Sie verlor mehr als 100.000 Euro: Eine Frau aus dem Landkreis Cham ist von Anlagebetrügern abgezockt worden. Jetzt warnt die Polizei in Furth im Wald vor dieser Masche. Wie die Beamten mitteilen, war die 56-Jährige im Internet durch eine Werbeanzeige auf eine vermeintlich lukrative Geldanlage aufmerksam geworden.
Falscher Anlageberater manipuliert Opfer
Die Anzeige sei mit einem Bild einer bekannten Persönlichkeit versehen gewesen und habe den Eindruck eines seriösen Investmentangebots vermitteln sollen. Laut Mitteilung der Polizei gab die Frau ihre Daten auf einer Internetseite ein und wurde dann von einem angeblichen Anlageberater angerufen, der sie zu einer ersten Einzahlung bewegte.
Auf einer vermeintlichen Handelsplattform, auf der ihr stetig steigende Gewinne angezeigt wurden, überwies sie in mehreren Transaktionen insgesamt mehr als 100.000 Euro. Erst als sich die 56-Jährige ihre angeblichen Gewinne auszahlen lassen wollte und das nicht möglich war, erkannte sie den Betrug und erstattete vergangene Woche Anzeige.
Polizei: Vorsicht bei unrealistisch hohen Renditen
Nun warnt die Polizei vor solch betrügerischen Online-Anlageplattformen, wie es in der Mitteilung heißt: "Die Täter werben häufig mit unrealistisch hohen Renditen und nutzen dabei die Bilder oder Namen prominenter Persönlichkeiten, um Seriosität vorzutäuschen." Zunächst würden die Opfer zu einer geringen Einzahlung bewegt. Wenn dann Vertrauen aufgebaut ist, würden die Betrüger zu immer höheren Investitionen drängen.
Daher solle man bei Geldanlagen im Internet besonders vorsichtig sein, so die Polizei. Bei hohen Renditeversprechen ohne nachvollziehbares Risiko solle man stets misstrauisch sein und "sich nicht von professionell gestalteten Internetseiten oder prominenten Werbegesichtern täuschen lassen". Vor größeren Investitionen sei es außerdem ratsam, sich unabhängigen finanziellen Rat zu suchen.
Polizei registriert immer mehr Fälle
Allein für Juli verzeichnet etwa das Polizeipräsidium Niederbayern mehr als ein Dutzend Fälle von Anlagebetrug im Internet. Und bereits im Juni hatte ein 64 Jahre alter Mann aus dem Kreis Deggendorf schon im Juni mehr als 100.000 Euro verloren, ebenso eine 76-Jährige aus dem Landkreis Freyung-Grafenau.
Ein drastischer Fall wurde jüngst aus Sachsen gemeldet: Eine Frau verlor durch ein KI-generiertes Video mehr als eine Million Euro. Die Geschädigte fiel auf ein gefälschtes Video der ZDF-Talkrunde "Markus Lanz" herein, in der eine angebliche Finanzexpertin über eine gewinnbringende Geldanlage sprach. Sie rief die entsprechende Internetseite namens Investhub 3.0 auf – und verlor schließlich ein Vermögen.
Im Video: Wie Anleger um ihr Geld gebracht werden
"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!
