Die AfD wird nach der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern erstmals stärkste Kraft im Land: Die Partei kann ihr Ergebnis mehr als verdoppeln und lässt die SPD hinter sich. Auf Rang drei folgt die Linkspartei, auch die Grünen schaffen den Wiedereinzug in den Landtag. Die CDU stürzt ab, scheitert laut vorläufigem Ergebnis überraschend an der Fünf-Prozent-Hürde und wird erstmals überhaupt in einem Landesparlament nicht vertreten sein. Auch das BSW verpasst den Einzug in den Schweriner Landtag.
Ministerpräsidentin ist seit 2017 die frühere Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD). Seit der Landtagswahl 2021 führt sie eine rot-rote Koalition mit der Linkspartei an. Im neuen Landtag haben die beiden Parteien keine Mehrheit mehr, sondern brauchen für ein Bündnis auch die Grünen.
Chrupalla sieht Regierungsauftrag für AfD – Linke widerspricht
AfD-Chef Tino Chrupalla sagte im Ersten, seine Partei habe sich in Mecklenburg-Vorpommern mehr als verdoppelt und damit vom Wähler "ganz klar" den Regierungsauftrag erhalten. Die AfD werde allen Parteien Gespräche anbieten.
Der Linken-Bundestagsabgeordnete Dietmar Bartsch sieht das ganz anders: "Ich sage ganz klar, die AfD hat in diesem Land keinen Regierungsauftrag. Die AfD wird hier nicht regieren und das ist gut, das ist ein großer Schritt für die Demokratie."
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Symbolbild "Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin"
Schwesig: Was für eine Aufholjagd
Ministerpräsidentin Schwesig sprach von der "schwersten Landtagswahl" mit "ziemlich viel Gegenwind aus dem Bund". Noch vor einem Jahr habe die SPD in Umfragen bei nur 19 Prozent gelegen. Die Partei habe den Kampf gegen eine sehr starke und "extremistische" AfD aufgenommen: "Was für eine Aufholjagd!"
Merz: Desaster für die CDU
Der CDU-Vorsitzende und Bundeskanzler Friedrich Merz sagte in Berlin: "Das Ergebnis in Mecklenburg-Vorpommern können wir nicht schönreden: Das ist ein Desaster." Die CDU habe gekämpft, sei am Ende aber "zerrieben worden in der Zuspitzung zwischen SPD und AfD". Zu diesem Zeitpunkt sahen die Prognosen die CDU noch im Landtag.
BSW-Landeschef Peter Schabbel hatte sich zu Beginn des Wahlabends noch zuversichtlich gezeigt, dass seine Partei in den Landtag kommt und in Mecklenburg-Vorpommern das "Zünglein an der Waage" werden könnte. Letztlich verpasste das BSW aber den Einzug ins Parlament.
Grüne: Erfolg
Grünen-Spitzenkandidatin Claudia Müller wertete das Ergebnis ihrer Partei als "Erfolg": Denn die Grünen seien noch nie zwei Legislaturperioden hintereinander im Schweriner Landtag gewesen. Es gebe weiter die Chance, "stabile demokratische Mehrheiten im Land" zu bekommen.
Koalitionsrechner - Wer mit wem eine Mehrheit hätte
Im Video: Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern
Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern
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