Hängende Kokadamas am Fenster
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Kokedama: Japanische Moosball-Pflanzen selbst machen
Bildrechte: picture alliance / dpa Themendienst | Andrea Warnecke
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Kokedama: Japanische Moosball-Pflanzen selbst machen

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Kokedama: Japanische Moosball-Pflanzen selbst machen

Kokedama: Japanische Moosball-Pflanzen selbst machen

Mit Kokedama werden Zimmerpflanzen zu kleinen Moosball-Kunstwerken. Der japanische Dekotrend hat längst auch Europa erreicht. Das Beste: Die grünen Moosbälle lassen sich ganz leicht selbst machen – hier die wichtigsten Tipps zu Gestaltung und Pflege.

Über dieses Thema berichtet: Querbeet am .

Die japanische Pflanzenkunst Kokedama hat in den vergangenen Jahren auch in Europa und Deutschland viele Fans gewonnen. Die runden Moosball-Pflanzen lassen sich leicht selbst gestalten und passen mit ihrer vielfältigen Gestaltung zu jedem Wohnstil.

Was genau ist ein Kokedama?

Kokedama bedeutet wörtlich übersetzt "Moosball". Es ist die traditionelle japanische Art, Pflanzen ohne herkömmlichen Topf zu kultivieren. Statt in Übertöpfen wachsen die Pflanzen in kugelförmigen Substratbällen, die mit Moos ummantelt sind. Kokedamas verbinden Pflanzenpflege mit kreativer Gestaltung und sorgen für einen dekorativen Blickfang in Wohnungen, Büros oder Gärten.

Kokedama selbst herstellen: So geht's

Ein Kokedama beginnt mit der Pflanze selbst: Sie wird vorsichtig aus ihrem Topf genommen und die alten Erdreste von den Wurzeln entfernt. Danach wird aus einer passenden Substratmischung – etwa Blumenerde, Gartenboden und Kokosfaser – eine Kugel geformt.

In diese Kugel wird ein Loch gedrückt, in das die Pflanze gesetzt wird. Bei Stecklingen kann der Wurzelballen vorher noch leicht mit Sphagnum-Moos umwickelt werden, bei älteren Pflanzen ist das meist nicht nötig.

Mit Moos umwickeln und Kokedama formen

Sobald die Pflanze sitzt, wird die Kugel vorsichtig nachgeformt, damit keine Luftlöcher um die Wurzeln bleiben. Danach kommt das Moos rundherum: Es wird um den Ball gelegt und alles mit Schnur, Draht oder Juteband fixiert.

Dabei sollte die Form immer wieder geprüft werden, bis eine gleichmäßige Kugel entsteht. So entsteht ein stabiler, dekorativer Moosball, der die Pflanze schützt und gleichzeitig ein echter Hingucker ist. Mit ein wenig Übung kann jeder Kokedama gestalten – ob als Mini-Deko oder Teil einer grünen Pflanzenwand.

Kokedamas richtig gießen

Kokedamas werden anders bewässert als herkömmliche Zimmerpflanzen. Die Moosbälle sollten kurz in lauwarmes Wasser getaucht werden, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Anschließend lässt man das Wasser etwa 30 Minuten abtropfen, bevor der Kokedama wieder aufgehängt oder aufgestellt wird.

So wird die Feuchtigkeit gleichmäßig im Substrat verteilt, ohne dass die Wurzeln zu nass werden. Je nach Pflanzenart und Standort benötigt ein Kokedama etwa ein- bis zweimal pro Woche Wasser, in den meisten Fällen reicht jedoch eine wöchentliche Bewässerung. Mit dieser Methode bleibt das Moos frisch, die Pflanzen gesund, und der Moosball behält seine Form.

Wie pflegt man Kokedamas?

  • Licht: Kokedamas mögen helles, indirektes Licht; direkte Sonne trocknet das Moos schnell aus.
  • Luftfeuchtigkeit: Regelmäßiges Besprühen oder gelegentliches Nebeln hilft besonders bei tropischen Pflanzen, die Luftfeuchtigkeit konstant zu halten.
  • Düngen: Während der Wachstumsphase kann alle vier bis sechs Wochen ein leichter Flüssigdünger ins Wasser gegeben werden, der den Moosball nährt.
  • Kontrolle: Prüfe regelmäßig, ob das Moos noch fest ist und die Wurzeln nicht zu trocken oder zu nass sind. Bei Bedarf die Kugel nachformen oder das Moos erneuern.
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Kokedamas sind ein dekorativer Blickfang.

Welche Pflanzen eignen sich für Kokedamas?

Kleine Zimmerpflanzen, deren Wurzeln konstant leicht feucht bleiben sollten und die kein direktes Sonnenlicht benötigen, eignen sich gut für Kokedama. Dazu zählen Farne, Efeu, Einblatt oder Grünlilien. Auch kompakte Sukkulenten wie Hauswurz oder Fetthenne sowie saisonale Blühpflanzen wie Hyazinthen oder Narzissen lassen sich im Moosball kultivieren. Entscheidend ist, dass die Pflanzen kleine, überschaubare Wurzelballen haben, damit sie im Moos genügend Halt und Feuchtigkeit bekommen.

Stecklinge und Vermehrung im Moos

Kokedama eignet sich nicht nur für ausgewachsene Pflanzen, sondern auch zur Vermehrung. Stecklinge können direkt im Moos Wurzeln bilden, beispielsweise in Sphagnum-Moos, das leicht mit Perlite gemischt wird, um eine gute Durchlüftung zu gewährleisten. In einem luftdicht verschlossenen Glas entwickeln die Stecklinge innerhalb weniger Wochen neue Wurzeln. Anders als bei klassischen Mini-Flaschengärten wird das Glas regelmäßig gelüftet, um Schimmelbildung vorzubeugen.

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