Gesundheitsrisiken. Wie aussagekräftig ist der Test? Und lässt sich das Gleichgewicht trainieren?

Über dieses Thema berichtet: aktiv und gesund am .

Spätestens beim Schuheanziehen merkt man, wie stabil der eigene Stand wirklich ist. Einen Moment auf einem Bein stehen, kurz wackeln, wieder ausgleichen – genau diese kleine Bewegung steckt auch hinter dem sogenannten Flamingo-Test. Der Einbeinstand wird seit vielen Jahren genutzt, um erste Hinweise auf Gleichgewicht und körperliche Stabilität zu bekommen.

Was ist der Flamingo-Test und wie funktioniert er?

Der Flamingo-Test ist ein einfacher Gleichgewichtstest. In der klassischen Variante steht die getestete Person barfuß auf einer schmalen Fläche. Die Augen sind geöffnet, die Hände in die Hüften gestemmt. Ein Bein wird angewinkelt, der Stand soll möglichst lange gehalten werden. Jedes Absetzen des Fußes oder deutliches Schwanken gilt als Fehler. Am Ende wird entweder die Haltezeit gemessen oder gezählt, wie oft das Gleichgewicht verloren geht.

Der Test kommt ohne Geräte aus und lässt sich deshalb schnell und überall durchführen. Entwickelt wurde er als Teil der Eurofit-Testbatterie für Schulen und den Sport. Diese Testreihe stammt vom Council of Europe (externer Link) und wurde als standardisiertes Verfahren für Fitness- und Motoriktests in Europa entwickelt.

Was hinter dem Einbeinstand im Flamingo-Test steckt

Im Kern geht es um das statische Gleichgewicht. Also darum, den Körper im Stand stabil zu halten. Das ist kein einfacher Reflex, sondern ein Zusammenspiel mehrerer Systeme:

  • Muskeln stabilisieren den Körper
  • das Nervensystem steuert Reaktionen
  • Sinnesorgane liefern ständig Rückmeldungen über die Körperlage

Besonders wichtig ist die sogenannte Propriozeption, also die Fähigkeit, die eigene Körperposition wahrzunehmen.

Wie lange sollte man je nach Alter auf einem Bein stehen können?

Der staatliche Gesundheitsdienst National Health Service in Großbritannien (externer Link) hat 2023 Richtwerte veröffentlicht, wie lange Menschen in verschiedenen Altersgruppen den Einbeinstand typischerweise halten können sollten:

  • 18 bis 39 Jahre: rund 43 Sekunden
  • 40 bis 49 Jahre: rund 40 Sekunden
  • 50 bis 59 Jahre: rund 37 Sekunden
  • 60 bis 69 Jahre: rund 30 Sekunden
  • 70 bis 79 Jahre: rund 18 bis 19 Sekunden
  • über 80 Jahre: etwas mehr als 5 Sekunden

Diese Werte dienen als Orientierung, nicht als harte Grenze.

Was sagt der Flamingo-Test über die Gesundheit aus?

Der Funktionsscreening-Test zeigt, dass ältere Menschen beim Einbeinstand im Durchschnitt schlechter abschneiden als jüngere. Der Flamingo-Test wird deshalb manchmal genutzt, um grob auf altersbedingte Veränderungen zu schließen – etwa nachlassende Balancefähigkeit oder funktionelle Einschränkungen.

Besondere Aufmerksamkeit bekam der Einbeinstand durch eine große Beobachtungsstudie im Fachjournal British Journal of Sports Medicine (externer Link). Sie untersuchte mehr als 1.700 Menschen zwischen 51 und 75 Jahren. Wer es nicht schaffte, zehn Sekunden sicher auf einem Bein zu stehen, hatte im Beobachtungszeitraum ein statistisch erhöhtes Sterberisiko. Die Forschenden betonen jedoch: Der Test steht nicht in einem direkten Zusammenhang mit der Lebenserwartung. Er spiegelt vielmehr den allgemeinen körperlichen Zustand wider.

Denn mit zunehmendem Alter verändern sich verschiedene körperliche Funktionen: Muskelkraft nimmt ab, Reaktionen werden langsamer und das Gleichgewicht wird instabiler, sagt auch die Weltgesundheitsorganisation WHO in ihrem Bericht zum gesunden Altern (externer Link). Dadurch steigt auch das Risiko für Stürze, da kleine Stolperer nicht mehr so gut ausgeglichen werden können.

Kann man Gleichgewicht im Alltag gezielt trainieren?

Gleichgewicht lässt sich in jedem Alter trainieren. Am Anfang hilft es, den Einbeinstand mit leichter Unterstützung zu üben, etwa an einer Stuhllehne oder in der Nähe einer Wand. Mit der Zeit kann diese Hilfe reduziert werden, bis der Stand frei gelingt.

Auch alltägliche Bewegung spielt eine Rolle: Gehen, Treppensteigen oder Radfahren stärken die Beinmuskulatur und verbessern die Koordination. Entscheidend ist weniger die Intensität als die Regelmäßigkeit – kleine Übungen im Alltag reichen oft schon aus.

Wo liegen die Grenzen des Flamingo-Tests?

So praktisch der Einbeinstand ist, so begrenzt bleibt seine Aussagekraft. Der Test misst nur eine einzelne Fähigkeit in einer standardisierten Testsituation. Wie sicher sich jemand im Alltag bewegt, etwa beim Gehen oder Ausweichen, lässt sich daraus nur eingeschränkt ableiten.

Hinzu kommt: Das Ergebnis schwankt deutlich. Tagesform, Müdigkeit oder Konzentration können den Test stark beeinflussen. Ein schlechter Versuch bedeutet deshalb nicht automatisch ein gesundheitliches Problem.

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