Wie die Polizeiinspektion Rosenheim mitteilte, überquerte ein 67-Jähriger mit seinem Pkw gegen 0.30 Uhr einen unbeschrankten Bahnübergang bei Viehhausen in Wasserburg am Inn – trotz Andreaskreuz und rotem Blinklicht. Ein herannahender Zug erfasste das Auto. Der Mann starb noch am Unfallort.
Notbremsung hilft nicht mehr – Zug erfasst Auto
Der Zugführer stand unter Schock. Zwei Fahrgäste wurden durch die eingeleitete Notbremsung leicht verletzt und vor Ort ambulant behandelt. Den entstandenen Gesamtschaden schätzt die Polizei auf mehr als 10.000 Euro.
Der Bahnübergang war bis etwa 5.30 Uhr in der Früh gesperrt. Größere Beeinträchtigungen im Bahnverkehr gab es aber nach Polizeiangaben nicht.
Bereits mehrere tödliche Unfälle an unbeschranktem Bahnübergang
An dem betroffenen unbeschrankten Bahnübergang kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu schweren, teils tödlichen Unfällen. Nach jahrelangen juristischen Streitigkeiten mit Grundstücksbesitzern will die Bahn in diesem Sommer deshalb sogenannte "Halbschranken" installieren.
Halbschranken sind Eisenbahnschranken, die nur eine Fahrspur sperren. Sie ermöglichen es Fahrzeugen, den Bahnübergang zu verlassen, auch wenn die Schranken schließen.
In Bayern passieren die meisten solcher Unfälle
Die meisten Unfälle in Deutschland an unbeschrankten Bahnübergängen passieren in Bayern. Das liegt aber auch daran, dass der Freistaat deutschlandweit die meisten Bahnübergänge hat: rund 3.000.
Die Hälfte davon ist unbeschrankt. Seit 1950 habe die Deutsche Bahn zusammen mit Gemeinden und Straßeneigentümern die Anzahl der Bahnübergänge aber schon halbiert.
Gründe: Unaufmerksamkeit oder Leichtsinn
Die hohe Anzahl an Unfällen an unbeschrankten Bahnübergängen hat verschiedene Ursachen. Die Hauptgründe sind laut Deutscher Bahn Unaufmerksamkeit oder Leichtsinn.
Die Bahn klärt seit Jahren über die geltenden Verkehrsregeln am Bahnübergang auf und appelliert an die Straßenteilnehmer, aufmerksam zu sein und die Verkehrsregeln zu beachten.
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