Der Radar-Sensor auf dem Fliegerhorst Holzdorf an der Grenze zwischen Brandenburg und Sachsen-Anhalt
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Der Radar-Sensor an der Grenze zwischen Brandenburg und Sachsen-Anhalt ist als erster von drei Standorten in Deutschland schon in Betrieb.
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Ärger um Arrow im Allgäu: Bundeswehr sieht keine Alternative

Ärger um Arrow im Allgäu: Bundeswehr sieht keine Alternative

Nach heftiger Kritik an den Plänen für ein Hochleistungsradar bei Friesenried hat die Bundeswehr das Gespräch mit Anwohnern gesucht. Ein General räumte viele ihrer Bedenken ein, machte aber auch klar: Eine Alternative zum Standort gibt es nicht.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Schwaben am .

Das Thema treibt viele um: Mehrere hundert Menschen sind zur Bürgerversammlung in Kaufbeuren gekommen, um über die geplante Stationierung des Raketenabwehrsystems Arrow in ihrer Region zu sprechen. Drei Stunden lang stellen sich Vertreter der Bundeswehr, des Wasserwirtschaftsamts und des Staatlichen Bauamts den Fragen der Bürgerinnen und Bürger aus Kaufbeuren und Umgebung zu dem Vorhaben. Die Antworten sorgen bei einigen für Ernüchterung.

Bürgerinitiative bezweifelt, dass Friesenried der richtige Standort ist

Ihre Sorgen sind nicht neu: Seit der Plan der Bundeswehr bekannt ist, das Hightech-Radar "Sensor Süd" des Raketenabwehrsystems Arrow auf einer Anhöhe im Königsberger Forst bei Friesenried im Ostallgäu zu stationieren, wird Kritik von Anwohnern laut. Eine Bürgerinitiative hat Zweifel, ob der Wald bei Friesenried der richtige Standort für das Radar ist.

Bundeswehr verspricht mehr Transparenz

Was viele Kritiker besonders ärgert, ist fehlende Kommunikation. Schon vor der Bürgerversammlung hatten sie sich darüber beschwert, vor vollendete Tatsachen gestellt worden seien. Die Betroffenen hätten nicht frühzeitig informiert werden können, aus Gründen der militärischen Geheimhaltung, hatte die Bundeswehr darauf geantwortet.

Auf der Bürgerversammlung klang das jetzt anders: General Christian Leitges von der Luftwaffe räumte ein, dass die Kommunikation seitens der Bundeswehr anfangs nicht gut gewesen sei. Für die Zukunft versprach er mehr Transparenz. Die Bundeswehr werde den umfassenden Fragenkatalog der Bürgerinitiative öffentlich beantworten. Außerdem soll es ab Oktober eine ständige Ansprechstelle für alle Fragen rund um Arrow bei der Bundeswehr in Kaufbeuren geben.

Trinkwasserversorgung betroffen

Darüber hinaus gab es für Kritiker aber kaum gute Neuigkeiten: Eine Bürgerinitiative kritisiert unter anderem die geplante Rodung im Naherholungsgebiet. Weil der Standort Einzugsgebiet für die Friesenrieder Trinkwasserquellen ist, fürchten Bürger zudem um die Wasserversorgung der 1.500-Einwohner-Gemeinde. General Leitges bestätigte, dass die Trinkwasserversorgung in Friesenried wahrscheinlich betroffen sein wird.

Bernhard Simon, Leiter des Wasserwirtschaftsamts Kempten sprach von einem erheblichen Eingriff in ein ökologisch sensibles Gebiet. Man sei bemüht, die Eingriffe so gering wie möglich zu halten, sagte General Leitges. Für entstehende Kosten werde die Bundeswehr aufkommen. Nach derzeitigem Planungsstand müssen aber voraussichtlich insgesamt 14 Hektar Wald gerodet werden.

Radar laut Bundeswehrgeneral "lukratives Ziel"

Dass sich durch den Bau der Anlage die Bedrohungslage in Friesenried ändern könnte, wollte der General nicht ausschließen. Anwohner hatten Sorge geäußert, ihr Ort könne durch die Anlage ein potenzielles Angriffsziel für feindliche Mächte werden. "Das Radar ist ein lukratives Ziel", bestätigte Leitges, "das ist der Fliegerhorst in Kaufbeuren aber auch – eine militärische Anlage, mit der wir noch viel vorhaben."

Die Sorge von Bürgerinnen und Bürgern, dass vom Hochleistungsradar eine gefährliche Strahlenbelastung ausgehen könnte, ist laut dem Luftwaffenvertreter hingegen unbegründet: Messungen am Standort Ost in der Annaburger Heide hätten ergeben, dass die gesetzlich vorgegebenen Grenzwerte nur zu zehn bis 20 Prozent erreicht würden. Auf dem Fliegerhorst Holzdorf an der Grenze zwischen Brandenburg und Sachsen-Anhalt ist bereits seit September der erste von drei Arrow-Radarsensoren in Betrieb.

Bundeswehr sieht keine Alternative

Die Hoffnung, das Projekt an diesem Standort noch abzuwenden, dürfte auf der Bürgerversammlung geschrumpft sein. Die Bundeswehr habe laut General Leitges zahlreiche Standorte geprüft. Keiner habe die entsprechenden Kriterien für den Bau des Radars erfüllt. Der Freistaat habe daraufhin das Grundstück im Staatswald im Königsberger Forst angeboten. So sei die Wahl auf Friesenried gefallen. Bürgermeister Bernhard Huber hatte schon zuvor keine Möglichkeit gesehen, den Bau des Radars bei Friesenried noch abzuwenden.

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