Großer Ansturm aktuell im Hofgarten an der Residenz in Würzburg: Alle wollen sie sehen – die riesige Agave, die gerade gelb blüht. Im unteren Bereich hat die Pflanze längliche, dickfleischige Blätter mit Spitzen – und aus der Mitte wächst die Blüte heraus. "Das, was aus der Agave herauswächst, sieht ein bisschen aus wie ein Spargel. Es hat mehrere Blütenstände, an denen ganz viele Insekten herumschwirren", sagt ein Mann. Er ist schon zum vierten Mal da, um die seltene Agave zu bestaunen und zu fotografieren.
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Agave gehört zu den Spargelgewächsen und blüht nur ein Mal
Mit dem Spargel liegt er gar nicht so falsch: Denn Agaven sind sukkulente Pflanzen aus der Familie der Spargelgewächse, die ursprünglich aus den trockenen Regionen von Amerika stammen. Das Besondere: Agaven blühen meistens nur ein Mal in ihrem Leben. "Die Ursprungspflanze ist schon ein bisschen mitgenommen. Ich habe gehört: Die werden um die 60 Jahre alt. Dann blühen sie und sterben wieder ab", erklärt der Besucher weiter.
Blüte nur bis etwa Mitte August: Interessierte müssen schnell sein
Am vergangenen Wochenende sind die ersten gelben Knospen der über 50 Jahre alten Pflanze aufgegangen, jetzt steht die Agave in voller Blüte, teilt die Bayerische Schlösserverwaltung mit. Wer sie sehen will, muss sich aber beeilen. Denn die Agave in Würzburg blüht voraussichtlich nur bis Mitte August. Danach trocknet der Blütenstand ein. Weil die Agave ihre ganze Kraft in die Blüte investiert, stirbt die Pflanze danach. Ableger sichern aber den Fortbestand.
Eher durch Zufall hatten die Gärtner und Gärtnerinnen den Blütenstand entdeckt, als sie die 300 Kübelpflanzen durchgesehen haben. Die exotische Pflanze blüht in unseren Breiten nur sehr selten. Die letzte vergleichbare Blüte war 2014 im Hofgarten in Ansbach zu sehen. In Würzburg hat eine Agave zuletzt vor drei Jahren geblüht, davor lange nicht.
Besucherin: "Das ist wirklich einmalig"
Weitere Besucherinnen stehen staunend neben der riesigen Pflanze an der Orangerie: "Das ist wirklich einmalig – dass so eine große Agave blüht. Das ist super selten", sagt eine Frau. Eine andere Frau hat die Entwicklung der Blüte ganz genau verfolgt: "Ich war vor zwei Wochen schon da, da war sie noch geschlossen. Jetzt ist sie viel weiter. Es ist toll zu wissen, wie selten sie blüht."
Agave stammt ursprünglich aus Mittelamerika
Ursprünglich stammt die "Agave americana" aus Mittelamerika und gehört zur Unterfamilie der Agavengewächse. Sie wird oft "Hundertjährige Aloe" genannt, obwohl sie keine Aloe ist. Der Name ist entstanden, weil man Agaven und Aloen wegen ihrer ähnlich spitzen Blätter leicht verwechseln kann. Agaven stammen aus Amerika, echte Aloen zum Beispiel aus Afrika.
Agaven wurden gerne in höfischen Gärten kultiviert
Im 17. und 18. Jahrhundert wurden Agaven als "kostbare Besonderheit" in höfischen Gärten angepflanzt. Schon damals war die Blüte eine Sensation, so die Schlösserverwaltung. Die Menschen haben das Ereignis ausführlich dokumentiert, etwa in Büchern, Zeitschriften, auf Kupferstichen und sogar auf Münzen.
Der Hofgarten Würzburg hat das ganze Jahr über ab 8.00 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit geöffnet, längstens bis 20.00 Uhr. Der Zugang ist kostenlos.
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