Moderne Küchengeräte, Laptop oder Bausteinburg – insbesondere jetzt vor Weihnachten sausen die verschiedensten Pakete über die Förderbänder im fast 8.000 Quadratmeter großen Verteilzentrum im Bayreuther Logistikpark. An die 100.000 Pakete bis höchstens 23 Kilo durchlaufen hier täglich ihre letzten Reisevorbereitungen vor der Auslieferung zum Kunden. An einem durchschnittlichen Versandtag sind es sonst etwa 50.000 Stück.
Mehr Personal vor Weihnachten
Dafür stellt Amazon in der Vorweihnachtszeit mehr Personal ein. Saisonkräfte oder Studierende, die im Dreischichtbetrieb aushelfen. Bis zu 300 Beschäftigte sorgen dafür, dass die Ware aus europäischen Logistikzentren in den richtigen Auslieferfahrzeugen landet.
Auch beim Paketversand DHL wird vor den Feiertagen personell massiv aufgestockt. Nie wurden mehr Pakete versandt als heuer in der Vorweihnachtszeit, bilanziert Jasmin Derflinger von der DHL Group. Für ganz Deutschland seien das bisher rund 13 Million Pakete pro Tag. Verschickt werde vor allem sehr viel Bekleidung.
KI plant Route – Linksabbiegen kostet Zeit
Bastian Bär ist Paketzusteller für das Amazon-Verteilerzentrum Bayreuth. Der 37-Jährige arbeitet seit drei Jahren für einen Subunternehmer und fährt Pakete im Raum Bayreuth aus. Seine Tour führt ihn zum Beispiel in das ländliche Weidenberg. Trotz der 73 Stopps komme er zeitlich gut klar. "Ein paar nette Worte an der Haustür sind immer drin", so der Paketzusteller.
Die Auslieferungsroute und damit die Reihenfolge der Päckchen wurde vorher im Verteilzentrum festgelegt. So soll es dem Fahrer ermöglicht werden, immer die schnellste Strecke fahren zu können. Linksabbiegen wird dabei möglichst vermieden, denn das koste laut Verkehrsstatistik am meisten Zeit. Die Routenführung dient allerdings nur als Vorschlag, der Paketzusteller könne individuell entscheiden, wie er fahren möchte.
Bastian Bär kennt sich in Weidenberg gut aus und wird an der ein oder anderen Haustür sogar wiedererkannt. Den jährlichen Weihnachtsstress nimmt er gelassen. Zu Weihnachten gebe es von einigen Kunden ein kleines Dankeschön in Form von Süßigkeiten oder einem Trinkgeld.
Menschen aus 27 Nationen
Christian Ehrhadt arbeitet seit zwei Jahren im Bayreuther Verteilzentrum. Er war vorher in der Automobilbranche tätig. Ihm macht die Tätigkeit viel Spaß und er sagt, dass jedes Päckchen, das er sortiert einen Menschen glücklich macht. Menschen aus 27 Nationen sind am Standort Bayreuth beschäftigt. Während der Arbeit werde vor allem Deutsch oder Englisch gesprochen.
Gewerkschaften kritisieren Arbeitsbedingungen
Gewerkschaften wie Verdi kritisieren regelmäßig die Arbeitsbedingungen bei Amazon, sprechen unter anderem von massiver Arbeitsverdichtung und einem fehlenden Flächentarifvertrag des Einzel- und Versandhandels. Standortleiter Christof Felix weist diese Kritik zurück. Er sagt, das Einstiegsgehalt liege bei 16,80 Euro brutto pro Stunde. Nach zwei Jahren gebe es automatisch 19,34 Euro für Logistikmitarbeitende ohne zwingende Vorkenntnisse.
Amazon-Verteilzentrum in Bayreuth - in der Vorweihnachtszeit laufen hier bis zu 100.000 Pakete am Tag über die Bänder
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