Die Bahnstrecke zwischen Regensburg und Nürnberg – eine der wichtigsten Verkehrsachsen in Bayern – steht ab Freitag still: Bis zum 10. Juli wird die Strecke für rund fünf Monate komplett für den Bahnverkehr gesperrt. Am Abend fahren die vorerst letzten Regionalzüge.
Die erste von sieben Großbaustellen
Grund ist eine umfangreiche Generalsanierung mit dem Ziel, die Infrastruktur langfristig robuster, zuverlässiger und zukunftsfähig zu machen. Die Generalsanierung der Strecke Nürnberg–Regensburg ist die erste von sieben geplanten Großbaustellen der Bahn im Freistaat. Die Strecke gehört mit über 350 Zügen täglich zu den verkehrsreichsten Strecken in Bayern. Zudem ist sie ein wichtiger Bestandteil der europäischen Verkehrsachse Rhein-Donau.
Zum offiziellen Spatenstich am Bahnhof in Neumarkt in der Oberpfalz haben sich Gerd-Dietrich Bolte, Vorstand für Infrastrukturprojekte und -planung der DB InfraGO, der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, Ulrich Lange (CSU), und Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) angekündigt.
Umfangreiche Bauarbeiten mit Blick auf die Zukunft
In den ersten zwölf Wochen werden laut Angaben der DB rund 2.000 Bauarbeiter gleichzeitig an der Strecke arbeiten, rund 80 Maschinen werden im Einsatz sein. Unter anderem werden über 80 Kilometer Gleise, rund 40 Weichen sowie rund 80 Kilometer Oberleitungen erneuert. Zudem steht die Sanierung eines Bahndamms bei Deining und einer Brücke bei Burgthann auf dem Plan. Auch die Leit- und Sicherungstechnik wird auf den neuesten Stand gebracht und für den späteren Einbau des modernen europäischen Zugbeeinflussungssystems ETCS vorbereitet.
Gleichzeitig liegt ein weiterer Schwerpunkt auf dem Ausbau der Bahnhöfe: Alle 20 Stationen zwischen Feucht und Regensburg-Prüfening sollen nach modernen Standards neu gestaltet und barrierefrei ausgebaut werden. Hierzu gehören unter anderem neue Aufzüge, neue Fußgängerunterführungen, moderne Reiseanzeigentafeln sowie verbesserte Aufenthaltsqualität. Die Kosten für die Generalsanierung liegen laut DB bei 1,4 Milliarden Euro.
Ersatzverkehr und Mobilitätskonzept
Während der Sperrung fährt kein Zug auf der Strecke. Um die Mobilität der Pendler und Reisenden sicherzustellen, haben die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG), DB InfraGO und die beteiligten Verkehrsunternehmen ein umfassendes Ersatzverkehrskonzept erarbeitet. Dieses kombiniert Express- und Linienbusse sowie verstärkte Zugverbindungen über alternative Routen – etwa über Schwandorf mit der Regionalzuglinie RE 40.
Die Komplettsperrung hat für Reisende erheblich längere Fahrzeiten im Schienenersatzverkehr (SEV) zur Folge: Sie müssen mit dem Expressbus, der ohne Halt zwischen Regensburg und Nürnberg verkehren wird, laut DB Navigator mit einer Fahrzeit von 1:45 Stunden statt 59 Minuten rechnen.
Kritik an Baustellen-Management
Die Vollsperrung stößt nicht nur auf Zustimmung: Private Bahnunternehmen, darunter Westbahn und Bayerische Regiobahn, haben in den vergangenen Wochen bereits das Baustellen-Management der Deutschen Bahn wegen Planungschaos und schlechter Kommunikation kritisiert.
Blick nach vorn
Die Generalsanierung der Strecke Nürnberg–Regensburg ist Teil eines größeren Schienenmodernisierungsprogramms in Deutschland, bei dem in den kommenden Jahren zahlreiche stark befahrene Bahnstrecken erneuert werden sollen. In der zweiten Jahreshälfte 2026 soll die Strecke Obertraubling–Passau generalsaniert werden. 2027 folgt die Verbindung Rosenheim-Salzburg, ab 2028 werden vier weitere Bahnstrecken generalsaniert.
Entlang dieser Strecke erfolgt die Generalsanierung zwischen Regensburg und Nürnberg
Auf Instagram: 5 Monate Bus statt Zug
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