Archivbild: Der U-Bahnhof Quiddestraße in München-Neuperlach ist geschlossen, ein Gitter versperrt den Zugang
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Am Freitag und Samstag macht Verdi mit ganztägigen Warnstreiks im Nahverkehr Druck.
Bildrechte: picture alliance / Wolfgang Maria Weber | Wolfgang Maria Weber
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Am Freitag und Samstag macht Verdi mit ganztägigen Warnstreiks im Nahverkehr Druck.

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Ab heute bayernweiter Warnstreik beim ÖPNV: Wen trifft's?

Ab heute bayernweiter Warnstreik beim ÖPNV: Wen trifft's?

Für Freitag und Samstag hat die Gewerkschaft Verdi erneut ganztägige Warnstreiks im Nahverkehr angekündigt. In Bayern sind laut Verdi die meisten größeren Städte betroffen. Ein Überblick, worauf Sie sich ab Freitag einstellen sollten.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Am Freitag und Samstag macht die Gewerkschaft Verdi mit ganztägigen Warnstreiks im Nahverkehr Druck. Die Einschränkungen für Fahrgäste dürften erneut groß werden.

Wo in Bayern gestreikt wird: Mindestens 13 Städte betroffen

In Bayern sind laut Verdi die fünf größten bayerischen Städte München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg und Ingolstadt betroffen, zudem Fürth, Bamberg, Passau, Landshut, Schwabach, Bayreuth, Schweinfurt und Dachau. Weitere könnten hinzukommen. Nicht gestreikt wird in Würzburg und Aschaffenburg. Die Beschäftigten dort werden nach dem Tarifvertrag der Kommunen bezahlt, der noch läuft. Es gilt Friedenspflicht.

Gestreikt wird von Betriebsbeginn am Freitagmorgen bis Betriebsende am späten Samstag beziehungsweise frühen Sonntag. Auch in anderen Teilen Deutschlands wird gestreikt.

Was in Bayern bestreikt wird: U-Bahn, Tram und Buslinien betroffen

Wie bei früheren Streiks fallen in der Regel U-Bahnen und Trams ganz oder weitgehend aus, Busse fahren teilweise. S-Bahnen und Regionalzüge und -busse fahren dagegen, da sie andere Betreiber haben und daher nicht betroffen sind.

Beim Stadtbusverkehr gibt es häufig eine Mischung aus von den Stadtwerken selbst betriebenen und von externen Unternehmen gefahrenen Linien. Hier fallen meist vor allem die selbst betriebenen Linien aus. In München sind das beispielsweise die Nummern bis 199.

Eingeschränkte Notfallfahrpläne an den Streiktagen

Auch beispielsweise in Bayreuth rechnen die Stadtwerke damit, dass zahlreiche kommunal angestellte Busfahrer in den Warnstreik treten. Weil die Busse privater Unternehmen aber fahren, könnte zumindest am Freitag etwa die Hälfte des Fahrplans aufrechterhalten werden. Am Samstag hingegen könnten deutlich mehr Linien ausfallen. Welche Fahrten an den beiden Tagen stattfinden, zeigt ein Streikfahrplan, den die Stadtwerke auf ihrer Internetseite (externer Link) zur Verfügung stellen.

In Nürnberg bleiben am Freitag und Samstag U-Bahnen und Straßenbahnen in den Depots. An beiden Streiktagen sollen aber Busse auf Basis des Nightliner-Netzes fahren, teilten die städtischen Verkehrsbetriebe VAG mit. Insgesamt 16 Buslinien werden demnach vom Nürnberger Hauptbahnhof aus sternförmig in alle Richtungen fahren und wieder zurück. Laut VAG fahren die Busse zwischen 5.00 und 21.00 Uhr immer zur vollen und zur halben Stunde. Nach 21.00 Uhr verkehren die Busse im Stundentakt. Verstärkt wird das Angebot nach Angaben der VAG durch zwei zusätzliche Buslinien. Die Linien 82 und 83 fahren demnach regulär nach Fahrplan.

In Landshut fahren einige Schulbuslinien

Laut der Stadtwerke Landshut ist davon auszugehen, dass an diesen beiden Tagen im Liniennetz der Stadtwerke nur wenige Busse im Einsatz sein werden. Lediglich die Linie 609 (Altstadt – Hauptbahnhof – Münchnerau – Gündlkoferau) werde an beiden Tagen regulär fahren. Auch die Schüler- und Berufslinien, die von Kooperationspartnern der Stadtwerke Landshut bedient werden, fahren laut Internetseite der Stadtwerke (externer Link).

Auch In Regensburg komme es von Freitag, 3.00 Uhr, bis Sonntagmorgen um 3.00 Uhr, zu Ausfällen und Einschränkungen im Stadtbusverkehr. Vom Warnstreik betroffen sind laut RVV auch die Schul- und Expressbusse in der Oberpfälzer Stadt. Die Regionalbuslinien sind hingegen nicht betroffen.

Nachtlinien häufig gestrichen

Nachtschwärmer haben durch den Warnstreik allerdings das Nachsehen: Weil alle verfügbaren Fahrerinnen und Fahrer für den Notdienst am Tag gebraucht werden, müsse das Nightliner-Angebot in den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag entfallen, wie es etwa aus Nürnberg heißt. Informationen zum dortigen Notfahrplan sind ab Donnerstagnachmittag online abrufbar.

In der Regel stellen die Verkehrsunternehmen für die Streiktage eingeschränkte Notfahrpläne für den Busverkehr auf. Bei U-Bahn und Tram gibt es in der Regel keine externen Dienstleister, hier kommt es auf die Streikbeteiligung an, ob einzelne Linien bedient werden können. In den Warnstreik treten vielerorts neben dem Fahrpersonal auch Mitarbeiter der Leitstellen, der Werkstätten und der Verwaltung.

Auch Bundesliga-Spiele vom Streik betroffen

In München und Nürnberg stehen am Freitag und Samstag keine Fußballspiele mit hohem Zuschaueraufkommen an. FC Bayern, Club und 1860 spielen am Wochenende auswärts.

In Augsburg sieht es schlechter aus: Der FCA empfängt am Freitagabend Köln. Hier laufen den Stadtwerken zufolge derzeit noch Abstimmungen zwischen Ordnungsbehörden und Vereinen. In Fürth gibt es zudem am Samstagabend ein Zweitliga-Spiel gegen Schalke.

Mit Informationen von dpa.

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