Rund 100 Menschen sind heute in Bad Aibling zusammengekommen, um gemeinsam zu beten und sich am Mahnmal zu versammeln. In der Pfarrkirche St. Georg fand ein ökumenischer Gedenkgottesdienst statt und die Stadt Bad Aibling hatte die Öffentlichkeit zu einer Gedenkfeier am Mahnmal an der Rosenheimer Straße eingeladen.
Ilse Aigner erinnert an Tragödie
Bayerns Landtagspräsidentin Ilse Aigner richtete bei der Gedenkfeier innige Worte an die Anwesenden: "Wir sind Menschen, wir sind verletzlich", erinnerte die Landtagspräsidentin und sie würdigte zugleich die unglaubliche Hilfsbereitschaft der Einsatzkräfte damals und den großen Zusammenhalt. 700 Rettungskräfte waren beim Zugunglück von Bad Aibling im Einsatz. Unter schwierigen örtlichen Bedingungen. Heute, am zehnten Jahrestag, kamen viele Einsatzkräfte von Polizei, THW, Malteser, Krisenintervention und dem BRK. Man gedenke der Opfer, aber auch denen, die seelische Schäden davon getragen haben. Deswegen seien solche Gedenktage wichtig, so Ilse Aigner im BR-Interview.
Bahnmitarbeiter unter den Opfern
Das Denkmal am Ortseingang ist heute geschmückt mit prächtigen Blumengestecken und Gedenkschleifen. Mitarbeiter der Bayerischen Oberlandbahn, die heute Bayerische Regionalbahn heißt, gedenken etwa vier Kollegen, die sie bei dem Zugunglück verloren haben. Dass man heute noch tieftraurig ist, ist aus den Wort des heutigen Chefs Arnulf Schuchmann herauszuhören. Dass zwölf Menschen bei einer Zugfahrt ihr Leben verloren haben sei erschütternd, sagte der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn, Heiko Büttner. Ein Fahrdienstleister der Deutschen Bahn war nach dem Unglück zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der Mann hatte vor Gericht zugegeben, mit dem Handy gespielt zu haben und abgelenkt gewesen zu sein. Heute weise man bei Aus- und Fortbildungen explizit auf diese Gefahr der Ablenkung hin und biete Simulationstraining für Fahrdienstleiter an, sagte Heiko Büttner im BR-Interview. Zudem habe man technische Einrichtungen verändert und Systeme vereinfacht um eine Verwechslungsgefahr ausschließen zu können.
Zwölf Tote und 89 Verletzte
Bei dem Zusammenstoß der beiden Regionalzüge am 9. Februar 2016 starben zwölf Menschen, 89 wurden zum Teil schwer verletzt. Um 6.52 Uhr ging an diesem Morgen bei Wolfram Höfler der Alarm. Der damalige Feuerwehrkommandant von Bad Aibling war einer der ersten am Unglücksort. Völlige Ruhe, Sonnenaufgang und Vogelgezwitscher habe er angetroffen und einen Zug, bei der er das Gefühl hatte, dieser sei in der Mitte explodiert. Dass es zwei Züge gewesen seien, habe man auf den ersten Blick gar nicht gesehen, erinnert sich Höfler. Und dann begann die Bergung der Unfallopfer.
Im Video: Bad Aibling - Zehn Jahre Zugunglück
Heute wurde der Opfer mit einem Gottesdienst und einer Gedenkfeier gedacht.
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