Bahnchefin Evelyn Palla spricht in ein Mikrofon
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(Archivbild) Bahnchefin Evelyn Palla setzt beim Staatskonzern auf drastische Kostenreduzierungen.
Bildrechte: pa/dpa/Bernd Elmenthaler/Geisler-Fotopress
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Bahnchefin will 500 Millionen Euro bei Konzernleitung sparen

Bahnchefin will 500 Millionen Euro bei Konzernleitung sparen

Bahnchefin Evelyn Palla setzt beim Staatskonzern auf drastische Kostenreduzierung – alleine auf der Führungsetage will sie 500 Millionen Euro einsparen. In puncto Pünktlichkeit macht sie den Bahnkunden aber nicht zu viel Hoffnung – das dauert noch.

Über dieses Thema berichtet: BAYERN 3-Nachrichten am .

Bahnchefin Evelyn Palla will die Führungsetage deutlich verschlanken, das hat sie nun bei einem Neujahrsempfang des Staatsunternehmens in Berlin bekräftigt: Demnach sollen in der Konzernleitung künftig pro Jahr 500 Millionen Euro pro Jahr eingespart werden.

Palla: "Wir können uns das einfach nicht mehr leisten"

2026 werde das Jahr des Umbaus bei der Bahn sein, sagte Palla bei dem Empfang, deutliche Einsparungen in der Konzernleitung seien dabei fest eingeplant. "Was nehmen wir uns da vor? Tatsächlich eine Kostenreduktion von bis zu 500 Millionen pro Jahr allein in der Konzernleitung", erklärte sie. Bis wann genau diese Einsparung umgesetzt werden soll, ließ Palla offen.

"Wir wollen den Fokus legen auf die Funktionen, die uns tatsächlich unterstützen, dass die Qualität der Eisenbahn in der Fläche besser wird", fügte die Bahnchefin hinzu: "Und von dem Rest, von allem anderen, werden wir uns verabschieden, weil wir uns das einfach nicht mehr leisten können." 

Regionale Führungsebene soll mehr Verantwortung tragen

Bereits einige Wochen nach ihrem Amtsantritt im Oktober 2025 hatte Palla eine umfassende Umstrukturierung des gesamten Konzerns und Einsparungen auf den Führungsebenen angekündigt. Von rund 3.500 Stellen in der Konzernleitung sollen demnach rund 30 Prozent abgebaut werden. Allein auf der Ebene unterhalb des Konzernvorstands hat Palla schon rund die Hälfte von 43 Führungsposten gestrichen. Weitere Maßnahmen sollen nun offenbar folgen. 

Als unmittelbare Folge dieser Streichungen in der Berliner Zentrale will Palla mehr Verantwortung in die Fläche verlagern, wie sie nun erklärte. "Das heißt also, Maßnahmen für Qualitätssteigerungen in den Geschäften werden nicht mehr in der Konzernleitung getroffen, sondern in den Geschäften, direkt dort, wo wir nah am Kunden sind", sagte sie. Die Verantwortung für Stabilität und Qualität im Bahnbetrieb liege damit künftig bei den regionalen Führungsebenen. 

Pünktlichkeit dürfte laut Bahnchefin noch auf sich warten lassen

Die Bahnchefin sagte auch, wo sich für sie Stabilität und Qualität bei der Bahn verbessern müssen, nämlich bei Pünktlichkeit und operativem Konzernergebnis. An rasche Verbesserungen bei den am Image der Bahn nagenden Verspätungen glaubt sie dabei aber nicht, die Pünktlichkeit werde in diesem Jahr noch ein Problem bleiben, erklärte Palla.

Es gebe derzeit rund 28.000 Baustellen, rund 2.000 mehr als vor einem Jahr, das setze Verbesserungen bei der Einhaltung des Fahrplans Grenzen, so die Bahnchefin. Somit bleibt es wohI bei der von Pallas bereits genannten Mindestvorgabe, die Pünktlichkeit im Fernverkehr, die 2025 bei lediglich rund 60 Prozent lag, auch in diesem Jahr erreichen zu wollen.

Die Bahn peilt ein klar positives operatives Ergebnis an

Auf die Geschäftsziele der Bahn für dieses Jahr ging Palla nicht genauer ein. Insider hatten zuletzt gesagt, dass die Bahn für 2026 mit einem Umsatz von gut 28 Milliarden Euro plane und dass dabei unter dem Strich noch ein Verlust von rund 180 Millionen Euro anfallen könnte. Im operativen Geschäft wird aber schon mit einem positiven Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) von rund 500 Millionen Euro kalkuliert, das wäre eine deutliche Verbesserung gegenüber 2025 – hier hofft der Staatskonzern noch auf eine "schwarze Null".

Mit Informationen von dpa und Reuters

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