Nach 20 Jahren hört der amtierende SPD-Oberbürgermeister Andreas Starke in Bamberg auf. In der Stichwahl setzte sich der 37-jährige Bio-Gärtner Sebastian Niedermaier von der SPD mit 56,7 Prozent der Stimmen gegen den Zweiten Bürgermeister Jonas Glüsenkamp von den Grünen durch.
Oberbürgermeisterwahl: SPD siegt erneut gegen Grüne
"Ich freue mich über das Vertrauen der Bambergerinnen und Bamberger. In den nächsten sechs Jahren will ich die Stadt weiter voranbringen und wie versprochen die Wirtschaft zur Chefsache machen", betonte der neue SPD-Oberbürgermeister. Für den 38-jährigen Jonas Glüsenkamp von den Grünen, der seit 2020 Zweiter Bürgermeister in Bamberg ist, war es nach der Stichwahl vor sechs Jahren die zweite Niederlage gegen einen SPD-Kandidaten. Damals unterlag er Andreas Starke.
Dennoch hat er dem neuen Bamberger Oberbürgermeister Sebastian Niedermaier Unterstützung zugesagt. "Es war ein toller Wahlkampf, die Stadt steht vor großen Aufgaben. Sebastian Niedermaier hat meine Unterstützung dabei", kündigte Glüsenkamp an.
SPD-Sieg in Bamberg: Konservative Wähler als Schlüssel
Als entscheidend galt bei der Stichwahl in Bamberg das Verhalten der konservativen Wähler: Nach dem überraschenden Ausscheiden von Melanie Huml (CSU) im ersten Wahlgang unterstützten auch einige CSU-Stadträte offen den SPD-Kandidaten Niedermaier. Bei der Stadtratswahl vor zwei Wochen haben die CSU und die Grünen in Bamberg ähnlich abgeschnitten, sie erhielten etwa 23 Prozent der Stimmen, gefolgt von der SPD mit rund 18 Prozent.
Der Volkswirt Glüsenkamp von den Grünen lag im ersten Wahlgang nur 1,3 Prozentpunkte vor Niedermaier von der SPD. Der 38-jährige Grüne setzte im Wahlkampf auf seine Erfahrung als Zweiter Bürgermeister und betonte seine Verwaltungskompetenz. Niedermaier von der SPD hingegen warb als Gärtnerei-Besitzer und eingesessener Bamberger mit wirtschaftlicher Erfahrung und versprach frischen Wind im Rathaus.
Wahlplakate ohne Parteinamen
Inhaltlich setzten beide Kandidaten ähnliche Schwerpunkte: Im Fokus standen vor allem die Stärkung des Wirtschaftsstandorts, bezahlbarer Wohnraum sowie Umwelt- und Klimaschutz. Sogar auf den Wahlplakaten waren der Sozialdemokrat und der Grüne nicht klar zu unterscheiden. Beide verzichteten im Wahlkampf auf eine klare Hervorhebung ihrer Parteizugehörigkeit – Sebastian Niedermaier setzte dabei teilweise sogar auf grün gestaltete Wahlplakate.
Da sich die Programme von Sebastian Niedermaier und Jonas Glüsenkamp in vielen Punkten ähnelten, dürfte ein Teil der konservativen Wähler letztlich den SPD-Kandidaten Niedermaier unterstützt haben, der als Bio-Gärtner aus einer traditionsreichen Bamberger Gärtnerei-Familie stammt.
SPD bleibt an der Macht trotz geringerer Beteiligung
Von den 57.767 Wahlberechtigten in Bamberg beteiligten sich 32.347 an der Stichwahl, die in 43 Briefwahl- und 43 Urnenwahlbezirken durchgeführt wurde. Die Wahlbeteiligung lag damit bei 56,0 Prozent und deutlich unter dem Niveau des ersten Wahlgangs (64,3 Prozent). Die offizielle Amtszeit von Sebastian Niedermaier (SPD) beginnt am 1. Mai 2026. Bis dahin führt weiterhin Andreas Starke (SPD) die Amtsgeschäfte, der nach 20 Jahren im Amt nicht erneut kandidiert hatte.
Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.
"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!
