Die Wetteraussichten für Bayern für die kommenden Tage sind winterlich und teilweise extrem kalt. Am Sonntag liegen die Tiefstwerte laut Vorhersage bei minus 15 Grad. Bei Eis und Schnee wird Autofahren zur Herausforderung – mit ein paar Tipps und guter Vorbereitung kann man der Kälte aber trotzen.
Häufigste Pannenursache: Starterbatterie
In der Pannenstatistik des ADAC rangiert sie schon seit Jahren auf Platz 1: Eine platte Starterbatterie sorgte im Jahr 2024 in fast 45 Prozent der Fälle dafür, dass ein Auto liegenblieb. Bei Kälte verlieren die Energiespeicher gerne an Leistung, vor allem wenn sie schon ein paar Jahre alt sind.
Auch Kurzstrecken mögen die Batterien nicht besonders gerne, und im Winter ist die Belastung besonders groß: Mit Heizung, Sitzheizung, Gebläse, Scheibenwischer und Licht müssen Lichtmaschine und Batterie Schwerstarbeit leisten. Tipp: Insbesondere beim Kaltstart sollten möglichst wenige Verbraucher eingeschaltet sein. Im Zweifelsfall sollte die Starterbatterie rechtzeitig geprüft und gegebenenfalls getauscht werden. Sollten Sie einmal Starthilfe brauchen oder geben, weiß der ADAC Rat (externer Link).
Auto unbedingt eis- und schneefrei machen
Vor dem Losfahren muss das Auto von Eis und Schnee befreit werden. Nur ein Guckloch freizukratzen, reicht nicht und ist gefährlich. Aber nicht nur die Rundumsicht ist im Winter wichtig – auch vom Dach sollte nichts herunterwehen oder -fallen. Wird nachfolgender Verkehr behindert, ist das eine Ordnungswidrigkeit und kann Strafe kosten.
Doch der Frühsport mit Kratzer und Besen kann kalt und lästig sein. Abhilfe schaffen zum Beispiel Frostschutzfolien für die Frontscheibe, die es im Baumarkt und Zubehörhandel gibt. Wem das zu viel Aufwand ist, der sollte Handbesen und Kratzer parat haben. Bestenfalls im Kofferraum, damit die ersten Schneemassen beim Öffnen der Autotür nicht ins Auto fallen. Oder: Bei angekündigtem Schneefall diese Hilfsmittel in der Wohnung zum Mitnehmen zurechtlegen.
Das Auto warmlaufen zu lassen, ist übrigens verboten. Wer oft bei Minusgraden aufs Auto angewiesen ist, kann über eine Standheizung nachdenken. Fahrer von Elektrofahrzeugen sollten unbedingt die Vorwärmfunktion nutzen.
Türdichtungen einfetten und Scheibenfrostschutz auffüllen
Damit sich bei Eiseskälte auch verlässlich die Türen öffnen lassen, ist es ratsam, die Gummidichtungen hin und wieder einzufetten. Das geht am besten mit Produkten aus dem Fach- und Zubehörhandel. Wer mit Hausmitteln, wie Melkfett oder Hirschtalg, gute Erfahrungen gemacht hat, kann auch diese benutzen. Die Pflegeschicht soll verhindern, dass die Gummis trocken und brüchig werden.
Für klare Sicht ist entscheidend, dass die Scheiben auch von innen regelmäßig gewischt werden. Außerdem sollten die Gummis der Scheibenwischer ihre Arbeit schlierenfrei machen. Essenziell ist, dass frostsicheres Wischwasser nachgefüllt ist, denn so ist der Durchblick auch auf längeren Reisen gewährleistet.
Jacke bei der Fahrt ausziehen, ans Tanken denken
Die dicke Daunenjacke kann am Steuer bei einem Unfall zur Gefahr werden. Crashtests des ADAC haben gezeigt, dass Winterbekleidung den optimalen Sitz des Gurtes verhindert und das zu inneren Verletzungen führen kann. Auch wenn es widersinnig klingt, sich nach dem Autokratzen ohne Jacke ins kalte Auto zu setzen – vor allem auf längeren Strecken ist es definitiv sicherer ohne Anorak. Wenigstens sollte die Jacke geöffnet sein und der Beckengurt am Körper anliegen.
Wer im Winter längere Strecken zurücklegt, sollte den Wagen vor der Fahrt volltanken, denn es kann witterungsbedingt auch unvorhersehbar zu längeren Staus kommen.
Als Helfer in der Not kann es im Winter auch sinnvoll sein, eine warme Decke und ein Starthilfekabel im Auto zu haben. Der Türschlossenteiser hingegen sollte vielleicht nicht innen verstaut sein.
Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.
"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!
