Die Verkehrs-Aktiengesellschaft (VAG) Nürnberg bereitet ihr Straßenbahnnetz auf weitere Hitzewellen vor. So soll ein erneutes Ausfallen der Straßenbahnen, wie Ende Juni, verhindert werden. Damals hatten heiße Temperaturen den Betrieb vollständig zum Erliegen gebracht, weil Bitumen, eine Füllmasse zwischen Gleisen und Asphalt, herausgeschmolzen war und Gleise und Straßenbahnen verschmutzt hatte.
Schienenschleifzug, Wasser und Sand gegen klebriges Bitumen
Um erneute Straßenbahnausfälle zu verhindern, werden die Schienen derzeit mit Wasser gekühlt, sagt Betriebsleiter Andreas Mai. Aktuell werde an den Schienen eine Temperatur von 60 Grad und mehr gemessen. Durch Verdunstung werde die Temperatur am Gleis um 15 bis 20 Grad reduziert. Das Wasser wird ab zehn Uhr bis in die Abendstunden auf den betroffenen Abschnitten verteilt.
Dazu kommen auch Fahrzeuge zum Einsatz, die im Winterdienst Salzsole versprühen. Außerdem ist ein Schienenschleifzug rund um die Uhr im Einsatz, um eventuell verunreinigte Stellen zu säubern. Sollten dennoch Schäden auftreten und Fugen klebrig werden, wird der Gleisbau der VAG die Bitumenstreifen im asphaltierten Bereich sanden und die klebrige Oberfläche dadurch abstumpfen. Dies soll verhindern, dass weich gewordenes Bitumen mitgenommen wird.
Im Video: Nürnberg - Prävention bei der Straßenbahn
In Nürnberg hatten die Rekord-Temperaturen Anfang Juli drastische Folgen: Die Straßenbahnen konnten tagelang nicht mehr fahren.
Überwachung der Gleise und zur Not Ersatzbusse
Seit den Hitzeschäden Ende Juni finden laut VAG außerdem ständige Kontrollen des Straßenbahnnetzes statt. Diese sollen mit den Temperaturen oberhalb der 30-Grad-Marke in den nächsten Tagen intensiviert werden. Die Straßenbahnfahrer seien aufgefordert, frühzeitig Veränderungen am Zustand der Gleise an die Leitstelle zu melden.
Sollten die Bitumenfugen wegen der Hitze wieder sehr weich werden, könnte der Linienbetrieb auf einzelnen Strecken auch vorsorglich eingestellt werden, teilt die VAG mit. Für diesen Fall kommen Ersatzbusse zum Einsatz, für die bereits entsprechende Fahrpläne vorliegen. Innerhalb einer Stunde könne der Ersatzverkehr aufgenommen werden, sagte Mai. Derzeit ist es aber noch zu keinen Einschränkungen gekommen.
Kampf gegen klebrige Bitumen-Brocken
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