Nahverkehrsstreik in Fürth
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ÖPNV-Streik legt Nahverkehr in vielen bayerischen Städten lahm

ÖPNV-Streik legt Nahverkehr in vielen bayerischen Städten lahm

Busse, Trams und U-Bahnen stehen vielerorts still: Eine neue Streikwelle im Nahverkehr sorgt heute in Bayern für massive Einschränkungen. Betroffen sind zahlreiche Städte – die Auswirkungen fallen aber unterschiedlich aus.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Die dritte Streikwelle im laufenden Tarifkonflikt im öffentlichen Nahverkehr hat am Donnerstag ihren Höhepunkt erreicht. Die Gewerkschaft Verdi hatte Beschäftigte in rund einem Dutzend Städte zum Warnstreik aufgerufen. Betroffen sind unter anderem München, Augsburg, Regensburg, Fürth, Schweinfurt und Passau.

Nach Angaben von Verdi ist die Streikbeteiligung hoch. "Wir sind bisher extrem zufrieden“, hieß es am Mittag. Auch in den kommenden Tagen sind weitere Arbeitsniederlegungen geplant – teilweise bis Sonntag.

In vielen der am Donnerstag bestreikten Kommunen blieben Busse und Bahnen in den Depots. Die Städte versuchen, einen Notbetrieb aufrechtzuerhalten. Wie stark die Einschränkungen sind, hängt dabei vor allem von der Streikbeteiligung ab.

Stillstand in Augsburg und Schweinfurt

Besonders deutlich waren und sind die Auswirkungen in Augsburg zu spüren: Dort stehen Busse und Straßenbahnen des kommunalen Betriebs den ganzen Tag komplett still. Nur einzelne Linien von privaten Anbietern verkehren. Als Ausgleich stellen die Stadtwerke ihre Leihfahrräder kostenlos zur Verfügung. Auch in Schweinfurt kam der Nahverkehr nahezu zum Erliegen. Fahrgäste müssen sich Alternativen suchen.

München: Nur Teilbetrieb bei U-Bahn, Tram und Bus

In München zeige sich ein gemischtes Bild: Nach Angaben der Münchner Verkehrsgesellschaft sindden ganzen Donnerstag über mehr als die Hälfte der Busse unterwegs. Zudem fahren die Tramlinien 20 und 25 sowie U-Bahnen auf einzelnen Abschnitten, etwa zwischen Sendlinger Tor und Münchner Freiheit. S- und Regionalbahnen sind grundsätzlich nicht betroffen, da sie von anderen Betreibern gefahren werden.

In Fürth ist das Angebot stark reduziert. Statt 13 Buslinien fuhren am Vormittag nur acht – und das im 30-Minuten-Takt. Auch Schulbusse fielen teilweise aus oder mussten Umleitungen fahren.

Nürnberg: Streikhöhepunkt für Freitag und Samstag erwartet

In Nürnberg sind die Auswirkungen noch gering, da zunächst nur Werkstattpersonal streikt. Erst am Freitag und Samstag wird dort voraussichtlich das Fahrpersonal in den Ausstand treten. Für das Wochenende wird daher mit deutlich stärkeren Einschränkungen gerechnet.

Streiks dauern teils bis Sonntag

In einigen Städten dauern die Streiks über mehrere Tage an. Besonders betroffen sind Passau und Dachau: Dort ruht der Nahverkehr teils bis Samstagabend. Am längsten soll der Warnstreik in Bayreuth dauern. Nach einer Unterbrechung am Freitagvormittag, um Schüler und Pendler zu entlasten, wird dort bis Sonntagnachmittag weitergestreikt.

In Regensburg und Bamberg ist der Streik dagegen auf Donnerstag beschränkt, jeweils mit Notfahrplänen auf Basis von Nachtlinien. In Landshut rechnen die Stadtwerke damit, dass nur wenige Busse im Einsatz sind.

Streit um Kosten und Arbeitsbedingungen

Hintergrund der Warnstreiks ist der festgefahrene Tarifkonflikt im kommunalen Nahverkehr. Verdi fordert für rund 9.000 Beschäftigte in mehr als 20 Unternehmen unter anderem deutlich mehr Geld sowie Verbesserungen bei Arbeitszeiten und Zuschlägen. Konkret geht es um eine Lohnerhöhung von rund 670 Euro monatlich sowie eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit.

Die kommunalen Arbeitgeber lehnen die Forderungen als nicht finanzierbar ab. Sylvia Arnold vom Verband der kommunalen Arbeitgeber appelliert an die Gewerkschaft Verdi, das Festhalten an unerfüllbaren Forderungen zu überdenken. "Kostensteigerungen von weit über 25 Prozent sind für unsere Nahverkehrsunternehmen und die Kommunen nicht leistbar. Die Finanzierung erfolgt aus öffentlichen Geldern und würde zu erheblichen Fahrpreisanstiegen und Sparmaßnahmen bei Verkehrsangeboten führen und damit neben den Streiks erneut die Bevölkerung treffen.“

Verdi hingegen sieht die eigenen Forderungen als notwendig für die Zukunft des Nahverkehrs. Katharina Wagner von Verdi Bayern hat zwar großes Verständnis dafür, dass die Fahrgäste genervt seien, "allerdings ist es so, wer einen Zukunfts-ÖPNV will, muss jetzt ins Personal investieren. Andernfalls fährt in Zukunft viel häufiger kein Bus mehr."

Nächste Verhandlungsrunde am Montag

Die nächste Verhandlungsrunde ist für dem 23. März in Nürnberg angesetzt. Bis dahin müssen sich Fahrgäste in vielen bayerischen Städten weiterhin auf Einschränkungen einstellen.

Im Video: ÖPNV-Streik in Bayern

ÖPNV-Streik in Bayern
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