Auf alten Autobahnen mit Betonplatten wie der A93 droht wegen der enormen und anhaltenden Hitze die Fahrbahn aufzubrechen. Um solche Blow-ups zu vermeiden, spritzen in der Oberpfalz jetzt Winterdienstfahrzeuge Wasser auf die Fahrbahn. Damit soll der Beton bei starker Sonneneinstrahlung leicht abgekühlt und so versucht werden, mögliche Blow-ups zu verhindern – so Siegfried Beck, Geschäftsbereichsleiter Betrieb und Verkehr bei der Niederlassung Nordbayern der Autobahn GmbH, im Interview mit dem BR: "Wenn Wasser verdunstet, entsteht im direkten Umfeld dieses Verdunstungsbereichs eine kleine Abkühlung."
Von Schwandorf Richtung Norden wird gewässert
Die Maßnahme betrifft in etwa den Streckenabschnitt der A93 von Schwandorf bis zum Kreuz Oberpfälzer Wald und noch etwas weiter nördlich in Richtung Wernberg-Köblitz, erklärt Beck: "Diese Betonfahrbahn in der baulichen Ausprägung, wie wir sie in dem Teilabschnitt haben, zeigt häufiger die Blow-up-Gefahr." Aufgesprüht werde reines Wasser. Die Hitze der Fahrbahn soll durch die Verdunstungskälte immer mal wieder unterbrochen werden, so Beck.
Wasserverschwendung? Die Autobahn GmbH dementiert
Dabei sei es auch eine Abwägung zwischen Wasserressourcen sparen und der Verkehrssicherheit. Laut Beck wird nur ein ganz dünner Wasserfilm in einzelnen kurzen Abschnitten auf die Fahrbahn gesprüht. Das punktuelle Wasseraufsprühen sei hierbei ein Baustein von mehreren Maßnahmen bei starker Hitze. Daneben gebe es auch eine engmaschigere Überwachung der Fahrbahn, unter anderem mit Temperaturmessungen. Auch andere Autobahnniederlassungen mit ähnlichen Fahrbahnbereichen würden mit Wasser arbeiten.
Warnung an schnelle Autofahrer
Außerdem appelliert Beck an alle Autofahrer, sich an die bestehenden Geschwindigkeitsbeschränkungen zu halten: "Blow-ups passieren in einem Augenblick. Und wenn da jemand mit überhöhter Geschwindigkeit auf dem Streckenabschnitt unterwegs ist, kann es zu weitreichenden Schäden oder Personenschäden führen."
Wirksamkeit wird noch untersucht
Gestartet wurde mit den Winterdienst-Fahrzeugen in der ersten größeren Hitzewelle im Juli. Wie groß der Effekt der Maßnahme letztendlich ist und in welchem Maße Blow-ups dadurch verhindert werden können, lasse sich aber noch nicht sagen, so Beck. Es sei "schwierig hier eine entsprechende Gesamtbewertung schon durchzuführen. Letzten Endes versuchen wir alle Möglichkeiten, die Blow-up-Gefahr zu senken." Die Erfahrungswerte sollen nun gesammelt und anschließend in der Summe aufbereitet werden.
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