Baustelle für Ladesäulen für Elektroautos, Schnellladestation
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Immer mehr E-Autos – Wie steht es um Bayerns Ladeinfrastruktur?

Immer mehr E-Autos – Wie steht es um Bayerns Ladeinfrastruktur?

Auf Bayerns Straßen fahren immer mehr Elektroautos. Für noch mehr Schwung soll die neue Kaufprämie sorgen. Doch die ganzen Stromer müssen auch irgendwo geladen werden. Wie sieht es aus mit dem bayerischen Ladenetz? Und was ist geplant?

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Eigentlich wollte die Bundesregierung, dass bis 2030 mindestens 15 Millionen Elektroautos auf unseren Straßen rollen. Doch dieses Ziel wird sicherlich nicht mehr zu erreichen sein. Derzeit sind laut dem Kraftfahrtbundesamt rund 2,3 Millionen Elektroautos angemeldet und mehr als 1,2 Millionen Plug-In-Hybride. Diesen stehen laut Bundesnetzagentur bundesweit knapp 204.000 öffentliche Ladepunkte zur Verfügung [externer Link]. Doch reicht das und wie sieht es in Bayern aus?

Öffentliche Ladeinfrastruktur in Bayern wächst weiter

Im ersten Quartal wurden in Bayern Ladepunkte an 295 Standorten modernisiert oder neu installiert. So steht es im aktuellen Quartalsbericht von "Bayern Innovativ" zum Stand der Elektromobilität [externer Link]. Insgesamt sind in Bayern demzufolge mehr als 38.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte in Betrieb. Mehr öffentliche Ladepunkte gibt es nur in Nordrhein-Westfalen.

Interessant ist allerdings weniger die reine Anzahl an Ladesäulen, als vielmehr deren Verhältnis zu Elektroautos. Im Freistaat wird der Bestand an reinen Elektroautos auf mittlerweile rund 418.000 geschätzt. Jedes nutzte pro Quartal im Schnitt etwa alle eineinhalb Wochen eine öffentliche Ladestation. Hinzu kommen etwas mehr als 202.000 Plug-In-Hybride. Rein statistisch teilen sich also rund 16 Autos mit Elektroantrieb einen öffentlichen Ladepunkt, wobei vor allem die Schnelllader angefahren werden.

Und das Netz in Bayern wächst weiter. So hat der Freistaat zum Jahreswechsel gerade eine neue Förderrichtlinie für Ladeinfrastruktur gestartet, die bis 2029 gelten soll. Zu Beginn geht es laut dem bayerischen Wirtschaftsministerium in erster Linie um die Unterstützung öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur. Förderfähig sind unter anderem die Ladehardware selbst, Netzanschlüsse, Lastmanagement, Installation sowie ergänzende Maßnahmen rund um den Ladepunkt.

Große regionale Unterschiede

Zur Realität gehört aber auch, dass die Ladesäulen unterschiedlich stark genutzt werden. So sieht man anhand des aktuellen Quartalsberichts von "Bayern Innovativ", dass beispielsweise in Niederbayern die Ladevorgänge pro Ladepunkt "sehr gering ausfallen". Es könne geschlussfolgert werden, dass in diesem Regierungsbezirk, bezogen auf die Ladeinfrastruktur, noch zu wenige Elektroautos unterwegs seien.

In Oberfranken gibt es offensichtlich noch zahlreiche weiße Flecken im öffentlichen Netz. "Bayern Innovativ" zufolge müssen sich dort umgerechnet 320 Pkw einen Ladepunkt teilen. Allerdings gebe es dort auch noch verhältnismäßig wenige Elektroautos, wie es in dem Bericht heißt. In Oberbayern ist dagegen nicht nur das Ladenetz schon recht gut ausgebaut, sondern es wird auch stark genutzt.

Betreiber von Ladesäulen werden vorsichtiger

Zu den größten Betreibern von Ladesäulen gehören Energieversorger wie die EnBW. Sie verfügt mittlerweile über das dichteste Schnellladenetz in Deutschland mit deutlich mehr als 8.000 Schnellladepunkten, davon stehen knapp 1.500 in Bayern.

Bei dieser Anzahl an öffentlichen Lademöglichkeiten sei die Ladeinfrastruktur derzeit dem Fahrzeughochlauf voraus, erklärt eine Pressesprecherin BR24. Dies führt ihren Worten nach auch dazu, dass die Auslastung von öffentlichen Ladestationen im branchenweiten Durchschnitt in Deutschland eher gering ausfällt. Die Betreiber hoffen auf eine stärkere Nachfrage in den nächsten Jahren. Die Größe der Standorte plane man anhand einer in etwa fünf Jahren erwarteten Auslastung.

Und das dürfte auch der Grund sein, warum man bei der EnBW den Ausbau nicht gestoppt hat, sondern nur die Geschwindigkeit drosselt. So sollen bis Ende des Jahres in Bayern nochmal über 180 Schnellladepunkte in Betrieb genommen werden.

VDA weist auf Lücken hin

Aktuell sei Deutschland mit über 200.000 öffentlich zugänglichen Ladepunkten sehr gut aufgestellt, heißt es zusammenfassend von der Nationalen Leitstelle für Ladeinfrastruktur. Allerdings sieht man auch auf Bundesebene Handlungsbedarf. So hat Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder erst im November 2025 den Masterplan Ladeinfrastruktur 2030 [externer Link] vorgestellt. Dieser umfasst zahlreiche Maßnahmen, um den Aufbau von Ladeinfrastruktur weiter zu verbessern. Das dürfte dem Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA) entgegenkommen. In etwa einem Drittel der Gemeinden (31 Prozent) in Deutschland gebe es bisher keinen öffentlichen Ladepunkt und in fast zwei Drittel (63 Prozent) keinen öffentlichen Schnellladepunkt, kritisiert der VDA.

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