Das Modellprojekt Alpinium sollte mit Ausstellungen, Führungen, Mitmachaktionen und Forschungen zum Natur- und Artenschutz beitragen.
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Bayerisches Kabinett beendet Naturschutzprojekt "Alpinium"

Bayerisches Kabinett beendet Naturschutzprojekt "Alpinium"

Aus für das Alpinium im Oberallgäu: Der Ministerrat hat nun entschieden, das Umweltzentrum für Natur- und Artenschutz als staatliches Projekt nicht weiterzuverfolgen. Vor sieben Jahren war es als Leuchtturmprojekt an den Start gegangen.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Schwaben am .

Das Alpinium war vor sieben Jahren gestartet und sollte ein "Leuchtturmprojekt" und "Impulsgeber für naturverträglichen Tourismus sowie für innovative Umweltbildungsangebote" werden. Jetzt hat das bayerische Kabinett am Dienstag beschlossen, das Alpinium als staatliches Projekt nicht weiterzuverfolgen. Das teilte eine Sprecherin des Umweltministeriums auf Anfrage des BR mit. Eine Begründung für diese Entscheidung steht noch aus. Somit steht sieben Jahre nach dem Ende des umstrittenen Skischaukel-Projekts am Riedberger Horn im Allgäu auch eines der Folgeprojekte vor dem Aus.

Entscheidung ist "kein großes Drama" für den Landkreis

Als "kein großes Drama" für den Landkreis bezeichnet die Oberallgäuer Landrätin Indra Baier-Müller (Freie Wähler) die Entscheidung. Das Alpinium sei damals zusätzlich zu bestehenden Strukturen gegründet worden. Oftmals habe es deshalb Überschneidungen gegeben: zum Beispiel in Sachen Umweltbildung, naturverträglicher Tourismus oder Besucherlenkungen. Die jetzt getroffene Entscheidung sei eine "Thematik der Finanzierung und der Doppelstrukturen", so die Landrätin. Und in Zeiten, in denen das Geld knapper werde, nachvollziehbar.

Aus für Alpinium, stattdessen Sonderförderung

Nach dem Stopp des Umwelt- und Naturschutzzentrums soll die Oberallgäuer Gemeinde Balderschwang "als Ausgleich eine Sonderförderung" bekommen. Für Projekte und Maßnahmen in den Bereichen naturnaher oder nachhaltiger Tourismus, Klimaschutz, Klimaanpassung und Wasser sowie zum Erhalt der traditionellen Kulturlandschaft soll die Gemeinde in den nächsten 20 Jahren vier Millionen Euro erhalten.

Bürgermeister Konrad Kienle (CSU) will mit dem Geld das Heft jetzt wieder selbst in die Hand nehmen, sagt er: "Dass wir das können, das haben wir schon bewiesen." In seinen Augen sei das Alpinium von der Bevölkerung nie wirklich akzeptiert worden; auch habe es aufgrund von Doppelstrukturen immer wieder Fragen in Sachen Zuständigkeit und Kompetenz gegeben. Er will nun noch enger mit dem Naturpark Nagelfluhkette, in dem das Gemeindegebiet von Balderschwang liegt, zusammenarbeiten. Im Naturpark sollen zudem zwei neue Ranger-Stellen - schwerpunktmäßig für Balderschwang - geschaffen werden.

Obermaiselsteiner Bürgermeister von Entscheidung überrascht

Ob die Gemeinde Obermaiselstein, in der Mitarbeitende des Alpiniums bisher ihre Büros haben, eine weitere Förderung vom Freistaat bekommt, ist unklar. Bürgermeister Frank Fischer (Unabhängige Liste) hat darüber noch keine Informationen. Er bedauert das Aus für das Alpinium. Er sei von der "plötzlichen Entscheidung ohne jegliche Vorankündigung an die Gemeinde überrascht" und könne das Vorgehen nicht nachvollziehen. Man habe noch im Juni eine Mietanfrage für Räumlichkeiten der Immobilien Bayern im Gemeinderat positiv beantwortet.

Mitarbeitende sollen in Naturschutzverwaltung eingesetzt werden

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Alpinium sollen laut Umweltministerium künftig in der Naturschutzverwaltung eingesetzt werden. Fraglich ist, wie es mit den Projekten des Alpinium weitergeht. Dazu gehören unter anderem die Besucherlenkung am Schrecksee bei Bad Hindelang, das Rangermobil, das über Flora und Fauna der Allgäuer Berge informiert, oder auch das Auerhuhn-Monitoring.

Alpinium statt Skischaukel am Riedberger Horn

Nach dem Aus der Skischaukel am Riedberger Horn zwischen Grasgehren und Balderschwang 2018 hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) versprochen, die beiden betroffenen Gemeinden Obermaiselstein und Balderschwang finanziell zu unterstützen. Im Raum standen damals 20 Millionen Euro. Gegründet wurde schließlich das "Alpinium - Zentrum Naturerlebnis alpin".

Die Umwelteinrichtung ist Teil der Höheren Naturschutzbehörde der Regierung von Schwaben. Ziel des "Alpinium" war es, mit Ausstellungen, Führungen, Mitmachaktionen und Forschungen zum Natur- und Artenschutz beizutragen. Allerdings fehlte es dem Umweltzentrum bislang an einem eigenen Gebäude. In Obermaiselstein verhinderten die Bürger im Februar 2025 einen Neubau, weil sie sich in einem Bürgerentscheid gegen den Verkauf eines Grundstückes an den Freistaat aussprachen.

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