Eine ehemalige Polizeiangestellte ist in Nürnberg zu drei Jahren Haft verurteilt worden, weil sie aus der Asservatenkammer des Polizeipräsidiums immer wieder Bargeld entnommen hatte. Ihr mitangeklagter Ex-Freund erhielt wegen Geldwäsche eine Strafe von eineinhalb Jahren auf Bewährung.
Schwerer Vertrauensbruch
Bei der Festlegung des Strafmaßes für die Hauptangeklagte wog das Gericht mildernde und erschwerende Umstände ab. Positiv wurde bewertet, dass die 27-jährige Frau geständig war und sich bereits um Schadenswiedergutmachung bemüht hat. Von den gestohlenen rund 192.000 Euro sind inzwischen etwa 126.000 Euro zurückgezahlt worden.
Als besonders schwerwiegend wertete die Kammer jedoch den Vertrauensmissbrauch, den die Frau als Angestellte der Polizei mit Zugang zur Asservatenkammer begangen hatte. Hier sei nicht nur das Vertrauen ihres Arbeitgebers, der Polizei, erheblich missbraucht worden. Auch das Vertrauen der Bevölkerung in die Polizei könnte durch die Tat der Frau beeinträchtigt werden, hieß es in der Urteilsbegründung.
"Geld von bösen Menschen"
Die Frau, die seit September in Untersuchungshaft sitzt, hatte sich einen Schlüssel für den Safe in der Asservatenkammer besorgt. Insgesamt sechsmal soll sie nach Feierabend ihrer Kollegen – zwei Kriminalhauptkommissaren – zugegriffen haben.
Das Bargeld stammte aus sichergestellten Erlösen aus schweren Straftaten wie Betäubungsmittelgeschäften, Menschenhandel und Geldwäsche. Damit hatte sie offenbar auch ihr schlechtes Gewissen beruhigt, weil das Geld ja "bösen Menschen" abgenommen wurde. Dabei ließ sie aber unberücksichtigt, dass das Geld nun dem Staat gehörte.
Bewährung für den Ex-Freund
Den 36-jährigen Ex-Freund der Frau verurteilte die Kammer wegen Geldwäsche zu einer Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren. Das Gericht ging davon aus, dass er das Geld tatsächlich – wie er aussagte – "aus Liebe" für seine Freundin aufbewahrt hatte, damit es nicht bei ihr gefunden werden konnte. Die beiden führten eine Fernbeziehung; der ehemalige Lebensgefährte lebt in Baden-Württemberg.
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