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Tirol sperrt Schleichwege – Was das für Winterurlauber bedeutet

Tirol sperrt Schleichwege – Was das für Winterurlauber bedeutet

Bei Stau auf der Autobahn in Österreich einfach auf kleinere Straßen ausweichen? Tirol schiebt dem zum Start der Wintersaison erneut einen Riegel vor – zum Schutz der Anwohner entlang der Reiserouten. Wo und wann die Abfahrverbote gelten.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio Nachrichten am .

Mit dem Auto in den Urlaub oder für einen Ausflug nach Österreich: Das bedeutet oft Stau – mit Folgen für die Anwohner entlang der Reiserouten. Die Tiroler wappnen sich vor dem Ansturm wieder mit Fahrverboten für den Ausweichverkehr. Das heißt: Wer auf der Autobahn im Stau steht, darf mancherorts nicht einfach auf andere Straßen ausweichen.

Abfahrverbote in Tirol ab 20. Dezember

Zum Start der Wintersaison treten ab dem 20. Dezember in Tirol wieder entsprechende Verbote in Kraft. Ziel sei es, Straßen in den Orten staufrei und damit die Verkehrs- und Versorgungssicherheit der Anwohner zu erhalten, erläuterte das Land Tirol. Die Bürger klagten über Lärm, Gestank und Stau.

Die Fahrverbote gelten bis zum Ostermontag am 6. April 2026 jeweils an den Wochenenden und Feiertagen in der Zeit von 7 bis 19 Uhr auf ausgewählten Straßen etwa in den Bezirken Kufstein, Reutte, Imst und Schwaz. Aufgrund der Bauarbeiten auf der Luegbrücke gibt es auch Fahrverbote im Großraum Innsbruck sowie im Wipptal. Hier gelten die Fahrverbote im Zeitraum vom 27. Dezember bis zum 1. März 2026. Zudem gibt es an neuralgischen Punkten Dosierampeln.

Im Detail und mit Übersichtskarten informiert Tirol auf seiner Webseite (externer Link).

Das Fahrverbot gilt für alle Arten von Kraftfahrzeugen, inklusive Pkw und Motorräder, die in Tirol auf der Durchreise sind. Ausgenommen ist der Ziel-, Quell- und Anrainerverkehr.

Schleichweg-Verbot auch in Bayern

Seit sechs Jahren gibt es die Schleichweg-Verbote in Tirol - inzwischen hat das Beispiel auch hierzulande Schule gemacht. Mitte August hatte der Landkreis Rosenheim als erste Kommune in Deutschland ein entsprechendes Verbot an acht Ausfahrten der A8 und an zwei Ausfahrten der A93 verhängt. Die Routen Richtung Salzburg und Kufstein sind Hauptachsen für den Reiseverkehr nach Österreich, Italien und Kroatien. Wenn es dort Stau gibt, dürfen Autofahrer dort nicht mehr abfahren, um die Schlangen zu umgehen. Auch andere Landkreise zogen bereits nach.

In Tirol wurden laut Landesregierung im vergangenen Sommer zwischen Mitte April und Anfang November mehr als eine halbe Million Fahrzeuge auf die Hauptverkehrsrouten zurückgewiesen. Im vergangenen Winter waren es rund 250.000 Fahrzeuge.

Forderung an Navi-Anbieter

Der Tiroler Verkehrslandesrat René Zumtobel fordert eine Verpflichtung für Anbieter von Navi-Software und Apps, künftig Fahrverbote in ihre Dienste mitaufzunehmen. Bei Verzögerungen werde sofort eine Alternativroute angezeigt – egal wie ungeeignet die vorgeschlagenen Straßen auch seien. "Die meisten vertrauen auf das Navi und verstoßen nicht absichtlich gegen die Fahrverbote."

Nach Angaben Tirols kontrollieren die Polizei und "eigens geschulte Straßenaufsichtsorgane" die Fahrverbote an neuralgischen Punkten.

Mit Informationen von dpa

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