Vollelektrische Flugzeuge wie dieses hier sollen künftig am Augsburger Flugplatz und vier weiteren bayerischen Flugplätzen landen.
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Vollelektrische Flugzeuge wie dieses hier sollen künftig am Augsburger Flugplatz und vier weiteren bayerischen Flugplätzen landen.
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Bayern fördert Schnellladesäulen für Elektroflugzeuge

Bayern fördert Schnellladesäulen für Elektroflugzeuge

Mit einem Elektroflugzeug zu verreisen, das ist bislang noch selten. Doch genau das will das bayerische Verkehrsministerium ändern und unterstützt deswegen nun fünf Regionalflugplätze, um die elektrische Ladeinfrastruktur voranzutreiben.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Schwaben am .

"Man hört nur das Fluggeräusch vom Propeller, Motorgeräusch gibt es keins", sagt Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU), als er aus dem kleinen Elektroflugzeug mit zwei Sitzen klettert – dem "Elektra Trainer". Gerade kommt er von einem Rundflug über dem Augsburger Flugplatz zurück – eine Demonstration, dass vollelektrisches Fliegen bereits gut möglich ist, wenn auch nur mit kleinen Flugzeugen. "Mittelfristig ist auch ein Markteintritt größerer, elektrisch betriebener Flugzeuge zu erwarten. Mit dem Elektroflugstreckennetz Bayern sind wir gut dafür gewappnet", sagt Bernreiter

Bayern will elektrischen Flugverkehr fördern

Zu diesem neuen Elektroflugstreckennetz Bayern gehören fünf Flugplätze: Augsburg und Kempten in Schwaben, Landshut und Straubing in Niederbayern sowie Hof in Oberfranken. Mit dieser Vernetzung soll die elektrische Luftfahrttechnologie erprobt werden. Hierfür investieren die Flugplatzbetreiber insgesamt rund 1,4 Millionen Euro – gefördert mit knapp einer Million Euro vom bayerischen Verkehrsministerium. "Regionale Flugplätze bieten die Möglichkeit, innovative und umweltfreundliche Technologien in einem überschaubaren Rahmen zu erproben und zu etablieren", sagt Bernreiter bei der Übergabe entsprechender Förderbescheide an die Flugplatzbetreiber.

Die Finanzspritze soll dabei helfen, Schnellladesäulen und Wallboxen sowie Photovoltaik-Anlagen und Batteriepufferspeicher an den fünf Flugplätzen zu errichten – und so einen vollelektrischen Flugverkehr attraktiver zu machen.

Flugplatzbetreiber sehen große Chance

Maximilian Hartwig, der Geschäftsführer der Augsburger Flughafen GmbH, sieht mit elektrisch betriebenen Flugzeugen große Chancen für kleine Flugplätze wie eben Augsburg. "Mit der ersten Elektro-Flugstrecke in Bayern geben wir einen klaren Impuls hin zu einer umweltfreundlichen und lärmarmen Mobilitätsform der dezentralen Luftfahrt. Dafür errichten wir jetzt diese nachhaltige Tank- und Ladeinfrastruktur für kleinere Flugzeugtypen", sagt Hartwig. Für den Regionalluftverkehr seien kleine Flugzeuge eine "ideale Größe, die können wir an unseren Flugplätzen bedienen, wo wir dann auch ein entsprechendes Netzwerk aufbauen."

Ralf Kaußler, Geschäftsführer der Flughafen Hof-Plauen GmbH & Co. KG, sagt, dass man nicht nur ein erstes Ladeinfrastrukturnetzwerk für elektrisch betriebene Flugzeuge schaffen wolle, sondern auch Wissen zu teilen und zur Nachahmung zu animieren. Demnach hätten sich bereits weitere Flugplätze über das Projekt und wollen die eigene Infrastruktur anpassen. "Nur so kommen wir dem Ziel einer emissionsarmen Luftfahrt näher", sagt Kaußler.

Elektroflieger sollen Interesse wecken

Bisher ist das Elektroflugzeug eine Nische. Aber interessant sind laut Maximilian Hartwig Flugreisen mit Elektroflugzeugen nicht nur für Flugschulen und die Pilotenausbildung, sondern auch für Geschäftsreisende bis hin zu Privatiers, aber auch normalen Bürgern. "Es ist eine ideale Möglichkeit, weil wir sicherlich auch in einem Preissegment ankommen werden, das nicht allzu teuer sein wird." Zudem kommt: Die E-Flieger sind sehr leise. Ein Vorteil, gerade für Regionalflugplätze und ihre Anwohner.

Vollelektrisch betriebene Flugzeuge haben ihre Grenzen

Maximal 300 Kilometer weit bzw. 2,5 Stunden lang kann der "Elektra Trainer" am Stück fliegen, dann muss erst mal geladen werden. Größere Distanzen sind also eine Herausforderung. "Je größer die Reichweite, desto mehr Batterie brauche ich. Beim Luftfahrzeug muss ich extrem auf die Masse achten. Wir haben hier 160 Kilogramm Batterien drin, das ist die Obergrenze. Sobald die Batterien besser werden, werden auch wir besser", sagt Uwe Nortmann, Pilot des Elektrofliegers.

Aufgrund der Masseproblematik sei ein Passagierflug im Batteriebetrieb nur möglich bis maximal zehn Sitzplätze. Alles darüber hinaus müsse hybrid laufen, "das heißt, mit einem Generator an Bord, der die Elektromotoren antreibt. Und die Batterien nur für den Startvorgang brauche als Pufferbatterie, dann kann ich auch größere Flugzeuge damit bauen", sagt Nortmann. Er geht davon aus, dass bis 2035 elektrische Zehnsitzer in Betrieb genommen werden können. Bis dahin werden nur Zwei- bis Viersitzer im Einsatz sein – idealerweise dann auch im Elektroflugstreckennetz Bayern.

Im Video: Elektroflugzeug-Förderung durch den Freistaat

Elektroflugzeug-Förderung durch den Freistaat
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Elektroflugzeug-Förderung durch den Freistaat

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