Bordsteinladestation in Bamberg
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Bamberg testet Ladebordsteine für E-Autos

Bamberg testet Ladebordsteine für E-Autos

Platzsparend, unauffällig, robust: Statt über Kästen am Straßenrand können E-Autofahrer in Bamberg ihr Auto direkt am Bordstein laden. Diese neue Technik wird in der Weltkulturerbestadt getestet.

Über dieses Thema berichtet: BR24 TV am .

In Nordrhein-Westfalen werden sie bereits montiert, jetzt folgt in Bayern Bamberg mit einem Pilotprojekt. Die Stadtwerke testen hier erstmals Ladestationen für E-Autos, die in Bordsteinen verbaut sind. Sie sollen künftig dort zum Einsatz kommen, wo der Platz für klassische Ladesäulen fehlt. Außerdem plant die Weltkulturerbestadt auch den Einsatz von Ladepunkten in Form von Natursteinstelen.

Neue Technik aus NRW

Die neue Ladetechnik kommt aus Deutschland von der Firma Rheinmetall. Sie funktioniert genauso wie eine Ladesäule, nur dass das Kabel zum Aufladen nicht in eine Säule, sondern in den Ladepunkt am Boden eingesteckt werden muss. Nachdem die Firma erste Ladebordsteine in Düsseldorf, Dortmund und Köln getestet hat, will sie nun weitere, vor allem historische Städte damit ausstatten. Genau deshalb hat sich auch Bamberg dafür entschieden, erklärt Jan Giersberg von den Stadtwerken: "Wir sind hier in der Weltkulturerbestadt. Da passen die großen, weißen, klobigen Ladesäulen einfach nicht rein. Die stören das Bild."

Nachteilig ist im Moment noch, dass die Anschaffungskosten höher sind als bei den klassischen Ladesäulen. Das soll jedoch damit kompensiert werden, dass die Bordsteinlösung weniger anfällig für Störungen sei und vor allem Vandalismusschäden vermieden werden. Auch die Wartung sei einfacher als bei einer Ladesäule, so Rheinmetall. Nach Angaben des Herstellers wurden in Köln-Lindenthal 2.800 Ladevorgänge mit einer Zuverlässigkeit von 99 Prozent durchgeführt.

Die Bordsteinladestellen sollen sich stadtgestalterisch gerade in einer historischen Altstadt gut integrieren, da sie im Stadtbild kaum wahrnehmbar sind. Das ist aber auch gleichzeitig der Schwachpunkt des Systems, denn damit werden sie auch leicht übersehen. Während der Ladezeit ist in Bamberg das Parken bis zu zwei Stunden kostenlos. "Ist der Testbetrieb erfolgreich, könnten die Bordsteinladestationen dort zum Einsatz kommen, wo der Einsatz klassischer Ladesäulen an Platz, Gestaltung oder baulichen Vorgaben scheitert", so die Stadtwerke Bamberg.

Edelstahlstehle und Bordsteinladestation statt Ladekasten

Der Ladebordstein ist einen Meter lang und schaut genauso aus wie eben andere Bordsteine auch, nur, dass in dem Segment eine Edelstahlstele eingebaut ist mit Lade-Steckdose, Kartenlesegerät und Kontrolldisplay. Ab- und Anmelden funktioniert per RFID-Karte oder App. Bei Beschädigung kann das Modul einfach ausgetauscht werden. Im Boden ist die wasserdichte und kälte-wärmeresistente Technik verbaut. Der Bordsteinladepunkt ist an das öffentliche Niederspannungsnetz angeschlossen.

In Bamberg wird die Zahl der Ladesäulen insgesamt bis zum Jahresende auf 28 steigen. Die beiden neuen Bordsteinladestationen an der Schranne ermöglichen Wechselstromladen bis zu 22 Kilowatt, kW. Diese Lader werden auch AC genannt. Sie sind vergleichsweise langsam im Gegensatz zu Schnellladestationen (>22kW), auch DC-Ladestationen genannt.

Mehrere Alternativen zum Ladekasten auf dem Markt

Deutschland setzte bis jetzt auf Ladekästen, die eine Ähnlichkeit mit Parkticket-Automaten haben. Die Bordsteinladetechnik ist nur eine Alternative dazu. In den Niederlanden sind in den Innenstädten kleine Wallboxen an Laternenmasten zu finden, die ebenfalls weniger auffällig sind. Und aus Bamberg kommt in den nächsten Wochen die Steinvariante dazu: In Granitstelen verbaute Ladestationen sollen sich ebenfalls in der historischen Innenstadt stadtgestalterisch einpassen. Entwickelt von einem Natursteinwerk in Bamberg. Die Technik der Ladeeinheit kommt ebenfalls vom ortsansässigen E-Modulhersteller.

Das europäische Ladenetz für E-Autos umfasst rund 1,3 Millionen Stationen. Vor allem in den skandinavischen Ländern wie Norwegen ist es am dichtesten. Dort können E-Autofahrer auch am günstigsten tanken. Deutschland liegt bei der Ausstattung mit Schnellladepunkten vorn.

Im Video: Lade-Bordsteine für E-Autos

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