Die oberfränkische Gemeinde Prebitz im östlichen Landkreis Bayreuth ist gut 21 Quadratkilometer groß. Rund 1.000 Einwohner verteilen sich hier auf 17 Ortsteile. Tradition und Vereinsleben wird großgeschrieben. Was bisher allerdings gefehlt hat – das ist ein eigenes Wappen.
Auf offiziellen Dokumenten ist entweder nur der Schriftzug "Gemeinde Prebitz" zu lesen, oder aber die Bayernfahne zu sehen. "Die ist zwar hübsch, aber keine Identifikation für die Gemeinde", sagt Gemeinderat Stefan Regner (CSU). Und Karin Hartman (FWG Prebitz) ergänzt: "Das ist irgendwie gesichtslos." Und genau das sollte sich ändern.
Bürgermeister taucht in Heraldik ein
"Wir haben uns gedacht, das gehen wir jetzt an. Einfach mal machen und probieren", sagt Bürgermeister Jörg Teufel (CSU). Doch ganz so einfach ist es nicht mit der Heraldik, der Lehre der Wappen, stellt er schnell fest. "Ich habe mich ein bisschen umgehört, mit Heraldikern gesprochen und schnell gemerkt, das ist ganz schön wissenschaftlich, was die von mir wollen", so der Bürgermeister. Doch er gibt nicht auf, liest sich ein, erkundigt sich beim Innenministerium, dem Bayerischen Hauptmünzamt und dem Bayerischen Staatsarchiv.
Es gibt klare Anforderungen an ein Gemeindewappen: Die Motive müssen beispielsweise mit der eigenen Geschichte in Zusammenhang stehen, klar, prägnant und in der Farbgebung stimmig sein. Auch braucht es eine textliche Beschreibung des Wappens, mit der ein ausgebildeter Heraldiker es nachzeichnen könnte, ohne es gesehen zu haben. "Da hatten wir unsere Probleme, aber da haben wir Hilfe von den Archiven bekommen", so der Bürgermeister.
Dreigeteiltes Wappen: Landwirtschaft, Mühlen und Gewässer
Letztlich hat er es selbst am Rechner designt – auch mit Hilfe von KI. Das Ergebnis: ein dreigeteiltes Wappen. Oben links ist eine goldene Ähre auf rotem Hintergrund zu sehen. Landwirtschaft ist für die Gemeinde typisch. Es gibt keine große Industrie, dafür Felder und Wälder.
Oben rechts auf silberfarbenen Hintergrund – der übrigens nur genommen werden darf, wenn nachweislich die Markgrafen hier waren – ist ein schwarzes Mühlrad. Vier Mühlen hatte die Gemeinde, heute ist allerdings keine mehr aktiv. Dennoch haben sie in der Gemeinde nachweislich schon im 14. Jahrhundert für Wohlstand gesorgt – und Fortbestand. "Wir haben in den Archiven auch finden können, wer aus welcher Mühle mit wem verheiratet war", erklärt Jörg Teufel.
Ähre und Mühlrad werden im unteren Teil des Wappens von drei blauen Wellen verbunden. Sie symbolisieren die Gewässer, die die Gemeinde prägen. Ob die Creussen-Quelle, die hier entspringt, oder aber auch die europäische Wasserscheide, die einen Ortsteil kreuzt.
Bayern: Nur noch drei weiße Wappen-Flecken
Gut eineinhalb Jahre und unzählige ehrenamtliche Stunden hat es gebraucht, aber jetzt haben die Prebitzer ihr eigenes Wappen. "Ich bin stolz auf mich und meinen Gemeinderat, der das mitgetragen hat. Und das neben all den wichtigen Themen, die uns beschäftigen", sagt der Bürgermeister.
Das Wappen wurde offiziell genehmigt, darf ab sofort genutzt werden. Von Briefköpfen über Fahnen bis hin zur Fassade am Feuerwehrhaus. Bayern hat somit jetzt nur noch drei wappenlose Gemeinden: Elchingen im schwäbischen Landkreis Neu-Ulm, Schwebheim im unterfränkischen Landkreis Schweinfurt (nicht offiziell genehmigt) und Stadlern, eine Gemeinde im Oberpfälzer Landkreis Schwandorf.
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