Kardinal Reinhard Marx ist dagegen, in Bayern Eintrittsgelder für den Kirchenbesuch zu verlangen. Das sagte der Münchner Erzbischof in Bamberg. Dort hatten seit Mittwoch die bayerischen Bischöfe bei ihrer Frühjahrsvollversammlung getagt [externer Link]. Die Bischöfe hätten zwar nicht über das Thema gesprochen, "aber ich glaube, das ist in Bayern kein Thema", so Marx. "Wir freuen uns, wenn viele Menschen, gerade in den touristischen Orten und Landschaften Bayerns, die Kirchen besuchen und eine Kerze anstecken."
In Köln bald die Regel, in Bayern noch die Ausnahme
Die Verwaltung des Kölner Doms hatte zuletzt mitgeteilt, dass der Dom ab der zweiten Jahreshälfte eine Zugangsgebühr für Touristen erhebt. Im Gespräch sind Ticketpreise von zwölf bis 15 Euro. Auch das Bistum Aachen hatte einen Eintritt für den Dom in Zukunft nicht ausgeschlossen, wie eine Recherche des Portals katholisch.de ergab [externer Link]. In Bayern wird bisher nur in Einzelfällen Geld für einen Kirchenbesuch außerhalb der Gottesdienstzeiten verlangt, etwa in der Stadtkirche Sankt Jakob in Rothenburg ob der Tauber: Dort kostet der Besuch 3,50 Euro.
Bischöfe warnen vor Normalisierung rechtsextremer Positionen
Zum Abschluss ihrer Beratungen riefen Bayerns katholische Bischöfe außerdem zum Einsatz für Demokratie auf. Gerade die Normalisierung rechtsextremer Positionen betrachte man mit großer Sorge, sagte Kardinal Marx.
Die Bischöfe mahnten eine "prinzipielle Bereitschaft zu vernünftigem Diskurs und Konsens" an. Die Demokratie sei keine gemähte Wiese, dafür müsse man richtig arbeiten, sagte Marx. Manche hätten noch nicht begriffen, "dass es um die Wurst geht, beziehungsweise um die Demokratie".
Mit Blick auf die Kommunalwahlen sagte Marx, es freue ihn, dass in den Stichwahlen am kommenden Sonntag kein Kandidat der AfD dabei sei. Ein Durchmarsch der Partei sei zwar ausgeblieben, sie habe ihr Ergebnis insgesamt aber deutlich verbessern können.
Jugendliche bei Wehrpflicht-Debatte begleiten
Auch zur Debatte um die Wehrpflicht und Musterung äußerten die Bischöfe sich. Jugendliche, die sich Sorgen machen, bräuchten gute seelsorgliche Begleitung. Die anderen Bischöfe hätten berichtet, dass junge Leute angesichts der Weltlage wirklich Angst hätten, sagte Marx. Die Jugendseelsorge müsse da zur Seite stehen und Gesprächsangebote machen.
Zur Freisinger Bischofskonferenz gehören die Chefs der bayerischen Diözesen sowie - aus historischen Gründen - der Bischof von Speyer. Das Gremium tagt im Herbst traditionell in Freising oder München, im Frühjahr wechseln die Tagungsorte.
Mit Informationen von KNA und dpa.
Im Video: Frühjahrsversammlung der Freisinger Bischofskonferenz
In Bamberg ist die Frühjahrsversammlung der Freisinger Bischofskonferenz zu Ende gegangen.
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